Entführt und verkauft – Frauenhandel in ChinaAuf dem Schulweg, auf dem Spielplatz und sogar aus abgeschlossenen Kinderzimmern werden sie entführt. Chinesische Menschenhändler entreissen junge Mädchen und sogar Babys ihren Eltern und verkaufen sie illegal - bis zu 550 Mädchen täglich. Als Folge der Ein-Kind-Politk, die eigentlich eingeführt wurde um das Bevölkerungswachstum einzudämmen, wurden Mädchen häufig abgetrieben oder - kaum geboren - umgebracht. In China zählt nur ein männlicher Nachkomme, der als Stammhalter die Familientradition weiterführt und als Arbeitskraft die Familie auch im Alter ernähren kann. Diese jahrzehntelange Praxis führte zu einem enormen Männerüberschuss, der sich vor allem in den ländlichen Gebieten Chinas bemerkbar macht. Dort gibt es Dörfer, in denen seit Jahren keine Hochzeit mehr stattgefunden hat. Dieser Mangel an Ehefrauen lässt den Frauenhandel aufblühen.Yao Cheng arbeitet seit 2007 für eine chinesische Frauenrechtsorganisation - mit dem Ziel entführte Mädchen und Frauen aufzuspüren. Immer wieder besucht er Dörfer, in denen vor allem das Bewusstsein fehlt, dass Frauenhandel ein Verbrechen ist. Für seine Arbeit wurde er von der chinesischen Regierung zum Staatsfeind erklärt. Obwohl diese selbst in Propagandafilmen ihre Erfolge im Kampf gegen den Menschenhandel inszeniert, wird Cheng von den Sicherheitsbehörden überwacht. „Die Regierung vertuscht, weil die ganze Welt geschockt wäre, wenn die Dimension des Problems öffentlich gemacht würde“, sagt Cheng. Für das auslandsjournal hat ZDF-Korrespondentin Nicola Albrecht Yao Cheng begleitet.Trainiert und verkauft – Das Geschäft mit brasilianischen NachwuchsfussballernAuf dem Bolzplatz von Porto Feliz, in der Nähe von Sao Paulo, träumt jeder Junge davon ein großer Fussballstar zu werden. Und die Chancen stehen gar nicht so schlecht: Brasiliens Fussballtalente sind bei den europäischen Spitzenclubs seit jeher heiß begehrt. Kaum ein Land hat so viele Fussballprofis hervorgebracht wie Brasilien. Bis zu 1000 der besten brasilianischen Spieler wechseln noch vor ihrem 20. Lebensjahr nach Europa. Auch der 16-Jährige Yan Soares de Oliveira träumt diesen Traum: „Ich würde gerne in einem Club in der ersten Liga spielen. Am liebsten in der Champions-League“.Er wohnt und trainiert in Brasiliens bester und exklusivster Fussballakademie. Desportivo Brasil wurde nur gegründet um Talente zu entdecken, zu fördern und sie schließlich zu verkaufen – Fussballprofis als Handelsware. „Im Endeffekt sind wir alle eine Ware. Aber wenn ich schon eine Ware bin, dann will ich die beste Ware sein, damit der Käufer auch den besten Preis bezahlt“, weiß auch Yan.Einer, der es bereits geschafft hat ist Giovane Elber. Der ehemalige Bayernprofi weiß, warum der brasilianische Fussballnachwuchs von Europa träumt: „Das ist ein schnelles Geschäft. Schon mit 17 bis 18 Jahren kann man für brasilianische Verhältnisse gut Geld verdienen. Wenn man aber gut ist und Glück hat, dann kann man sogar Millionär werden.“ ZDF-Korrespondent Andreas Wunn berichtet über die Fussballschmiede Lateinamerikas.Reine Kopfsache – Im außendienst als Lastenträger auf Ghanas MärktenEs ist ein Balanceakt der besonderen Art. Auf Ghanas Märkten tragen Frauen, sogenannte Kayayoos, oftmals mehr als ihr eigenes Körpergewicht auf dem Kopf. Als Lastenträgerinnen sind sie nicht mehr wegzudenken. In der Hauptstadt Accra arbeiten mehr als 10000 junge Frauen als Kayayoo. Für viele bietet der Job eine Chance, genügend Geld für ein Studium zu verdienen. Unser Reporter Benjamin Daniel hat sich in die Obhut von Arahma Sumaila begeben, einer erfahrenen Kayayoo. Als ihr Assistent lernt er die Technik schwere Lasten mit dem Kopf zu tragen. Auch sie sieht in dem Job eine Chance: “Ich möchte nicht mein Leben lang als Kayayoo arbeiten. Ich spare soviel Geld, wie ich kann. Eines Tages werde ich bestimmt einen guten Büro-Job haben.“ Die Hälfte der Kayayoos schafft den Sprung in eine bessere Zukunft.Die Technik, Lasten mit dem Kopf zu tragen, ist nur in Ghana als Beruf anerkannt. Männer sind dafür nicht zugelassen. Laut dem offiziellen Kayayoo-Verband lassen sie häufiger Waren fallen als Frauen. Im außendienst wollte ZDF-Reporter Benjamin Daniel beweisen, dass auch Männer schwere Lasten unfallfrei tragen können - und hat dabei das Gewicht so mancher Einkäufe leicht unterschätzt. Nackte Wut – Die umstrittenen Protestaktionen der ukrainischen Frauengruppe FemenNackt und mit einer Kettensäge bewaffnet zersägt Inna Schewtschenko in Kiew ein Kreuz. Auf ihrem Oberkörper steht in schwarz „Free Riot“. Mit der Aktion will die ukrainische Frauengruppe „Femen“ ein Zeichen setzten. Es soll Solidarität mit der in Moskau zu zwei Jahren Haft verurteilten Punkrockband „Pussy Riot“ ausdrücken und gleichzeitig die Frauenfeindlichkeit der Kirche kritisieren. Laut der Gruppe symbolisiere das Kreuz die Kirche, die Menschen versklave und dafür sorge, dass ein Kreuz für wichtiger erachtet würde als ein Menschenleben.Der barbusige Kampf der Frauen von „Femen“ hat sie weltweit bekannt gemacht. Bereits bei der Fussballeuropameisterschaft im eigenen Land protestierten sie „oben ohne“ gegen Prostitution und Frauenverachtung. Mehrfach versuchten sie ohne Kleider den öffentlich ausgestellten Europapokal von seinem Sockel zu stoßen. Derzeit laufen gegen Femen-Mitglieder acht Strafverfahren. Doch in der Ukraine hätten sich im Gegensatz zu Russland noch demokratische Reste erhalten, so Femen. Für das auslandsjournal berichtet ZDF-Korrespondentin Anne Gellinek über die nackte Wut der ukrainischen Frauen.
auslandsjournal | 28.08.2012


