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auslandsjournal  

Das Grauen von "Boko Haram"

Wie Nigerias Militär dem Terror ein Ende setzen will

"Boko Haram" ist derzeit wohl die größte Gefahr in Nigeria. Der Name steht für eine islamistische Terrororganisation, die hauptsächlich im Norden des Landes bei der Bevölkerung Angst und Schrecken verbreitet. Das nigerianische Militär greift jetzt hart durch. Großangelegte Polizeieinsätze und Verhaftungen hat es bislang gegeben. Zuletzt teilte das Militär mit, der Sprecher von Boko Haram sei bei einem Kontrollposten von Sicherheitskräften erschossen worden. Doch trotz der entschlossenen Haltung der Regierung hält der Terror in Nigeria unvermindert an. 

Anschlag von Boko Haram in Abuja / Quelle: reuters

Anschlag der Terrorsekte in Nigeria

(26.09.2012 Quelle: reuters)

von Dalia Antar

Die Terrororganisation kämpft mit Gewalt für die systematische Einführung der Scharia im Norden des Landes. Übersetzt heißt Boko Haram "westliche Erziehung ist Sünde". Ihre Mitglieder lehnen Beteiligung an öffentlichen Wahlen und jegliche westliche Ausrichtung strikt ab. Finanzielle und technische Unterstützung erhalten sie dabei vermutlich von Al Kaida, der sie ideologisch sehr nahe stehen. Symphatisanten soll Boko Haram aber auch in Parlaments und Regierungskreisen haben.

Christen fliehen in den Süden

Besonders die Christen des Landes haben Angst vor weiteren Anschlägen, Angst vor Boko Haram. Von den insgesamt rund 160 Millionen Nigerianern sind zwischen 40 und 48 Prozent christlichen Glaubens. Viele von ihnen sind aufgrund der zahlreichen blutigen Anschläge auf Kirchen, Behörden und die Polizei in den Süden geflohen. Den religiösen Pogromen im Norden des Landes sind seit 2010 1400 Menschen zum Opfer gefallen.
Die Regierung scheint nun entschlossener gegen die Terrorsekte vorzugehen. Ende August kam es zu einem großangelegten Polizeieinsatz in Abuja, der Hauptstadt Nigerias. Dort wurden Werkstätten der Terrorgruppe entdeckt- Sprengstoff, Zubehör und Anleitungen zum Bombenbau. Dabei wurden fünf Verdächtige verhaftet.

Schlag gegen den Terror

Und auch letzte Woche ist dem nigerianischen Militär ein empfindlicher Schlag gegen Boko Haram gelungen. Der Sprecher der Terrorgruppe mit dem Kampfnamen Abu Qaqa soll in der nordnigerianischen Stadt Kano bei dem Versuch an einem Kontrollposten zu fliehen, erschossen worden sein.
Doch der Terror geht weiter. Am vergangenen Sonntag sprengt sich ein Mitglied der Boko Haram vor einer Kirche in Baichu im Norden des Landes in die Luft. Drei Menschen werden getötet, 45 verletzt. Die Regierungstruppen reagieren prompt. Sie veranlassen Hausdurchsuchungen im Bundesstaat Yobe im Norden des Landes und töten am Wochenende 35 mutmaßliche Aktivisten von Boko Haram. 60 Verdächtige werden festgenommen.

Organisation ohne Kopf?

Boko Haram gilt als eine dezentrale Organisation, ohne eine bekannte Führungsriege. Die Mitglieder der gewalttätigen Vereinigung agieren im Hintergrund. Ihre Namen sind nicht bekannt. Verhandlungen mit der Regierung finden nur über Mittelsmänner statt. Angesichts der dezentralen Struktur der Terrororganisation und dem Fehlen eines Verhandlungsführers ist die Hoffnung auf eine baldige Beendigung des Blutvergießens äußerst gering.

26.09.2012, Quelle: ZDF

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