Macht, Einfluss, Verrat - Was geschieht hinter den Mauern des Vatikans?Wer sind die Drahtzieher der Vatileaks-Enthüllungen? Wie ist es möglich, dass immer noch private Informationen über Papst Benedikt XVI an die Öffentlichkeit gelangen, obwohl der verdächtige Kammerdiener Paolo Gabriele seit knapp zwei Wochen in einer Arrestzelle der Vatikan-Gendarmerie sitzt. Überführt wurde Gabriele vom Privatsekretär und Vertrauten des Pontifex Monsignore Georg Gänswein, dessen Rolle im Skandal selbst noch ungeklärt ist.
Spekuliert wird auch über einen Machtkampf zwischen italienischen Kirchenfürsten, die ihre Kandidaten für das nächste Konklave in Stellung bringen wollen. In Rom ist es angeblich kein Geheimnis mehr, dass man sich nach zwei ausländischen Päpsten einen italienischen Nachfolger wünscht. Der Journalist Gianluigi Nuzzi, der alle Dokumente veröffentlicht, will sich zu seiner Quelle nicht äußern. Er gibt jedoch zu, dass es sich um mehrere Personen handle, die für mehr Transparenz im Vatikanstaat kämpfen wollen. ZDF-Reporter Jürgen Erbacher berichtet für das auslandsjournal über einen einsamen Papst und die Intrigen im Vatikanstaat.Verleugnete Verbrechen – Die Ukraine und ihr Umgang mit der HungersnotOlexandra Owdijuk ist 91 Jahre alt und noch immer kommen ihr die Tränen, wenn sie daran denkt, was ihr und den Menschen in ihrem Dorf Anfang der dreißiger Jahre widerfuhr. „Wir hatten nichts zu essen. Wir träumten jede Nacht von einem Stück Brot“, erzählt sie. „Holodomor“, Tötung durch Hunger, nennen die Ukrainer das Grauen, das Millionen von ihnen den Tod brachte. Die Hungersnot der Jahre 1932 und 1933 war nicht Folge einer Naturkatastrophe, sondern wurde von Stalins Regime in Moskau regelrecht organisiert. Um die Landwirtschaft zu kollektivieren, wurden Getreide und Saatgut beschlagnahmt und im großen Stil exportiert. Vor Hunger wussten sich die Menschen nicht mehr zu helfen und begannen Baumblätter, Hunde und Katzen und schließlich sogar Menschenfleisch zu essen.
Zu Zeiten der Sowjetunion durfte über das alles jedoch nicht geredet werden. Wer es dennoch tat, wurde verhaftet. Erst nach der Unabhängigkeit und der „orangenen Revolution“ begann man in der Ukraine, die eigene Geschichte aufzuarbeiten und der Opfer zu gedenken. Aber die Jahrzehnte des Verleugnens wirken fort. Noch immer wollen viele Moskau nahe stehenden Ukrainer nicht wahrhaben, was vor 80 Jahren geschah. ZDF-Reporter Gert Anhalt berichtet über die Schatten der Vergangenheit, die bis heute auf der Ukraine lasten.Im Untergrund Down Under - Als Minenarbeiter im außendienstStaub, Hitze, Dunkelheit – das Leben unter Tage sei ein kleiner Vorgeschmack auf die Hölle, sagen die Minenarbeiter in Mackay an der australischen Ostküste. Und doch ist es ein lukratives Geschäft, an dem jeder, der durchhält, einen Anteil haben will. Australien erlebt einen Rohstoffboom; der ganze Kontinent wird umgegraben, aufbereitet und durchforstet. Das Einstiegsgehalt liegt bei 140.000 Dollar im Jahr. Ehemalige Farmer, Handwerker oder Arbeitslose durchlaufen die vierwöchige Ausbildung zum Minenarbeiter – und neuerdings folgen immer mehr Frauen dem Ruf des Geldes. Australiens Minen gehören zwar zu den sichersten der Welt. Trotzdem muss jeder Arbeiter zusätzlich vorsorgen und lernen, die Sauerstoffnotversorgungssysteme im Schlaf anlegen können. Die größte Gefahr sind Kohlenstaubexplosionen, die durch den Kontakt von Kohle mit Sauerstoff entstehen können.
Doch auch diese Bedrohung kann den Boom nicht aufhalten - 200.000 neue Arbeitsplätze könnten im Bergbau bis 2020 entstehen. Umweltschützer warnen, dass vormals fruchtbares Ackerland unfruchtbar und Trinkwasser durch den Abbau verschmutzt werde. ZDF-Reporter Andreas Stamm ist wie viele andere Deutsche, Amerikaner, Briten, Polen oder Inder dem Ruf der Kohle gefolgt und geht in der Mine von Mackay an seine Grenzen.


