außendienst: Mit Speer und Didgeridoo
Was ist ein Didgeridoo?
Herkunft des Didgeridoo
Das Didgeridoo ist ein langes Holz-Instrument der nordaustralischen Aborigines. Klassisch wird es aus von Termiten ausgehöhlten Eukalyptusstämmen gefertigt und misst zwischen einem und 2.50 Metern Länge. Das Mundstück ist dabei lediglich ein Wachsring. Bunte Bemalungen haben nur rituell eingesetzte Didgeridoos oder solche, die zum touristischen Verkauf vorgesehen sind. Bei dem Naturvolk kommt es als Begleitmusikinstrument zum Einsatz. Durch Felszeichnungen ist erwiesen, dass das Instrument bereits seit mindestens 2500 bis 3000 Jahren existiert. Der Name stammt vermutlich aus einer lautmalerischen Beschreibung seines eigenwilligen Tons. Die einheimischen Namen für das Instrument – es gibt mehr als 50 - variieren jedoch stark nach Gebiet und Verwendung.
Anleitung für einen ersten Ton
Die Lippen werden zum Schmollmund geformt, bleiben dabei aber ganz locker. Als erste Trockenübung wird nun Luft hinausgeblasen und der Druck, mit dem die Lippen aufeinanderliegen, abwechselnd verstärkt und wieder abgeschwächt. Nun kann das Ganze mit einem Didgeridoo vor dem Mund getestet werden. Wichtig dabei ist, dass die Lippen mit dem Instrument abschließen, damit keine zusätzliche Luft von außen hereinströmt. Denn beim Spielen wird ein Druck aufgebaut. Jedoch gilt beim Hineinblasen in das Instrument nicht das Sprichwort: „Viel hilft viel!“. Denn der Trick ist lediglich die Lippenspannung. Die kann beispielsweise durch ein leichtes Lächeln erhöht werden. Für mehr Variation kann es helfen, während des Spielens einen Ton in das Instrument hinein zu singen.
Heilende Wirkung – Die „good vibrations“
An der Kieler Uniklinik gibt es erste Forschungen, die das Digeridoo als therapeutisches Mittel bei Mukoviszidose Patienten untersuchen. Mukoviszidose, das ist eine Stoffwechselerkrankung, die sich vor allem auf die Atemwege auswirkt. Auch wenn sie nicht heilbar ist, ist trotzdem lebenslange Therapie nötig. Gerade für Kinder und Jugendliche ist die ständige Beschäftigung mit ihrer Krankheit durch ein technisches Atemgerät eine große psychische Belastung. Abhilfe kann nun das Musizieren mit dem Digeridoo schaffen – das macht Spaß, hat nichts mit Krankheit zu tun, stärkt jedoch die Lunge und schafft eine bessere Lebensqualität. Erste Tests hatten bereits Erfolg. Nun soll weitere Forschung zeigen, inwieweit das Musikinstrument der Ureinwohner in der Physiotherapie Einzug halten kann.
Zungenübungen gegen Schnarchnasen
An der Uni Sao Paulo haben Forscher herausgefunden, dass eine Kräftigung und Formung der Rachenmuskulatur einen positiven Einfluss auf Menschen hat, die unter Schnarchen leiden. Didgeridoo spielen fördert eben jenen Muskelaufbau. In einem Experiment fanden die Wissenschaftler heraus, dass sich die Symptome durch Zungenübungen, wie sie beim Spielen dieses Instruments ausgeführt werden, um circa 40% zurückgehen. Dabei stieg der Sauerstoffgehalt im Blut deutlich an, die empfundene Müdigkeit nahm ab, und die Schlafqualität verbesserte sich.


