Jessica Chastain
Jagd auf bin Laden: Der Film "Zero Dark Thirty"
Selten wurde ein Kinofilm in den USA mit mehr Spannung erwartet und kontroverser aufgenommen als Kathryn Bigelows "Zero Dark Thirty" - der erste einer ganzen Reihe von Hollywood-Streifen über die Jagd Amerikas nach Osama bin Laden und das Ende des Al-Qaida-Führers. Die Vorwürfe von Politikern und Journalisten an die preisgekrönte Regisseurin beziehen sich vor allem auf ausgedehnte Folterszenen, mit denen Bigelow ihren Film beginnt. "Ein höchst unbequemer, aber mutiger Film", meint der amerikanische Autor Jonathan Safran Foer, der mit seinen Roman über die Folgen von 9/11 weltberühmt geworden ist. Das derzeit so zerrissene Amerika - so Foers These - komme um eine Kontroverse über Folter, eine Debatte über seine Werte nicht herum. Filmstart: 31.1.2013.Der neue Steven Spielberg: "Lincoln"
Ohne Abraham Lincoln gäbe es heute keinen schwarzen Präsidenten – und Lincoln, der "Marmorheilige", hat wohl keinen größeren Verehrer als Barack Obama, auch vom Lincoln-Film ist er begeistert. Für zwölf Oscars ist Steven Spielbergs Geschichtsdrama nominiert; für die kongeniale Darstellung der Titelrolle wurde Schauspieler Daniel Day-Lewis gerade mit dem Golden Globe ausgezeichnet. Der Film wird von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeiert. Aus gutem Grund: ist "Lincoln" doch ein Heldenepos, das in heutiger Krisenzeit die großen amerikanischen Werte beschwört: Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichheit, Demokratie. Spielberg zeigt den Präsidenten als Menschen aus Fleisch und Blut, aber von wahrhaft historischer Größe. Die Einheit der Nation und die Abschaffung der Sklaverei hat er mit seinem Leben bezahlt. Filmstart: 24.1.2013.Neuer Blick auf Klaus Kinski
Pola Kinski, die älteste Tochter von Klaus Kinski, schreibt in ihrem Buch „Kindermund“, dass ihr Vater sie 14 Jahre lang sexuell missbraucht und vergewaltigt hat. Niemand bezweifelt diese Vorwürfe ernsthaft. Kinski, bekannt für Exzentrik und Narzissmus, kann nicht mehr antworten, ist seit über 20 Jahren tot. Wie verändert sich das Bild des Schauspielers durch die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs an seiner Tochter? Sehen wir die Edgar Wallace-Filme, die Italo-Western oder "Fitzcarraldo" jetzt mit anderen Augen? Menschen, die ihn kannten oder die sich lange mit der Person und dem Schauspieler Klaus Kinski beschäftigt haben, hat der unglaubliche Vorwurf wenig überrascht. Einem wie ihm traut man eine Menge zu.Berling und Kinski
Ein Zeitzeuge in unserem Beitrag ist Peter Berling, Autor historischer Romane und Schauspielkollege von Klaus Kinski. Gerade hat er seine Autobiografie veröffentlicht: "Hazard und Lieblos, Kaleidoskop eines Lebens", erschienen bei Hoffmann und Campe. Bei dieser Tour de Force durch's eigene Leben trifft ein Protagonist, der laut Berling einige Gemeinsamkeiten mit seinem Freund Klaus Kinski hat, auf nicht wenige schillernde Gestalten des Show-Business. In dem eher kalendarischen Schlussteil bezeichnet Peter Berling Klaus Kinski als liebenswerten Freund, der sich erst vor Publikum in das Scheusal verwandelte, als das er weltbekannt wurde.
"Vergiss mein nicht"
Schon mit seinem ersten Dokumentarfilm "David wants to fly" hat David Sieveking Aufmerksamkeit erregt. Damals begab er sich als junger Filmhochschulabsolvent auf der Suche nach Inspiration auf die Spur seines Vorbilds David Lynch, der ihm für kreative Höhenflüge unbedingt "Transzendentale Meditation" ans Herz legte. In seinem neuesten Projekt hat Sieveking die letzte Lebensphase seiner an Alzheimer erkrankten Mutter dokumentiert. Dabei ist ein erstaunlich heiterer Film entstanden. Parallel zum Film ist soeben auch ein lesenswertes Buch des Regisseurs erschienen: "Vergiss mein nicht - Wie meine Mutter ihr Gedächtnis verlor und ich meine Eltern neu entdeckte". Filmstart: 31.1.2013.
Pas de deux: Max Raabe und Annette Humpe


