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auslandsjournal  |  23.05.2012 

Felice Quinto, der erste Paparazzo

Seine Methoden und wie er berühmt wurde

Felice Quinto ist der König der Paparazzi. Er war schon Paparazzo, bevor es diesen Begriff überhaupt gab. Hier erfahren Sie seine Story und sehen den "außendienst" in voller Länge. 

Felice Quinto mit Kamera. / Quelle: ap

Felice Quinto, der erste Paparazzo

(23.05.2012 Quelle: ap)

Paparazzo in Los Angeles

Auf der Jagd nach Reichen und Schönen verdienen Paparazzi ihr Geld. ZDF-Reporter Benjamin Daniel wird selbst für einen Tag zum Promijäger und erfährt, wie schmutzig das Geschäft wirklich ist.

(23.05.2012)

Quinto wurde am 11. April 1929 als Sohn eines Kameraverkäufers in Mailand geboren.
Die Kamera sollte sein ständiger Begleiter werden, was schließlich dazu führte, dass er - geht man von der heutigen Berufsbeschreibung aus - zum ersten Paparazzo wurde.

Quintos Methode

Quintos Beruf bestand am Anfang darin, dass er mit seiner Kamera die Cafés in der Via Veneto in Rom abschritt, immer auf der Suche nach Prominenten, Mitgliedern von Königshäusern, die sich unbeobachtet fühlten und sich vollkommen normal verhielten.
Er bereitete den Weg für die manchmal hinterlisten und gar aggressiven Taktiken, die Fotografen heute nutzen. Auf seiner Jagd nach Fotos versteckte er sich in Büschen, trug Verkleidung und raste mit einem Motorrad durch Rom.

Der Begriff des Paparazzo stammt aus einem Film von Federico Fellini. In „La dolce Vita“ aus dem Jahr 1960 heißt so der Fotograf, der immer auf der Jagd nach Promis ist, um einen Schnappschuss zu erhaschen. Quinto, der selbst mit Fellini befreundet war, gilt als Vorbild dieser Filmfigur. Angeblich sollte er sogar selbst den Film-Paparazzo spielen, doch habe abgelehnt. Das Leben als echter Promi-Fotograf sei für ihn weitaus lukrativer gewesen.

Vom Jäger zum Gejagten

Fiktion und Wirklichkeit prallten aufeinander, als Quinto 1960 auf der Jagd nach Fotos von Anita Ekberg war. Sie spielte in „La dolce Vita“ das Starlet, das von Fotografen verfolgt wurde. Quinto erwischte sie dabei, wie sie einen verheirateten Filmproduzenten bezirzte. Als Quinto nachts Ekbergs Haus beobachtete, trat die schwedische Schönheit in einem schwarzen Cocktaildress und in Strumpfhosen auf die Schwelle - bewaffnet mit Pfeil und Bogen, um den Promijäger selbst zu jagen.

1963 heiratete Quinto die amerikanische Schullehrerin Geraldine Del Giorno und zog zu ihr in die USA. Dort arbeitete er fortan für die Associated Press. Für die Agentur fotografierte er unter anderem die Beerdigung des erschossenen US-Präsidenten John F. Kennedy und Bürgerrechtsmärsche mit Martin Luther King. Endgültige Berühmtheit aber erlang er als Fotograf für den legendären Nachtclub Studio 54 im New York der siebziger Jahren.

Lebensabend in den USA

1993 hing er die Kamera an den Nagel und ging in Ruhestand. 1997 veröffentlichte er ein Buch mit Fotografien aus seiner Zeit beim Studio 54. Einige davon wurden in Museen ausgestellt. Quinto starb 80-jährig in Rockville, USA.

23.05.2012

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