Zu Gast im Casino Royale - In Montenegro entsteht das Monaco des OstensAls James Bond 2006 in Casino Royale zum Pokerduell in einem edlen Hotel in Montenegro, umgeben von schicken Bars, Restaurants und Luxusflaniermeile antrat, mussten Kulissen in Tschechien und den Bahamas aufgebaut werden. Sechs Jahre später entspricht die Realität beinahe dem Film und ein Großinvestor aus Kanada macht aus dem alten Militärhafen den Luxushafen „Porto Montenegro“. Wo früher Kriegsschiffe und U-Boote gebaut wurden, liegen heute Yachten. 184 Liegeplätze sind bereits gebaut, 650 sollen es werden.Alles getreu dem Vorbild Monacos. Denn wie Montenegro von Serbien erhielt Monaco einst seine Unabhängigkeit von Frankreich, eröffnete ein Casino, Luxushotels, den berühmten Yachthafen Monte Carlo. Und wie Monaco will Montenegro mit einem großzügigen Steuersystem Millionäre und damit die Reichen anlocken. ZDF-Korrespondent Stephan Merseburger berichtet über den neuen Luxus auf dem Balkan.Boxen statt Burka - Eine afghanische Sportlerin kämpft um AnerkennungSadaf Rahimi ist eine Exotin, die von vielen Afghanen kritisch beäugt wird. Denn die 18-Jährige ist Mitglied der ersten weiblichen Boxmannschaft des Landes, in dem bis 2001 die Taliban geherrscht haben. Frauen durften damals nur vollverschleiert das Haus verlassen. Dass heute einige von ihnen in den Boxring steigen, grenzt an ein Wunder. Und Sadaf stellte sich den Hindernissen: "Als ich mit dem Boxen anfing, hatte ich ziemlich Probleme in der Schule“, berichtet sie. „Keiner wollte neben mir sitzen, auch die Lehrer meinten, Sadaf ist gefährlich, haltet euch von ihr fern. Die Nachbarn haben zu meinem Vater gesagt, er solle mir das nicht erlauben.“Doch sie durfte trotzdem weitermachen. In Afghanistan ist Sadaf mittlerweile bekannt und boxt so erfolgreich, dass sie eine Wild Card für die Olympischen Sommerspiele nur knapp verpasst hat. Ihr Trainer Mohamed Sharifi war selbst Profiboxer. Und er kämpft noch immer - für den Fortbestand der Mannschaft, die er 2007 gegründet hat und gegen Widerstand und Vorurteile. ZDF-Reporterin Katrin Eigendorf berichtet über die afghanischen Vorkämpferinnen im Boxring.Glitschiger Gaumenkitzel aus Irland - Im außendienst als AusternfischerinIn Irland galt die Auster über Jahrhunderte als „poor mans food“ - Arme-Leute-Essen. Eine anständige Mahlzeit bestand aus Kartoffeln, Kohl und Fleisch. Doch diese Zeiten sind vorbei - seit rund 40 Jahren haben die Iren die Auster als Delikatesse entdeckt. Und tonnenweise beliefern sie das Ausland, vor allem die bekennenden Austernliebhaber in Frankreich. Kian Louet ist Austernzüchter. In Carlingford betreibt Kian ein kleines Familienunternehmen mit einem Dutzend Angestellten. Er fährt auf einem Boot raus auf die Irische See, fängt Austern, die dann auf einer Austernbank weitergezüchtet werden.Nach drei Jahren werden sie geerntet. Dann werden sie kühl und stabil dorthin befördert, wo sie bei lebendigem Leibe verspeist werden. Anja Heyde hat die Austern nicht nur gekostet, sondern auch bei der Ernte und Verarbeitung mitgewirkt. Doch die Arbeit ist hart und schmutzig und die ZDF-Reporterin hat an eigenem Leibe erfahren, wieso es für Kian Louet so schwierig ist, Mitarbeiter für die Austernernte anzuheuern.
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