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auslandsjournal vom 10. Februar 2016  Rund ist Trumpf

"außendienst" auf der Suche nach Ugandas Schönheitsideal

Schönheit liegt im Auge des Betrachters: Während in westlichen Gesellschaften sehr schlanke Frauen als attraktiv gelten, bevorzugt man in Uganda üppige Kurven. Julia Held im außendienst auf der Spur von Ugandas Beauty-Idealen. 

Je dicker, desto besser

"außendienst": Schönheit in Uganda

Je dicker, desto besser

(10.02.2016)

Im Fernsehen, in Zeitschriften und im Internet – Frauen werden in Europa und den USA mit dem immer gleichen Schönheitsideal konfrontiert: Möglichst gertenschlank soll man sein, sportlich und ohne ein Gramm Fett. Dieses westliche Idealbild einer Frau ist mittlerweile tief im kollektiven Bewusstsein verankert. Doch in anderen Kulturkreisen ist die Definition von Schönheit eine ganz andere – etwa in Uganda.

 
„Frauen müssen dick sein. Am besten über 100 Kilo“
In dem westafrikanischen Land gilt gerade das als begehrenswert, was westliche Frauen schreckt und scharenweise in die Fitnessstudios treibt: Ugandische Frauen sollen dick sein, je schwerer, desto besser. Hat ein Mann eine schlanke Frau, dann wird er belächelt, schließlich kann er ihr offensichtlich nicht genug zu essen geben. Schlanke Frauen gelten als arm und unattraktiv.

Auf dem Land geht der Kult um die Pfunde so weit, dass Frauen vor der Hochzeit quasi gemästet werden: Sie dürfen sich kaum bewegen, bekommen Sahne und andere kalorienreiche und fette Kost zu essen, um möglichst viel Gewicht zuzulegen.

 
Schönheit hat auch in Uganda ihren Preis
Das hohe Gewicht verursacht aber Probleme: In Uganda leiden überdurchschnittlich viele Frauen unter Bluthochdruck, Diabetes, Arthrose, Herz- und Organerkrankungen – Krankheiten, die auf zu fettes und ungesundes Essen zurückzuführen sind. So fordert das ugandische Schönheitsideal seinen Preis.

 

Ungewöhnliche Schönheitsideale weltweit

Schwanenhälse

Mädchen vom Padaung-Volk

Viele Frauen der Padaung – das Volk lebt in Myanmar und Thailand – pflegen eine ungewöhnliche Tradition: Sie tragen von Kindheit an einen schweren Halsschmuck, der die Schultern deformiert und den Hals dehnt. Einem Mythos nach stammen die Padaung-Frauen von einem weiblichen Drachen mit gepanzertem Nacken ab. Der Halsschmuck kann bis zu zehn Kilogramm wiegen. Früher waren die Ringe auch ein Zeichen von Reichtum: Je mehr Ringe eine Frau um den Hals trug, desto reicher und geachteter war sie. Heute tragen nur noch einige wenige Padaung den ungewöhnlichen Schmuck.

Henna

Mädchen mit Henna verzierten Armen

Vor allem in Pakistan und Indien handelt es sich um einen weit verbreiteten Brauch, die Henna Nacht zu feiern. Traditionell findet sie am Vorabend der Hochzeit einer Frau statt. Hierbei wird die Braut von ihren Freundinnen und weiblichen Familienmitgliedern an Armen, Händen und Füßen mit Henna bemalt. Die rotbraune Hennafarbe steht für Fruchtbarkeit, große Liebe, viele Kinder und Wohlstand.

Traditionelle Tätowierungen

Frau der Maori mit Gesichtstätowierung

Ein ta moko, so heißt die traditionelle Körperkunst der Maori Neuseelands, ist ein ornamentreiches Tattoo. Es erzählt etwas über die Lebensgeschichte seines Trägers – wie zum Beispiel Rang, Position und Familie des jeweiligen Stamms. Das Verzieren der Körper und Gesichter hat bei polynesischen Völkern eine lange Tradition.

09.02.2016

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