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auslandsjournal  |  20.06.2012 

Koala-Hege in Australien

Als Ranger im außendienst

Hier erfahren Sie, wo Koalas leben, was sie essen und was die schlimmsten Bedrohungen für die australischen Fellknäuel sind. Wenn sie einen Beitrag im Kampf gegen das Koala-Sterben leisten wollen, finden Sie hier die nötigen Informationen. Außerdem sehen sie, wie ZDF-Reporter Andreas Stamm im außendienst selbst tätig wird. 

außendienst: Koala, Känguruh und Co

ZDF-Reporter Andreas Stamm ist im außendienst bei Australiens Artenschützern – und entwickelt beim Füttern und Hegen Vatergefühle für das ein oder andere verletzte Tier.

(20.06.2012)

Bedrohte Koalas und wie man helfen kann

Lebensraum der Koalas

Koala auf Baum. / Quelle: ap

Koalas sind nur in Australien heimisch. Ihre Lebensräume befinden sich am Festland und auf einigen Inseln der Ost- und Südostküste. Sie leben in großen trockenen Eukalyptuswäldern oder den etwas mehr im Landesinneren gelegenen tiefliegenden Waldländern - jedoch nicht in den dichten feuchteren Regenwäldern. Heutzutage wird angenommen, dass die Vorfahren der heutigen Koalas vor einigen Millionen Jahren dort beheimatet waren, da zu dieser Zeit fast der ganz Australien mit feuchten Urwäldern bedeckt war. In Westaustralien und im Norden des Kontinents sind heute gar keine Koalas mehr anzutreffen. Forschungen haben ergeben, dass, obwohl es sehr viele verschiedene Eukalyptusarten gibt, Koalas nur dort leben, wo die wenigen von ihnen bevorzugten Arten vorkommen. Ein Viertel ihres Lebens verbringen die weichwolligen Baumbewohner mit der Nahrungssuche und Nahrungsaufnahme, nahezu den gesamten Rest verschlafen sie. In Bewegung sind sie weniger als eine Stunde täglich.

Im Baum zu Hause

Kletternder Koala. / Quelle: reuters

Koalas verbringen den größten Teil ihres Lebens auf Eukalyptusbäumen. Die Baumbewohner sind kräftige Kletterer mit schlanken, muskulösen Körpern. Bei Gefahr versuchen Koalas instinktiv, zwischen den Zweigen eines Baumes Schutz zu suchen. Wollen Koalas einen Baum ersteigen, springen sie vom Boden hoch und schlagen ihre Krallen in die Rinde. Dann klettern sie in fließenden Bewegungen nach oben. Koalas kommen regelmäßig auf den Boden herunter, um den Baum zu wechseln. Manche Koalas verweilen länger als andere am Boden. Dieses Verhalten hängt von der Größe ihrer Reviere und von den Entfernungen zwischen den Bäumen ab. In der Nähe menschlicher Siedlungen müssen oft größere Strecken am Boden zurückgelegt werden als in ungestörter Umgebung. Koalas können stundenlang bequem auf einem Ast rasten. Sie klemmen sich zwischen Astgabeln, um von diesem sicheren Schlafplatz nicht herunterzufallen. Bei kaltem, nassem und windigen Wetter neigen sie dazu, sich wie eine Kugel zusammenzurollen, um ihre Oberfläche zu verringern und möglichst wenig Wärme abzugeben.

Wandelnder Eukalyptusbonbon

Koala futtert Eukalyptus. / Quelle: dpa

Die Koalas bevorzugen junge Eukalyptus-Blätter. Diese sind aber nicht immer verfügbar, sodass sich die Tiere den Möglichkeiten der Umwelt anpassen müssen. Mit Hilfe der ausgeprägten Schneidezähne werden die Blätter abgeschnitten und mit den Backenzähnen zu Brei zermahlen. Danach beginnt der Verdauungsprozess. Im Magen werden dann dem Futterbrei die meisten giftigen Stoffe entzogen. Die Hauptarbeit leistet die Leber, denn sie wandelt die giftigen Substanzen in Stoffe um, die vom Körper benötigt werden oder ausgeschieden werden können. Im Blinddarm des Koalas erfolgt eine Art Gärung. Durch diese Gärung kann die Energie aus den Blättern optimal genutzt werden. Angenehmer Nebeneffekt: Der Koala duftet stets frisch nach Eukalyptus.

Bedrohung

Koalababy / Quelle: dpa

Seit der Besiedlung Australiens durch die Europäer im Jahr 1788 sind rund 80 Prozent der dortigen Eukalyptuswälder zerstört worden. Die verbliebenen 20 Prozent sind nur selten geschützt und liegen zum Großteil auf privaten Grundstücken. Die Siedler haben nach ihrer Ankunft auf dem Kontinent vor allem das fruchtbare Land entlang der Ostküste für ihre Farmen und Städte ausgewählt. Unglücklicherweise leben dort auch die meisten Koalas, da auf den nährstoffreichen Böden auch die Eukalyptusbäume besonders gut gedeihen. Unfälle mit Autos und Hundeattacken sind an der Tagesordnung. Und die Zunahme von Hitze- und Dürreperioden, Folge des Klimawandels, setzt dem Koala zu. Studien zeigen: Bei Temperaturen über 37 Grad können Koalas kaum überleben, sie verdursten. Schätzungen zufolge sind weniger als 100.000 Tiere übrig geblieben. In 50 Jahren könnte der Koala ausgestorben sein.

Hilfe für Koalas

Mann hält drei Koalas auf dem Arm. / Quelle: ap

Das Koala-Krankenhaus in Port Macquarie wird von der Koala Preservation Society of New South Wales betrieben. Diese Schutzorganisation ist eine Gruppe von freiwilligen Helfern, die sich für das Wohlergehen und den Schutz der wildlebenden Koalas engagieren. Seit 1976 besteht das Koala-Krankenhaus bereits. Dort werden im Jahr 200 bis 300 Koalas gepflegt und medizinisch versorgt, bis sie wieder in ihren ursprünglichen Lebensraum ausgesetzt werden können. Die kranken Koalas werden aus unterschiedlichen Regionen dorthin gebracht. Es gibt die Möglichkeit, Koalas aus dem Krankenhaus in Port Macquaire symbolisch zu adoptieren und damit einen finanziellen Beitrag zu ihrer Arbeit zu leisten. Die deutsche „Koalahilfe“ vermittelt diese Patenschaften.

Direkter Draht zur Koalahilfe

20.06.2012

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