zurück Startseite

auslandsjournal  

Die Themen der Sendung

Berichte aus aller Welt

Das auslandsjournal berichtet diese Woche über die geplante Reichensteuer in Frankreich, den Vormarsch von Al-Kaida im Jemen sowie einen außendienst als Voodoo-Anhänger in Benin. 

auslandsjournal-Logo / Quelle: ZDF
auslandsjournal-Logo (Quelle: ZDF)

Den Reichen reicht es – Kritik an Hollandes Sparplänen

Wer in Frankreich mehr als eine Million Euro im Jahr verdient, soll künftig tief in die Tasche greifen müssen. Jeder Euro, der über die Million hinausgeht, soll mit 75 Prozent besteuert werden. So das Wahlversprechen des im Mai gewählten Präsidenten Francois Hollande. Die Reichen stimmen schon jetzt mit den Füßen ab.
Frankreich muss sparen, 30 Milliarden Euro sollen es allein im nächsten Jahr sein. Mittel dazu: vor allem Steuererhöhungen, darunter auch die Reichensteuer. Wer viel hat, soll auch viel abgeben. Das birgt politische Symbolkraft und gesellschaftlichen Sprengstoff. Kritiker gehen mit den Plänen Hollandes hart ins Gericht.

Publikumswirksam hat vor wenigen Tagen erst der reichste Franzose, der Luxuswaren-Hersteller Bernard Arnault, einen Antrag auf belgische Staatsbürgerschaft gestellt. 300 Millionen Euro solle die Reichensteuer nach Experten jährlich maximal einbringen – und sei somit bei einem aktuellen Haushaltsdefizit von rund 33 Milliarden Euro eher eine symbolische Maßnahme, moniert die Opposition. Um das Finanzloch wirklich zu stopfen, seien ohnehin Steuererhöhungen für alle vonnöten. Das merken auch die Raucher: Ab Oktober werden die Zigaretten um 40 Cent pro Packung teurer. ZDF-Korrespondentin Natalie Steger berichtet über ungeliebte Steuern auf allen Seiten.

Vormarsch der Terroristen – die neue Strategie von Al-Kaida im Jemen

Sie halten ganze Landstriche besetzt, selbst große Städte hatten sie bereits eingenommen: Die Terroristen von Al-Kaida haben den Jemen als neuen Rückzugsort für sich entdeckt. Erstmals versucht die Organisation, ein Gebiet längerfristig besetzt zu halten, um dort eigene Machtstrukturen zu etablieren. Nachdem Machthaber Saleh im letzten Jahr im Zuge des arabischen Frühlings abdanken musste, ist die Lage im Jemen instabil. Nutznießer ist Al-Kaida. Die Organisation nahm die Stadt Dschaar mit mehr als 100.000 Einwohnern unweit der Metropole Aden zeitweise ein. Erst nach mehreren Monaten konnte das jemenitische Militär im Juni die Gebiete zurück erobern.

Der irakische Reporter Ghaith Abdul Ahad ist durch den Süden des Jemen gereist, um herauszufinden, mit welchen Mitteln Al-Kaida das Land für sich gewinnen will. Zwar ist die Bevölkerung dankbar, dass die Organisation für Wasser und Strom sorgt. Doch viele Menschen leben in Angst vor drakonischen Strafen, die die Islamisten über sie verhängen. Denn dass die schwarze Fahne der Al-Kaida über jemenitischen Orten weht, bedeutet auch, dass Scharia-Gerichte jeden Regelverstoß bestrafen. Die Urteile sind grausam: Sie reichen bis hin zu Kreuzigungen von angeblichen Spionen. ZDF-Reporter Paul Amberg berichtet über das Wagnis von Ghaith Abdul Ahad, in das Herrschaftsgebiet der Islamisten vorzudringen.

Zauberkräfte oder Hokuspokus? – Voodoo im außendienst in Benin

Orakel, Fetische, Opfergaben – die Welt des Voodoo ist so geheimnisvoll wie klischeebeladen. Denn die Kenntnis des Kultes, der in Benin Staatsreligion ist, ist in der westlichen Welt begrenzt: vor allem auf Voodoo-Puppen, durch die Nadeln gestochen werden und die den Mitmenschen Schaden zufügen sollen. Die Mission von ZDF-Reporter Benjamin Daniel im außendienst in Benin besteht deshalb darin herauszufinden: Was ist Mythos und was ist Wahrheit im Voodoo? Voodoo-Puppen gibt es tatsächlich – doch ihr Ursprung liegt nicht im Zauber. Sie sind aus der Not heraus entstanden, da die Sklaven zu Kolonialzeiten ihre Religion nicht praktizieren durften. Aus Holz geschnitzte Abbildungen der Gottheiten waren verboten, die Puppen wurden als Tarnung benutzt.

Rituale und Zeremonien spielen im Alltag der Voodoo-Anhänger eine zentrale Rolle. Sie verehren den Gott Bondye und seine Untergötter, zu denen nur Priester den Kontakt herstellen können. Damit sie vor Unheil und bösen Geistern beschützt werden, zahlen die Menschen ein halbes Vermögen. Benjamin Daniel hat selbst zahlreiche Opfer gebracht und an einer Zeremonie teilgenommen, die ihn vor Unheil fernhalten soll. Und er stellt die Frage, ob die Priester von der Opferbereitschaft und dem wahren Glauben der Anhänger nicht vor allem finanziell profitieren.

12.09.2012, Quelle: ZDF

Merkliste

Papierkorb Bild
Merkliste schließen

Merkliste

Merkliste versenden

Versenden Sie Ihr Merkliste an Freunde.



 
* Pflichtfelder  
Datenschutz
Das ZDF versichert, Ihre Daten entsprechend den datenschutzrechtlichen Bestimmungen vertraulich zu behandeln.
Zurück zur Merkliste Absenden Button

Merkliste

Hinweis

Die Merkliste wurde erfolgreich versendet.

Zurück zur Merkliste Merkliste schließen