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auslandsjournal  Sendung vom 18.05.2012 [Archiv]

Die Themen der Sendung

Berichte aus aller Welt

Das auslandsjournal berichtet in dieser Woche über einen chinesischen Filmemacher auf Wahrheitssuche, über die Menschenrechtsverletzungen in Aserbaidschan vor dem Eurovision Song Contest, über Ägypten und seine Tourismusflaute kurz vor der Präsidentschaftswahl sowie einen außendienst als Stuntman in Hollywood. 

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300 Fragen, eine Antwort - Ein chinesischer Filmemacher auf Wahrheitssuche

Yang Weidong hat für seinen Film mehr als 300 Menschen befragt, darunter wichtige Persönlichkeiten wie den früheren Sekretär von Mao Zedong, Künstler und Wissenschaftler. Was brauchen Menschen im Milliardenreich China? Die Antworten zeigen: 98 Prozent der Interviewpartner wünschen sich mehr Freiheit, als sie bislang im Reich der Mitte haben. „Jeder braucht Freiheit. Das fehlt einfach in dieser Gesellschaft. Das habe ich gelernt“, kommentiert Yang Weidong die Aussagen seiner Protagonisten.

Erst kürzlich hat der Fall des blinden Regimekritikers Chen Guangcheng deutlich gemacht, wie der Staat mit Menschen umgeht, die er als potentielle Bedrohungen empfindet. Chen selbst, der eineinhalb Jahre lang unter Hausarrest stand, soll nun zwar mit seiner Frau und seinen Kindern ausreisen dürfen. Sein Neffe aber wurde festgenommen, dessen Frau soll verschwunden sein. Chen Guangcheng hält das für die Rache des Regimes.

Die Herrschenden machen keinen Unterschied zwischen Künstlern, Friedensnobelpreisträgern oder blinden Anwälten. Gegen Andersdenkende wird in China hart vorgegangen. Yang Weidonghat mit ZDF-Korrespondentin Nicola Albrecht gesprochen – entgegen der Warnung der chinesischen Staatssicherheit.

Schläger statt Schlager – Aserbaidschan vor dem Song Contest

Angekündigt wird ein Event der Spitzenklasse. 120 Millionen Zuschauer europaweit vor den Bildschirmen, 25.000 vor Ort in Baku – der Eurovision Song Contest 2012. Bis zu einer Milliarde Euro will sich Präsident Alijew die Show und das perfekte Auftreten seines Landes kosten lassen. Innerhalb weniger Monate hat man die „Crystal Hall“ gebaut, in der am 26. Mai Teilnehmer aus 42 Ländern singen, tanzen und Frohsinn versprühen sollen. Doch die Freude teilen nicht alle in Aserbaidschan. 20.000 Bewohner mussten ihre Häuser verlassen und der „Stadtverschönerung“ Platz machen. Menschen, die öffentlich gegen den Präsidenten und sein autoritäres Durchgreifen demonstrieren, werden diffamiert, vertrieben, inhaftiert. Journalisten werden an kritischer und unabhängiger Berichterstattung gehindert und Homosexuelle verfolgt – ein negatives Vorzeichen für den farbenfrohen Song Contest.

Und politisch positioniert sich Aserbaidschan alles andere als eindeutig: Der Alijew-Klan hat offenbar gute Kontakte zu Israel, den USA und Europa und ist nachbarschaftlich mit Iran und Russland verbunden. ZDF-Korrespondentin Cornelia Schiemenz über die Situation im Land kurz vor dem Eurovision Song Contest.

Urlaub im Land der Revolution – Wohin steuert Ägypten?

Wer die ägyptischen Pyramiden besichtigen will, konnte dies wohl selten so exklusiv tun wie momentan. Denn nur wenige Touristen trauen sich heute in das Land, in dem vor gut einem Jahr Machthaber Mubarak gestürzt wurde und Regierung und Opposition sich tagelang blutige Kämpfe lieferten und wo es immer wieder zu Ausbrüchen von Gewalt kommt. Nur vereinzelte Nil-Kreuzfahrer machen Station bei den Pharaonengräbern. Vor Ort tummeln sich Kameltreiber mit ihren Tieren – ihnen bleibt die Kundschaft aus. Sie sind diejenigen, die damals vom Mubarakregime dafür bezahlt worden sein sollen, ihre Kamele über den Platz zu treiben, um die Demonstranten auseinanderzujagen.

Ägypten wählt am 23. und 24. Mai einen neuen Präsidenten. Als aussichtsreichste Kandidaten gelten der ehemalige Chef der arabischen Liga, Amre Mussa und der unabhängige Islamist Abdel Moneim Abul Futuh. Erstmals hat es in der vergangenen Woche ein TV-Duell gegeben, ein Zeichen für mehr Transparenz, das direkt auf großes Interesse der Bevölkerung stieß. Allerdings führte der Ausschluss von Kandidaten die Wahlkommission zu Ausschreitungen, der Militärrat wacht weiterhin über alles. ZDF-Reporter Timm Kröger mit Einblicken in das Land der Revolution kurz vor der Wahl.

Höher, schneller, weiter – als Stuntman im „außendienst“ in Hollywood

Stuntmen sind Hollywoods Helden ohne Gesicht, ihr Job ist reiner Nervenkitzel. Da sie meist die Hauptdarsteller doublen, ernten sie selten Lorbeeren. Trotzdem gehören sie zu denjenigen, die die Traumfabrik am Leben halten. Viele Filmszenen wären ohne sie nicht möglich und ihre Geschichte reicht zurück bis ins Jahr 1908. Damals wurde für eine dramatische Schlussszene ein guter Schwimmer gesucht, die Gage betrug fünf Dollar, ein Bruchteil der heutigen Honorare. Die Existenz der Stuntmen ist jedoch bedroht: Die meisten Actionszenen werden mittlerweile durch Computeranimationen dargestellt, weil das günstiger und sicherer ist. Nur 500 von 14.000 Stuntmen in den USA können heute von ihrem Job leben, der Rest muss sich mit zusätzlichen Nebenjobs durchschlagen.

ZDF-Reporter Benjamin Daniel hat sich aufgemacht nach Hollywood, um sich von den Stuntmen die waghalsigen Tricks zeigen zu lassen - und vielleicht auch etwas von den heimlichen Helden zu lernen - ohne sich dabei zu verletzen.

18.05.2012

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