außendienst vom 6. Juni 2012
Kohle scheffeln in Australien
Einreise nach Australien
Wenn auch Sie nach Australien reisen möchten und kein australischer oder neuseeländischer Staatsbürger sind, benötigen sie ein Einreisevisum. Abhängig vom Visumstyp können Fachkräfte befristet bis zu 4 Jahre in Australien arbeiten oder dauerhaft einwandern. Für die Ausstellung eines Visums, das zur Arbeitsaufnahme berechtigt, müssen etliche Grundvoraussetzungen erfüllt sein - angefangen vom Sprachtest bis hin zur Berufsanerkennung.Wichtig ist, dass Sie das Visum vor Ihrer Abreise beantragen. Dafür ist ein gültiger Reisepass unentbehrlich!
Das Working-Holiday-Visum bietet die Möglichkeit, Tourismus und Arbeit miteinander zu verbinden. Junge Leute im Alter von 18 bis 30 Jahren können damit bis zu zwölf Monate durch Australien reisen und jobben. Grundsätzlich kann in jedem Job bis zu maximal sechs Monate gearbeitet werden. Das Working-Holiday-Visum kann nur einmal im Leben beantragt werden, auch wenn man das zwölfmonatige Aufenthaltsrecht nicht voll ausschöpft.
Im nächstgelegenen australischen Konsulat können Sie die meisten Visa persönlich beantragen, einige können auch online angefordert werden. Genauere Informationen hierzu finden Sie auf der Website der australischen Einwanderungsbehörde.
Bedeutung des Bergbaus für die Wirtschaft
Obwohl Australiens Wirtschaft vom Dienstleistungssektor dominiert wird, der knapp 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht, ist der Bergbausektor die Wachstums- und Exportbranche Nummer eins im Land. Die 2012 anstehenden Investitionsprojekte im Bergbau gleichen die anhaltend schwache Rolle der verarbeitenden Industrie sowie den 2011 verzeichneten Rückgang des Einzelhandels aus. Allerdings schwächt der Wiederaufbau an der Ostküste, die 2011 von schweren Überschwemmungen heimgesucht wurde, das Wirtschaftswachstum etwas ab. Die Naturkatastrophe hat auch die stark exportorientierte Agrarwirtschaft betroffen, die sich nur langsam erholt. Trotzdem gehen Experten von einem insgesamt gesunden Wirtschaftswachstum für die kommenden Jahre aus. Wichtigste Handelspartner sind China, die USA, Japan und zunehmend auch die Europäische Union.
Beschäftigungsmöglichkeiten in der Mine
Wer in Australien arbeiten möchte, hat gute Chancen, in einer Mine eingestellt zu werden. Fast immer werden neue Mitarbeiter gesucht, sei es als Lastwagenfahrer, Ingenieur, Informatiker, Laborant, Geologe oder Mediziner. Für die Arbeit „underground“ muss man oftmals keine speziellen Fähigkeiten besitzen. Allein für den Bau neuer Minenanlagen und der dazugehörigen Infrastruktur benötigt die australische Baubranche im kommenden Jahr nach Schätzungen der Australian Mines and Metal Association 83.000 neue Arbeitskräfte. Dazu kommen Stellen für rund 30.000 Ingenieure. Sind die neuen Anlagen fertig, müssten in den kommenden fünf Jahren bis zu 85.000 neue Mitarbeiter für den operativen Betrieb gefunden werden. Gearbeitet wird im in Schichten, das bedeutet zwei Wochen jeweils zwölf Stunden am Tag arbeiten, danach hat man eine Woche frei. Ein Gehalt von umgerechnet mehr als 8.000 Euro im Monat ist im australischen Bergbau üblich.
Arbeitsatmosphäre
Man muss sich im Klaren darüber sein, dass die Arbeit in einer Mine ein Knochenjob ist. Im Sommer kann es schnell bis zu vierzig Grad heiß werden. Zwar wird die Unterkunft gestellt, jedoch handelt es sich hierbei um einfache Container, die man sich mit mehreren Kollegen teilen muss. Wer ein ruhiges Plätzchen sucht, wird auch unter Tage oftmals nur sehr schwer fündig, denn die ganze Mine brummt ununterbrochen. Überall sind hunderte Tonnen schwere Maschinen am Werk, die Riesenlaster dröhnen wie sechsspurige Autobahnen. Man muss sich auch bewusst sein, dass hin und wieder die Einsamkeit an einem nagen kann in den scheinbar unendlichen Weiten des australischen Outbacks. Um das Minenleben zu verbessern, sollen nun auch Frauen als Kindergärtner, Köche oder Yoga-Trainer in die Minen gelockt werden.
Probleme mit Fremdenfeindlichkeit
Zwar werden Minenarbeiter gesucht und wenige Australier möchten ihr Leben in der Stadt wirklich gegen die Einöde und die Hitze unter Tage tauschen. Trotzdem gibt es einen heftigen Streit in Politik und Gesellschaft darüber, ob ausländische Gastarbeiter in den notwendigen Größenordnungen einreisen dürfen. Premierministerin Julia Gillard machte vor Kurzem Zugeständnisse an die Gewerkschaften, die fordern, den Anteil der Migranten an Arbeitnehmern in Minen zu beschränken. Mit dieser rückwärtsgewandten Initiative sorgte sie für große Empörung – zum einen, weil so der Konsens mit den vorwiegend asiatischen Arbeitskräften in Gefahr gerät, zum anderen sind die freien Stellen mit Australiern gar nicht zu besetzen.


