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auslandsjournal  |  30.05.2012 

Die Themen der Sendung

Berichte aus aller Welt

Das auslandsjournal berichtet diese Woche über Frankreichs Kampf gegen Alkohol am Steuer; Schottlands Nationalisten, die nun endlich die Unabhängigkeit durchsetzen wollen; Vergewaltigungen in der US-Armee und Raubfischerei vor Afrikas Westküste. 

auslandsjournal-Logo / Quelle: ZDF
(Quelle: ZDF)

Erst blasen, dann fahren – Frankreich kämpft gegen Alkohol am Steuer

in Aperitif am Abend und das ein oder andere Glas Wein zum Essen – das gehört in Frankreich zum „Savoir Vivre“. Anschließend im Auto auf den Fahrersitz zu steigen, scheint für viele Franzosen dabei nicht ausgeschlossen. Die Zahlen sind erschreckend: bei über 30 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle ist Alkohol im Spiel. In Deutschland sind dies nur 5 Prozent. Mit dieser traurigen Bilanz ist Frankreich Spitzenreiter in Europa. Schon lange kämpft die Regierung vergeblich gegen Alkohol am Steuer: Werbung für alkoholische Getränke darf nicht zu aufdringlich sein, Fernsehwerbung für Alkohol ist ganz verboten und stattdessen laufen drastische Präventionsspots, die vor dem Konsum von Alkohol und den Auswirkungen im Straßenverkehr warnen sollen.

Ab Juli 2012 muss nun jeder Autofahrer einen Wegwerf-Alkoholtest im Auto haben, sonst droht eine Geldstrafe. Die Tests sind für einen bis zwei Euro an Tankstellen, in Tabakläden und Apotheken zu haben. Das Gesetz gilt für alle, die in Frankreich Auto fahren – also auch für Urlauber aus Deutschland und anderen Ländern. Viele Franzosen sind noch unsicher, was die neue Regelung betrifft. Während einige hoffen, dass es dann weniger Alkoholsüchtige und weniger alkoholbedingte Unfälle geben wird, glauben andere, dass ein Pflichttest im Auto überhaupt nichts bringen wird. ZDF-Korrespondentin Natalie Steger berichtet über ein Land mit Alkoholproblem.

 

Bravehearts Erben – Schottische Nationalisten wollen die Unabhängigkeit

„Ja“ oder „Nein“, unabhängig oder nicht. Der ewige Kampf Schottlands gegen England geht in die nächste Runde. Im Herbst 2014 soll ein Referendum endlich Klarheit bringen. Der schottische Regierungschef Alex Salmond ist für die Unabhängigkeit und fordert ein eigenständiges Parlament. Seine Kampagne „Yes, Scotland“ soll jetzt noch diejenigen Schotten überzeugen, die bisher gegen eine Unabhängigkeit stimmen würden. Seine Argumente: Dank der Öl- und Gasvorkommen, dem blühenden Handel mit Lachs und Whiskey und regen Touristenströmen könne Schottland sehr gut alleine auskommen. Sogar mit dem Euro als Ersatz für das Pfund könnte er sich anfreunden.

Viele Schotten aber fragen sich: Was, wenn in 20 bis 30 Jahren die Ölreserven erschöpft sind? Vom Whiskeyhandel allein könne Schottland nicht leben, mahnen die Skeptiker, und auch die Blütezeit der Fischereiflotte ist Vergangenheit. Für das auslandsjournal hat ZDF-Korrespondentin Susanne Gelhard den Abgeordneten Angus Robertson bei seiner Überzeugungsarbeit begleitet. Er sagt: „Die schottische Unabhängigkeit ist eine Lebensaufgabe für mich.“

 

Der Feind in meiner Truppe – Vergewaltigungen in der US-Armee

Adriana Klay war lange Zeit eine der US-Elitesoldatinnen. Sie schaffte es bis in die Ehrengarde des Präsidenten. Ihren Traum, dem Land zu dienen,  teilte sie mit vielen Mädchen seit Generationen: „Meine Familie sollte stolz auf mich sein.“ Doch ihre Ehre wurde ihr mit einem Verbrechen genommen, unter dem sie noch heute leidet: „Ein Offizier aus meiner Einheit kam mit seinem Freund zu meinem Haus und bedrohte mich mit dem Tod. Und dann haben mich beide vergewaltigt.“

Der Feind lauert in den eigenen Reihen: Mehr als 33 Prozent der Soldatinnen sind Opfer sexueller Gewalt. In der Öffentlichkeit ist Amerikas unehrenhafte Armee ein Tabuthema. Als Adriana die Tat meldet, will ihr keiner zuhören, der mutmaßliche Täter wird nur abgemahnt. Die Anwältin Susann Burke kritisiert: „Das Militärsystem verhindert, dass Vergewaltigung strafrechtlich verfolgt wird. Im Grunde entscheidet der Vorgesetzte, ob du vor Gericht gehen darfst oder nicht.“ Adriana Klay lässt sich jetzt in den Irak versetzen. Dort fühlt sie sich sicherer als in der heimischen Kaserne. ZDF-Korrespondent Ulf Röller und Steffie Ries berichten über das Tabuthema in der US-Armee.

 

Im Netz der Freibeuter – Raubfischer vor Afrikas Küsten

Seit Jahrhunderten fahren sie mit ihren kleinen Booten aufs Meer hinaus. Für die Fischer an der Küste Westafrikas und ihre Familien ist der Fischfang notwendig um zu Überleben. Doch mittlerweile bietet das Meer nicht mehr genug Nahrung für Mensch und Tier. Der Grund sind riesige Fischtrawler aus Asien und Europa, die die Gewässer vor Afrika, ausgestattet mit riesigen Fangnetzen, befahren. Für die Einheimischen bleibt nichts mehr übrig: „Es gibt keinen Fisch mehr. Früher fuhren wir höchstens zehn Kilometer weit raus, heute sind es über achtzig oder hundert Kilometer. Und selbst da reicht es nicht mehr für einen guten Fang“, klagt Mamadou Mbaye, ein Fischer aus dem Senegal.

Eine Mitschuld trägt auch die EU. Maria Damanaki, EU-Kommissarin für Fischerei, gibt das Versagen zu: „Wir sind nach Afrika gegangen, haben deren Fisch genommen und jetzt gibt es dort für die Einheimischen keinen Fisch mehr.“ Ganz legal hat die Europäische Union den Afrikanern die Fangrechte abgekauft. Mauretanien bekommt bekommt zum Beispiel knapp 140 Millionen Euro jährlich. So fischen Boote aus Europa – von EU-Geldern subventioniert – vor Afrika die Meere leer. Diese privaten Reedereien machen dabei auch noch eine Menge Profit. Doch das ist noch nicht alles: hinzu kommen illegale Fischer: „Dreißig, ja sogar bis zu fünfzig Prozent des Fischs, der auf unsere Tische kommt, sind gestohlen.“, bestätigt  EU-Kommissarin Damanaki. ZDF-Reporter Winfried Schnurbus berichtet, wie Europäer und Asiaten den afrikanischen Fischern die Beute stehlen – auf legale und illegale Weise.

30.05.2012, Quelle: ZDF

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