Angst vor dem Ausverkauf – Die Griechen bangen um ihre Sonneninseln
„Verkauft doch eure Inseln!“ Dieser in der Vergangenheit nicht immer ernst gemeinte Vorschlag an die griechische Regierung könnte in ähnlicher Form wahr werden. Gerade erst diese Woche wurde bekannt, dass das Land wohl mindestens zwei Jahre länger und 30 Milliarden Euro zusätzlich benötigen wird, um die Vorgaben der Euro-Staaten zu erfüllen. 6000 Inseln besitzt Griechenland, 40 davon will der Staat nun langfristig verpachten. Darüber freuen sich einige Immobilienmakler und Investoren, denn sie sehen darin eine Chance. „An der Küste werden Immobilien touristisch genutzt. Warum nicht auch eine Insel?“ fragt Panagiotis Kritsimas. Griechische Inseln im Golf von Korinth – das bedeutet einsame Strände und unberührte Natur, wo Touristen die Seele baumeln lassen können. 1.5 Millionen Euro verlangt Kritsimas für elf Hektar unbebautes und unbewohntes Land ohne Wasser- und Stromzufuhr. Kostas Rossis dagegen kann die Begeisterung des Maklers nicht teilen. Er fürchtet, dass die noch unberührten Inseln verbaut werden. „Was sollen wir dann noch mit dem Geld anfangen, wenn unsere gesamte Region zerstört sein wird?“ fragt der Bootsführer. Antje Pieper hat außerdem einige von privat zum Verkauf stehende griechische Inseln besucht und mit Immobilienmaklern, Anwohnern und Touristen über das Vorhaben gesprochen.Kannibalismus wider Willen - Wie 16 Männer einen Absturz in den Anden überlebten
Eine Gruppe von Schülern und Studenten aus Uruguay machte sich 1972 per Flugzeug auf den Weg nach Chile. Doch es stürzt ab. Carlitos Páez war an Bord und beschreibt das Drama: „Die Maschine wurde in zwei Hälften zerteilt. Plötzlich eine brutale Kälte. Absolutes Chaos.“ Einige Passagiere überleben, sie sind gefangen auf fast 4000 Metern Höhe bei minus 30 Grad. Nach einigen Tagen wird die Suche eingestellt. Zehn Tage lang essen die Überlebenden nichts. Dann entscheiden sie sich für den Tabubruch: Sie ernähren sie sich vom Fleisch ihrer toten Freunde - und überleben. Nach zwei Monaten brechen zwei von ihnen auf, erreichen die Zivilisation nach zehn Tagen. 16 der 45 Passagiere überlebten. Doch Carlitos Paez’ erlebte ein weiteres Drama nach dem Drama: Alkohol, Kokain, Scheidung. ZDF-Korrespondent Andreas Wunn hat den Mann getroffen, dessen Leben sich auch nach 40 Jahren noch um das Grauen in den Anden rankt.Schlag gegen Terrorsekte – Nigerias Militär im Religionskrieg
„Boko Haram“ – der Name steht für Gewalt und Terror in Nigeria. Zahlreiche Anschläge auf Kirchen im Norden des Landes gehen auf das Konto der Terrorgruppe, die im bevölkerungsreichsten Land Afrikas einen islamischen Gottesstaat errichten will. Über 1000 Menschen haben seit Mitte 2009 ihr Leben bei Anschlägen, Kämpfen und Attentaten verloren. Boko Haram kämpft systematisch für die Durchsetzung der Scharia in Nigeria und lehnt die Beteiligung an Wahlen ab. Letzte Woche nun die Nachricht: Das nigerianische Militär soll nach eigenen Angaben den Sprecher der Terrorgruppe, genannt Abu Qaqa, erschossen haben. Qaqa sei getötet worden, als er versucht habe, an einem Kontrollpunkt am Rand der Stadt Kano zu fliehen. ZDF-Korrespondent Jörg Brase hört sich in der Stadt Jos in Zentralnigeria um, wie die Stimmung in der Bevölkerung seit dem Tod des Sprechers von „Boko Haram“ ist. Er geht mit einem Militär-Kommandeur auf Patrouille und spricht mit einem Imam und einem christlichen Pfarrer über die Zukunftsängste der Nigerianer.Abriss für den Aufschwung – Mit dem Bagger auf Schönheitsmission in den USA
„Willkommen in einer großartigen Stadt“ – dieses Schild hängt am Ortseingang der Stadt Gary im US-Bundesstaat Indiana. Es könnte ein Witz sein – denn Gary gleicht einer Geisterstadt. Als frühere Stahlarbeiter-Stadt war Gary Symbol für die wirtschaftliche Stärke der USA. Doch in den letzten Jahrzehnten ist die Schwerindustrie nach Asien verlagert worden, massenweise Jobs gingen verloren und Gary schrumpft – früher lebten hier 175.000 Einwohner, heute sind es noch 80.000. Gary ist zu einer heruntergekommenen Gegend geworden. Aus einer Methodistenkirche und dem alten Bahnhof wachsen Bäume, in vielen Holzhäusern fehlen Latten, sie sind zum Teil schon lange unbewohnbar. Doch jetzt will die Stadtverwaltung aufräumen und 4000 Ruinen abreißen. Joelle Gamble unterstützt die Aufräumaktion und ist überglücklich, dass in Gary nun abgerissen und aufgeräumt wird. Sie sagt: „Es ist ein Symbol für den wirtschaftlichen Niedergang, aber auch für die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.“ ZDF-Reporter Andreas Stamm ist einen Tag lang Teil einer Abrisskolonne. Mit dem Bagger trägt er dazu bei, die alten Schandflecke zu beseitigen – um Platz zu machen für eine Zukunft mit neuem Wachstum.

