Der Kampf um Syrien - Ein Tag an der Front
„Ich weiß nicht, was ich tun soll – sie sind zwar tapfer, aber sie haben vom Kämpfen keine Ahnung.“ Abu Mohammed ist verzweifelt, vor einem halben Jahr ist er aus der syrischen Armee desertiert und führt jetzt einen bunt zusammengewürfelten Haufen Rebellen zur Front. Keiner von ihnen ist soldatischen Drill gewohnt oder mit militärischer Taktik vertraut. Sie rennen durch die Straßen von Aleppo und schießen blind in Richtung der Häuserdächer, auf denen sie Scharfschützen vermuten. Gemeinsam ist ihnen die Wut auf das Assad-Regime und ihr Wille, den Diktator zu stürzen. Seit fast zwei Monaten ist die syrische Wirtschaftsmetropole Aleppo Schauplatz blutiger Kämpfe zwischen den Regierungstruppen von Baschar al-Assad und den Aufständischen. Auf den Dächern lauern Scharfschützen der Regierungstruppen und schießen den Weg frei für Assads Panzer. Die Kämpfe gehen bis tief in die Nacht. Nach Sonnenuntergang finden die Rebellen Unterschlupf in den Häusern der Bewohner von Aleppo, die sich immer noch zu tausenden hinter verhängten Fenstern verschanzen. Morgens räumen sie alles wieder auf und putzen die Wohnungen - auch um den Rückhalt in der Bevölkerung nicht zu verlieren. Ihre größte Angst ist, dass extreme Islamisten die Revolution für sich vereinnahmen. Dann, so sagen sie, würde es eine neue Revolution geben und einen neuen Krieg. Den Reportern von Clover-Films ist ein exklusiver und authentischer Einblick an der Front von Aleppo gelungen. Sie zeigen das blutige Ausmaß der syrischen Tragödie.Vertuschte Wahrheit - Die Schande von Hillsborough
Es war die größte Katastrophe in der Geschichte des englischen Fußballs. 1989 starben 96 Fans des FC Liverpool während eines Pokalspiels ihrer Mannschaft bei einer Massenpanik auf der Tribüne des Hillsborough-Stadions. 23 Jahre lang wurden die Angehörigen der Opfer im Glauben gelassen, dass die Schuld bei den Fans läge. 23 Jahre dauerte es, bis eine von der Regierung eingesetzte Kommission die Wahrheit ans Licht brachte. „Wir haben nicht nur unsere Kinder verloren, wir mussten uns auch noch um die Frage kümmern, was mit unseren Kindern geschehen ist. Das war grausam, weil wir nicht in Frieden trauern konnten“, sagt Anne Williams, deren 14-jähriger Sohn Trevor bei dem Unglück ums Leben kam. Viel zu spät wurde jetzt die Wahrheit aufgedeckt: massive Organisationsfehler der Polizei haben zu der Tragödie geführt. Die neue unabhängige Untersuchung hatte nach Sichtung von über 400.000 Dokumenten aufgedeckt, dass die Polizei jahrzehntelang ihre Fehler vertuscht, Zeugenaussagen gefälscht, Liverpooler Fans zu Unrecht beschuldigt und regelrechte Verleumdungskampagnen gestartet hatte. Die Hinterbliebenen hatten dies nie akzeptiert und wollen jetzt die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Das Unglück hat den englischen Fussball verändert. Stehplätze wurden aus den Stadien verbannt, Sicherheitsvorkehrungen massiv gesteigert."You'll never walk alone" - in keinem Stadion der Welt singen die Fans dieses Lied so inbrünstig wie an der Anfield Road. "You"ll never walk alone" - seit der Katastrophe von Hillsborough steht diese Zeile über dem Stadion-Tor. Für das auslandsjournal berichtet ZDF-Korrespondent Yacin Hehrlein aus Liverpool.Laufen und saufen – Im außendienst beim französischen Weinmarathon
Zum „Savoir Vivre“ gehört vor allem eins: ein Glas mit gutem Rotwein. Die Franzosen lieben ihren Wein. Selbst beim Sport können sie nicht darauf verzichten. Beim feuchtfröhlichsten Wettrennen der Welt, dem Marathon du Medoc wird beides kombiniert. Dabei müssen die Sportler nicht nur die üblichen 42 Kilometer der Marathonstrecke bewältigen, sondern gleichzeitig möglichst viel Wein trinken. Das ist allerdings gar nicht so schwer, denn die Laufstrecke schlängelt sich auf der Gironde-Halbinsel durch die Medoc-Region, vorbei an 53 der besten Weingüter Frankreichs.Der berühmte Weinmarathon wurde 1985 von fünf Ärzten erfunden. Sie wollten ihre Liebe zum Sport und zum Wein miteinander verbinden. Heute gehen jährlich über 8000 Läufer aus 62 Ländern an den Start. Verkleidet und voller Euphorie stürzen sie sich ins Vergnügen. So auch unsere Reporterin Sabrina Hermsen. Im außendienst hat sie beim Marathon du Medoc teilgenommen und gelernt, dass Laufen und Saufen eigentlich gar nicht so gut zusammenpassen.Weiteres Thema:Alptraum im Seniorenparadies – Deutsche Rentner an der Costa Blanca

