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auslandsjournal  Sendung vom 09.05.2012 [Archiv]

Mit dem Horizont geht es weiter

Die besten Mittel gegen Seekrankheit

Ob Kapitän oder Landratte, die Seekrankheit kann jeden erwischen. Damit Sie die nächste Kutterfahrt gut überstehen, zeigen wir Ihnen, wie Sie dem Übel vorbeugen und es behandeln. Im Video sehen Sie, wie es unserem Reporter auf dem offenen Meer erging. 

Krabbenfischer auf Hoher See

ZDF-Reporter Andreas Stamm ist im "außendienst" an Bord eines niederländischen Krabbenkutters gegangen. Bei der Jagd nach dem roten Gold der Nordsee muss er sich auf hoher See beweisen.

(09.05.2012)

Wissenswertes zum Thema Seekrankheit

Symptome

Junge Frau steht seekrank an der Reling eines Schiffes. / Quelle: plainpicture

Seekrankheit kündigt sich durch ein leichtes Unwohlsein, Frösteln und ein drückendes Gefühl in der Magengegend an. Ein Gähnen ist oft das erste Warnzeichen. Sie fühlen sich müde, reagieren langsamer und werden wortkarg. Ihr Gesicht wird blass, Stresshormone wie Adrenalin werden ausgestoßen und Ihr Blutdruck steigt.

Im nächsten Stadium kommt es zu kalten Schweißausbrüchen, Schläfrigkeit, geistiger Leere, Lethargie, Kopfschmerzen, Schwindel, Brechreiz und Sodbrennen. Ihre Gesichtsfarbe wandelt sich von blass zu grünlich.

In schweren Fällen von Seekrankheit kommt es zu extremem Unwohlsein und Erbrechen bis zur völligen Magenleere. Auch schwere Depressionen können auftreten, die sogar zu Selbstmordgedanken führen können.

Auslöser

Blick aus Bullauge auf stürmische See / Quelle: laif

Als Ursache der Seekrankheit gelten widersprüchliche Informationen der Sinnesorgane, die das Gehirn nicht verarbeiten kann. Die über den Gleichgewichtssinn im Innenohr wahrgenommenen Bewegungen wie das Schaukeln eines Schiffs stehen im Konflikt mit den Eindrücken des Auges, das die Umgebung als ruhig wahrnimmt. Deshalb tritt Seekrankheit besonders häufig in geschlossenen Kabinen auf, in denen der Passagier die Schwankungen ohne optische Bestätigung erlebt, weil er sich mit seiner Umgebung bewegt.

Vorbeugung

Um der Seekrankheit vorzubeugen, kann man schon vor der Fahrt entsprechende Tabletten nehmen. Aber schon durch einige einfache Regeln lässt sich Seekrankheit oft auch ohne Medikamente verhindern.

Trinken Sie während der Fahrt kein Alkohol und halten Sie sich auch am Vorabend schon zurück.

Wenn Sie aufs Rauchen nicht verzichten können, tun Sie dies nur an Deck und auf der dem Wind abgewandten Seite. Denn auch schon die Rauchschwaden können Seekrankheit begünstigen.

Gehen Sie ausgeschlafen an Bord und machen Sie gegebenenfalls einen Mittagsschlaf.

Versuchen Sie, sich möglichst viel im Schatten aufzuhalten. Nehmen Sie einen Hut mit.

Achten Sie vorher darauf, dass sie passende Kleidung haben, die Sie warm und trocken hält, Sie aber nicht einengt.

Vermeiden Sie üppige und schwere Mahlzeiten. Nehmen Sie lieber zwischendurch immer wieder kleine Häppchen zu sich und trinken Sie viel Wasser.

Versuchen Sie sich an Bord zu beschäftigen. Ablenkung und ein Erfolgserlebnis wirken Wunder.

Stress und Angst begünstigen Seekrankheit. Ein aufklärender, liebevoller und aufmerksamer Umgang an Bord reicht oft schon aus um Seekrankheit vorzubeugen.

Fixieren Sie immer wieder Fixpunkte wie den Horizont oder Sterne. Dadurch können ihre Augen dem Hirn bestätigen, dass sich das Boot tatsächlich bewegt.

Behandlung

Neben einem Modellschiff liegt eine Packung Reisetabletten / Quelle: imago

Wenn alles nichts hilft und sie trotz aller Vorbeugung seekrank werden, begeben Sie sich zur Mitte des Schiffs, wo es am ruhigsten liegt, legen Sie sich bestenfalls hin und fixieren Sie den Horizont.

Darüber hinaus kann ein chinesischer Kniff Abhilfe leisten, die Akupressur des Nei-Kuan-Punktes. Um diesen Punkt zu finden, halten Sie Ihre mittleren drei Finger der einen Hand auf die Innenseite des anderen Handgelenks, mit dem Ringfinger an der Handgelenkfalte. Der Nei-Kuan-Punkt liegt knapp unter dem Rand des Zeigefingers, zwischen den zwei mittleren Sehnen, die zum Vorschein kommen, wenn sie ihre Hand beugen. Massieren Sie diesen Punkt einige Minuten und gehen Sie dann an der anderen Hand ebenso vor. Nach chinesischer Lehre wird dadurch Ihr Energiesystem harmonisiert, was die Übelkeit vertreibt.

Ein weiteres probates Mittel gegen Seekrankheit ist Ingwer. Nehmen Sie eine frische Ingwerknolle mit an Bord. Wenn Ihnen übel wird, schneiden Sie einfach ein Stück davon ab und kauen es langsam, wie ein Kaubonbon. Ingwer beruhigt den Magen.

Wenn auch diese Maßnahmen nicht helfen, gibt es Kaugummis und Pflaster, die schnell helfen, aber eben auch gewisse Nebenwirkungen haben können.

Seekrank ohne See

Eine Kamelkarawane zieht durch die Wüste / Quelle: dpa

Vorsicht, Sie können auch ganz ohne See seekrank werden. Zum Beispiel auf dem Rücken eines Kamels. Denn wenn Sie Ihren Blick beim Ritt durch die Wüste zu sehr auf das Kamel fixieren, ist der Effekt ähnlich wie auf einem schaukelnden Schiff.

Auch bei Flugsimulatoren oder Computerspielen können Sie „seekrank“ werden. Hier funktioniert das Ganze andersherum: Die Augen gaukeln Ihrem Hirn schnelle Bewegungen vor, die Ihr Gleichgewichtssinn nicht bestätigen kann.

09.05.2012

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