außendienst: Whiskey-Brauerin in Irland
Lydia Klehn und Lea Stenger
Whiskey ist ein alkoholisches Gerstengetränk, das durch Destillation und lange Lagerung gewonnen wird. Westlich des Atlantiks werden kanadischer und amerikanischer, östlich schottischer und irischer Whiskey gebrannt. Irland und Schottland beanspruchen beide, den Whiskey erfunden zu haben. Hier können Sie die wichtigsten Unterschiede nachlesen:Whiskey bei Schotten und Iren
Whiskey oder Whisky - Wer hat's erfunden?
Beide argumentieren mit dem irischen Schutzpatron St. Patrick als Erfinder des Whiskeys. Die Schotten sagen, dass Patrick in ihrem Land geboren wurde und dort die Technik des Destillierens erlernt habe. Die Iren hingegen gehen davon aus, Patrick habe diese Technik aus dem Mittelmeerraum mitgebracht und in Irland verbreitet. Dieser Streit führt sogar so weit, dass die Schreibweise des Getränks in den beiden Ländern unterschiedlich ist: Während die Iren einen Buchstaben mehr für das Wort benutzen („Whiskey“), verzichten die Schotten auf dieses zusätzliche „e“ an vorletzter Stelle (Whisky“).
Was macht den Unterschied?
In Schottland wird der Whisky zweimal destilliert, in Irland gibt es sogar drei Destillationsdurchgänge. Das führte im Laufe der Geschichte dazu, dass der schottische Whisky günstiger zu erwerben war. Weitere Differenzen gibt es bei der Befeuerung der Öfen: Die Iren setzen auf Kohle, während die Schotten dafür Torf verwenden. Das soll dem schottischen Whisky sein berühmtes rauchiges und würziges Aroma verleihen.
Die Iren und ihr Whiskey
Irische Pubs auf der ganzen Welt sind überfüllt, die Gäste tragen am 17. März grüne Hüte, marschieren in großen Paraden durch die Städte und der Alkohol fließt in Strömen – es ist St. Patrick’s Day. An diesem Tag wird der irische Nationalheilige Patrick gefeiert, der am 17. März 461 oder 463 verstorben ist.
Er gilt in Irland als der Erfinder des Whiskeys, einem Destillat, das überwiegend aus Gerste hergestellt wird. Das irische Volk brennt schon seit vielen Jahrhunderten Whiskey und ist dementsprechend stolz auf sein traditionelles Getränk.
1643 wurde der Whiskey in Irland besteuert, da die beachtliche Produktion dem Staat viel Geld hätte einbringen können. Das ließen sich die irischen Whiskey-Brenner jedoch nicht gefallen und boykottierten die Steuer. 1661 wurde die Herstellung dann komplett verboten. Doch der Whiskey-Brennerei schadete das nicht – rund 200 Jahre lang produzierten die Iren ihr Nationalgetränk illegal. Erst im 19. Jahrhundert gab sich die britische Regierung geschlagen und legalisierte das Geschäft wieder gegen einen kleinen Steuerbetrag.
Damit ein Whiskey auch offiziell Whiskey ist, muss er mindestens drei Jahre und einen Tag in einem Fass gelagert werden, dann hat er den Geschmack des Fasses angenommen und kann seine eigene persönliche Note entfalten.
Die Schotten und ihr Whisky
Die erste urkundliche Erwähnung für die Herstellung von Whisky in Schottland findet sich 1494. Zunächst wurde das Gebräu jedoch nicht zum leiblichen Genuss verwendet, sondern als Medizin eingesetzt. Heute gibt es in Schottland gut 100 Brennereien für Whisky.
Der schottische Whisky wird aus Hefe, Getreide und Wasser zu zwei verschiedenen Spirituosen gebrannt: Korn- und Malzwhisky. Früher wurde ausschließlich schottische Gerste verwendet. Heute stammt jedoch nur noch weniger als die Hälfte aus dem eigenen Land, der Rest wird importiert. Von besonderer Relevanz für den schottischen Whisky ist das Wasser: Schottisches Wasser ist zu großen Teilen frei von Mineralsalzen. Hinzu kommt, dass viele Destillerien ihr Wasser von einer eigenen Quelle beziehen. Das führt dazu, dass der Geschmack der einzelnen Getränke auch sehr unterschiedlich ist. Aber auch der Torf ist entscheidend: In Schottland gibt es viele Torfarten. So entscheidet Menge sowie Herkunft über den Geschmack.
Schottischer Whisky wird auch Scotch genannt. Es handelt sich dabei um eine geschützte Herkunftsbezeichnung. Zwei Arten von Scotch sind besonders bekannt und beliebt:der Malzwhisky „Mal“ und der Getreidewhisky „Grain“.


