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auslandsjournal vom 19. Dezember 2012  

Pistolen aus dem PC

US-Studenten stellen Schusswaffen per 3D-Drucker her

Schon heute lassen sich mit 3D-Druckern Ideen auf dem Papier in Gegenstände verwandeln. Was für die meisten wie eine Zukunftsvision anmutet, hat ganz reale Schattenseiten: In den USA ist es einer Gruppe von Studenten bereits gelungen eine Waffe auszudrucken. 

Pistolen soll man bald selbst drucken können, wenn es nach einer Gruppe amerikanischer Studenten geht. / Quelle: ap

Waffen aus dem Drucker?

Wenn es nach einer Gruppe amerikanischer Studenten geht, soll sich bald jeder seine persönliche Plastikpistole am heimischen 3D-Rechner ausdrucken können.

(Quelle: ap)

von Natalie Knapp

Mit einem 3D-Drucker, der nach einem Modell Schichten aus Plastik zusammenschmilzt, stellte die texanische Gruppe "Defense Distributed" eine Handfeuerwaffe her. Der erste Testlauf, der im Internet zu sehen ist, war erfolgreich – sechs Schuss konnten mit der gedruckten Waffe abgefeuert werden, bevor sie zu Bruch ging.
Geht es nach "Defense Distributed", soll dies erst der Anfang sein. Ziel der Gruppe ist es, funktionstüchtigen Waffen, so genannte Wiki-Weapons, zu designen und eine 3D-Druckvorlage zu bauen. Diese soll dann im Internet veröffentlicht und so der Welt zugänglich gemacht werden, schreibt die Gruppe auf ihrer Homepage. Herstellen konnte die Gruppe Griff und Abzug, die restlichen Bauteile wurden legal gekauft.

Kontrolle ist kaum möglich

Nach den Visionen der Gruppe soll sich schon bald jeder eine funktionstüchtige Waffe ausdrucken können. Ohne Seriennummer, die bei einer Schusswaffe auf dem Griffteil angebracht ist, lässt sich im Falle einer Straftat der Täter schwerer ermitteln. 2013 läuft in den USA ein Verbot für Waffen aus Plastik aus. Der "Undetectable Firearms Act" richtet sich gegen Waffen, die sich nicht von einem Metalldetektor aufspüren lassen. Doch genau an der Herstellung solcher Waffen forscht "Defense Distributed". Die Frage nach den Auswirkungen und dem Umgang der Regierung mit solchen Möglichkeiten der Waffenherstellung beantwortet die Gruppe auf ihrer Homepage: "Let’s find out."

Komplexe Gegenstände aus dem 3D-Drucker / Quelle: dpa
3D-Drucker setzen komplexe Vorlagen um - und jetzt auch die von Waffen. (Quelle: dpa)
Cody Wilson ist der Kopf der Gruppe. Er studiert Jura in Austin. Ein von ihm angekündigter zweiter Testlauf soll mehr Schüsse ermöglichen als der erste Versuch. Angefangen hatte die Testreihe mit einem 3D-Drucker des Marktführers Stratasys, der per Spendensammlung über das Internet geleast wurde. Stratsys forderte den Drucker jedoch zurück; nun wird dieser von zwei unbekannten Firmen gestellt.


Die öffentliche Beteiligung an dem Waffen-Bau ist "Defense Distributed" wichtig. Ein auf ihrer Homepage ausgeschriebener Wettbewerb fordert Menschen aus aller Welt auf, Entwürfe für Handfeuerwaffen einzureichen. Die Gruppe, die zunächst nur als lose Gemeinschaft bestand, ist längst professionell organisiert. Drei unterschiedliche Firmen wickeln mittlerweile die Finanzen ab und betreiben Forschung. Um die Legalität ihrer Entwicklungen zu klären, hat die Gruppe einen Waffenschein beantragt.

18.12.2012

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