Das Geschäft mit der Verzweiflung – Babyhandel in BulgarienHoffnungslose Armut auf der einen, unerfüllter Kinderwunsch auf der anderen Seite. An der Grenze zwischen Griechenland und Bulgarien blüht ein schmutziges Geschäft: Babyhandel. In den Elendsvierteln vieler bulgarischer Städte soll, nach Schätzungen von Hilfsorganisationen, bereits jede zweite Mutter ein Kind ins benachbarte Griechenland verkauft haben. Dort herrscht Mangel an Adoptivkindern. Bei der Aussicht, mindestens vier bis fünf Jahre auf ein Adoptivkind aus dem Waisenhaus warten zu müssen, suchen Paare mit unerfülltem Kinderwunsch nach Alternativen. Für bis zu 30.000 Euro bekommen sie ein Neugeborenes deutlich schneller, illegal natürlich. Auch wenn der Großteil davon in den Händen der Vermittler bleibt, finden sich in Bulgarien immer wieder verkaufsbereite Mütter.Bittere Armut, Druck von der Familie und fehlende staatliche Unterstützung treiben die jungen Frauen in die Arme der „Baby-Mafia“. Es sind vor allem Angehörige der ethnischen Minderheiten, die sich nicht anders zu helfen wissen. „Wir verkaufen, weil wir kein Geld haben“, erklärt eine Frau auf der Straße. „Bulgaren müssen ihre Kinder nicht verkaufen, aber wir Roma haben keine Häuser, keine Arbeit, kein Geld. Nur deshalb verkaufen wir.“ Für das auslandsjournal berichtet ZDF-Korrespondentin Tonja Pölitz über das schmutzige Geschäft Babyhandel.Im Schatten der Spiele – Londons Jugend und der Frust vor OlympiaMehrere Milliarden Pfund haben sich London und Großbritannien das große Sportereignis kosten lassen. Wenn am Freitag die Olympischen Spiele eröffnet werden, dann schaut die Welt mit Spannung und Begeisterung zu. Doch vor Ort teilen längst nicht alle das olympische Fieber. Vor allem im Osten der Stadt sitzt bei vielen der Frust tief. „Wir haben immer noch Massenarbeitslosigkeit, immer noch bekommen junge Leute keine Arbeitsplätze“, sagt Sozialarbeiter Sheldon Thomas.Fast ein Jahr ist es her, dass randalierende Jugendliche Geschäfte plünderten, Häuser in Brand setzten und sich Straßenschlachten mit der Polizei lieferten. Es war auch ein Zeichen der wachsenden Ungleichheit im Land und der Verzweiflung einer vernachlässigten Generation. Nun stehen das Olympiastadion und weitere Sport- und Wohnstätten ausgerechnet in einem Stadtteil, deren Bewohner zum ärmsten Teil der Gesellschaft gehören. Trotzdem wird Olympia ihre Situation nicht verbessern, glauben sie. „Wegen dieses einen Ereignisses wird sich unser Leben nicht verändern“, sagt Sheldon Thomas, selbst ehemaliger Gang-Boss. Für das auslandsjournal hat ZDF-Korrespondentin Patricia Schäfer Londons frustrierte Jugend getroffen. Sie berichtet von ihrem Leben im Schatten der Olympischen Spiele.Assads letzte Getreue – Syrische Alawiten in der TürkeiDer Machtapparat des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad besteht zum Großteil aus Angehörigen der Minderheit der Alawiten. Gezielt hat Assad über Jahre hinweg Schlüsselpositionen in Armee und Verwaltung mit Gleichgesinnten besetzt und somit Macht, Einfluss und auch Sicherheit der Alawiten gewährleistet. Doch nun, da das Machtzentrum in Damaskus zu bröckeln beginnt, wird auch die Zukunft der Alawiten in Syrien ungewiss. Was wird aus der syrischen Minderheitsgruppe, wenn Assad fällt? Immer mehr Alawiten fliehen deshalb in die südlichen Provinzen der Türkei, wie etwa in die Stadt Antakya, unweit der Grenze zu Syrien. Denn hier leben besonders viele Alawiten. Einige von ihnen sind schon vor Jahren ausgewandert. Während die Regierung in Ankara scharfe Töne gegen das Assad-Regime anschlägt, finden sich hier noch viele Befürworter des Despoten. Für das auslandsjournal berichtet ZDF-Reporter Martin Niessen aus Antakya, nahe der syrischen Grenze.Vereint durch Sprechblasen – Im außendienst als Comiczeichnerin in BelgienBelgien ist Comic-Land: Hier wurden Lucky Luke, die Schlümpfe sowie Tim und Struppi erfunden. Mehr als 700 Comic-Autoren leben in Belgien – pro Quadratkilometer gerechnet sind das so viele wie in keinem anderen Land der Welt. Belgische Comics waren und sind ein Exportschlager: Mehr als 30 Millionen Alben werden in Belgien im Jahr gedruckt. Die Bilderwelt hat aber nicht nur eine wirtschaftliche Bedeutung für dieses in Wallonen und Flamen gespaltene Land, das die Vielsprachigkeit zum Dogma erhoben hat: Comics einen Belgier – denn sie kann jeder verstehen. Zudem gelten die Comics in Belgien als hohe Kunst: Man kann sie an der Kunsthochschule der Königlichen Akademie erlernen. Für das auslandsjournal ist ZDF-Reporterin Anja Roth in den außendienst nach Belgien gegangen und hat in Brüssel einen Zeichenkurs für Comics gemacht.
auslandsjournal | 25.07.2012


