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auslandsjournal  |  18.07.2012 

Die Reiskultur der Philippinen

Zum "außendienst" bei den Ureinwohnern

Die Reisterassen von Banaue zählen zum Weltkulturerbe. Die Einheimischen nennen sie das achte Weltwunder oder "Stufen zu den Himmelswelten". Sie sind die ältesten Reisterassen der Welt, wurden einst von den Ureinwohnern erschaffen. Hier erfahren sie mehr über die jahrtausendealte Tradition der Ifugao und sehen, wie ZDF-Reporter Benjamin Daniel im "außendienst" selbst Hand anlegt. 

außendienst: philippinischer Reisanbau

ZDF-Reporter Benjamin Daniel lernt auf den Philippinen die Jahrtausende alte Kultur der Ureinwohner kennen. Auf den traditionellen Reisterassen legt er selbst Hand an.

(18.07.2012)

Julia Wacket

Die Ifugao

Seit mehr als 2000 Jahren betreibt das Bergvolk der Ifugao den traditionellen Reisanbau auf den künstlich angelegten Reisterassen von Banaue auf den Philippinen. Sie selbst nennen ihre Reisterassen „Stufen zu den Himmelswelten“ oder auch „achtes Weltwunder“.

Die Reisterassen von Banaue / Quelle: ZDF
Die Reisterassen von Banaue (Quelle: ZDF)
Die Reisterassen sind das wichtigste Kulturerbe der Ifugao, weshalb Bulol, der Gott des Reises, diesen Reichtum beschützen soll. Ein Reispriester der Ifugao, genannt Mumbaki, vollzieht dabei alle wichtigen Zeremonien, die den Reisanbau das Jahr über begleiten und eine gute Ernte garantieren. Wenn die ersten Arbeiten im Reiszyklus beginnen, muss er drei Hühner schlachten. Das Blut der Hühner verrät dann, ob der Reisgott mit der Arbeit des Erntehelfers zufrieden ist. Der Anbau auf den Reisterassen folgt dabei nach einem festen Prinzip: Jeder Stamm sichert sich das Recht auf eine Terrasse, das heißt, jedes Feld bleibt im Familienbesitz.

Reisterassen und UNESCO

1995 nahm die UNESCO die Reisterassen von Banaue als Weltkulturerbe auf. Besonders eindrucksvoll sind die Terrassen um die nahegelegene Region Batad. Sie werden auch das „Amphitheater“ genannt, weil die Felder sich wie Stufen um das Dorf reihen. Nur sechs Jahre später kam die Landschaft auf die Rote Liste der gefährdeten Denkmale, denn die Mauern, aus denen die Terrassen bestehen, müssen erhalten werden. Die Arbeit ist anstrengend, Maschinen oder gar Wasserbüffel können nicht eingesetzt werden. Dafür sind die Felder zu klein und die Wege dorthin zu steil.

Das Ende der Ifugao?

Ein philippinischer Ureinwohner steht auf einem Reisfeld / Quelle: ZDF
Der Reisanbau ist wichtiger Teil der Kultur der Ifugao. (Quelle: ZDF)
Zwar haben die Reisterassen für die Ifugao einen hohen ideellen Wert, verschaffen ihnen aber nur ein geringes Einkommen. Eine wachsende Bevölkerung, Abholzung und Wasserknappheit, bewirken dass die meisten Bauern nicht mehr genug Reis produzieren können. Hinzu kommt, dass die Arbeit auf den Feldern sehr anstrengend ist, und oft nur ein bis zweimal im Jahr geerntet werden kann. Viele Ifugao sichern sich daher ein zusätzliches Einkommen in der Tourismusbranche oder pflanzen an den steilen Hängen Süßkartoffeln. In den letzen Jahren brachte der geringe Ertrag der Reisfelder immer mehr junge Leute dazu nach Manila und andere Städte auszuwandern.

Eine Reise nach Batad

Von der philippinischen Hauptstadt Manila erreichen Sie Banaue mit dem Bus innerhalb von zehn Stunden. Banue hat 21.000 Einwohner und liegt etwa 1200 Meter über dem Meeresspiegel. Der Ort ist noch relativ unbekannt, vereinzelt trifft man mal ein paar Backpacker. Obwohl die Reisterassen weltberühmt sind, hat der Tourismus die Ortschaft Banaue noch nicht vereinnahmt.
In die Region Batad gelangen Sie am besten mit dem typisch philippinischen Geländewagen, dem Jeepney. Die letzten acht Kilometer müssen allerdings über einen Berg gelaufen werden.
Der große Aufwand wird aber belohnt- von hier hat man den wohl besten Blick über die Reisterassen.

18.07.2012, Quelle: ZDF

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