außendienst: Comics zeichnen in Belgien
von Julia Wacket, Julie Széchenyi-Smythe
Tipps für den Belgien-Besuch
Das Belgische Comic-Zentrum
Das Belgische Comic-Zentrum, das von dem berühmten Jugendstilarchitekt Victor Horta 1906 entworfen wurde, zeigt alles was mit Comics zu tun hat – von den glänzenden Anfängen bis hin zu den neuesten Entwicklungen.
Die Brüsseler Comic-Route
Der Comic Walk in Brüssel besteht aus einer etwa sechs Kilometer langen Route, die an insgesamt 32 großformatigen Comicmalereien auf Hauswänden vorbeiführt. 1991 entwickelte sich die Idee zu diesen so genannten „Murales“ und die ersten Wandmalereien wurden nach Vorlage der Originale auf die Wände gebracht.
Das Brüsseler Comic-Dorf
Im Oktober 2011 wurde das Brüsseler Comic-Dorf eröffnet. Hier befinden sich die größte Comic-Buchhandlung Europas, Galerien und Museen und das alles in der historischen Altstadt Brüssels. Die Comic-Buchhandlung ist mit aktuellen Comics und Sammleralben ausgestattet. Das Comic-Café wird mit den Klassikern der amerikanischen Küche, wie etwa dem Obelix Burger und Bugs-Bunny-Karrottenkuchen, neu interpretiert.
Belgiens Comic-Zeichne
Hergé: "Tim und Struppi"
Georges Prosper Remi, bekannter unter dem Namen „Hergé“, ist einer der berühmtesten belgischen Comic Zeichner weltweit. Sein bekanntestes Werk sind die Abenteuer von Tim und Struppi (im Original Les aventures de Tintin), die er von 1929 bis zu seinem Tod 1983 schrieb und zeichnete. Am 10. Januar 1929 erschien das erste Tim und Struppi Abenteuer namens „Tim im Lande der Sowjets.“
Hergé ist Erschaffer des Comicstils „Ligne claire“. Hier geht es um klare Konturen, die ohne Schraffuren oder Schattierungen gezeichnet werden. Die einzelnen Flächen werden einfarbig ausgemalt und die Figuren, hauptsächlich die Mimik, werden einfach gezeichnet. Außerdem bemühte sich Hergé stets um detaillierte und realistische Hintergründe und Requisiten.
Morris und René Goscinny: "Lucky Luke"
"Peyo"-Pierre Culliford: "Die Schlümpfe"
Comic-Figuren selber entwickeln
Bevor Sie einfach drauflos zeichnen, sollten Sie dem Comic ein Thema, beziehungsweise eine Handlungsrichtung geben. Dass diese von dem alten Rom (Asterix und Obelix) bis hin zu Superhelden (Spiderman) oder einer faulen Katze (Garfield) reichen kann, zeigt die Comicgeschichte. Charaktere sind bei Comics unerlässlich, auch hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Es gilt aber: erst die Geschichte ausdenken, dann Zeichnen. Haben Sie alles mit einem Bleistift vorgezeichnet, sollten Sie die Konturen mit einem Tuschstift nachzeichnen und colorieren. Texte werden als letztes eingesetzt. Am besten, Sie scannen dazu Ihre fertigen Zeichnungen ein und fügen dann Sprechblase und Schriftart hinzu.Wer selbst einmal eine Comicfigur entwerfen will, für den gibt es ein paar nützliche Dinge zu beachten:Tipps zum selber zeichnen
Viel erzählen mit wenigen Strichen
Beim Zeichnen einer Comic-Figur ist es wichtig, mit wenigen Strichen alle wichtigen Eigenschaften einer Figur oder Person darzustellen. Comic Figuren sollen schließlich einzigartig und wieder erkennbar sein, daher sind charakteristische Merkmale unverzichtbar. Typische Gesichtmerkmale, wie zum Beispiel eine große Nase, können auch übertrieben gezeichnet werden, wie bei einer Karikatur.
Eine Möglichkeit eine Comic-Figur zu entwerfen, ist es beispielsweise eine Person mehrmals von einem Foto abzumalen und schrittweise mehr und mehr Details wegzulassen.
Lassen Sie die Augen sprechen
Da Comic Figuren häufig mit wenigen Strichen gezeichnet werden, ist es als Comic Zeichner besonders schwer die Gefühle der jeweiligen Figur darzustellen. Deswegen sind die Augen besonders wichtig um den Gefühls und Gemütszustand einer Figur auszudrücken.
Ein paar Beispiele:
Mit einfachen Formen zum Tier
Comictiere zeichnen ist dem normalen Tierzeichnen sehr ähnlich: das Tier stark auf die Grundformen reduzieren und dann Kreise, Ovale und Vierecke zeichnen. Pfeile, sogenannte „Actionlines“ geben die grobe Haltung des Tieres vor und dynamische Posen lassen sich so einfacher zeichnen. Allerdings legt man bei der Comicversion weniger Wert auf die realistische Darstellung und arbeitet auch hier mit weniger Linien. Der Trick am Comictier ist es, dass es bewusst in menschlicher Kleidung und Posen dargestellt werden kann und auch ruhig mal mit eigenem Haustier (Mickey Mouse und Hund Pluto).
So zeichnen Sie Frauen und Kinder
Um Comicfiguren weiblich darstellen zu lassen, helfen schon ein paar mehr Wimpern oder Schmuck und die nötigen Accessoires. Baby Comic-Figuren werden nach dem Kindchenschema gezeichnet: Große Kulleraugen, ein großer Kopf, Pausbacken und Stupsnase helfen einen hilfslosen, kindlichen Eindruck zu erwecken.


