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Wahl 2013  Die These: Die Alten leben auf Kosten der Jungen

Die Kontrahenten: Geißler und Beck gegen Nocun und Gründinger

Vier Kontrahenten diskutieren die These: Die Alten leben auf Kosten der Jungen. Mit ihren Argumenten werden sie versuchen, das Publikum auf ihre Seite zu bringen. Wir stellen Ihnen die eloquenten Debattanten vor: Auf der Contra-Seite stehen Heiner Geißler und Kurt Beck, auf der Pro-Seite Katharina Nocun und Wolfgang Gründinger. 

Nocun: "Liebe Menschen, bitte versaut es nicht"

Katharina Nocun
Katharina Nocun bei Twitter: @kattascha
Katharina Nocun engagiert sich als Piratin besonders für Daten- und Verbraucherschutz. Ihre Schaltzentrale ist ein Bauernhof nahe des Teutoburger Walds. Dort, auf ihrer Couch, hätte sie auch gern Edward Snowden beherbergt. Aber Snowden kam dank Bundesregierung nicht einmal bis nach Berlin, dafür schämt sich Nocun.

Ein bisschen schämt sie sich auch für die Generation ihrer Eltern und Großeltern. Deren politische Entscheidungen, sagt sie, haben die Jungen resignieren lassen. Echte Resultate erwarte sowieso niemand mehr. Und ihre Rente? Schlicht schwarzer Humor, meint die 26-Jährige. Schon beim Gedanken daran bleibt ihr das Lachen im Halse stecken. Aufgegeben hat Nocun aber noch nicht. Sie setzt auf den Dialog der Generationen und gemeinsame Lösungen. Sie will sich jetzt „verdammt nochmal den Arsch aufreißen“. Für ihre Generation, die gemeinsame Zukunft und eine bessere Welt. In der Debatte wird sie ihren Kampfgeist beweisen können.

Gründinger: "Steine schmeißen ist einfach nicht unser Stil"

Wolfgang Gründinger
Wolfgang Gründinger bei Twitter: @wolfibey
Gründinger ist ein Mann der Tat. Als er mit fünf Jahren den Mauerfall im Fernsehen sieht, schlägt er kurzerhand selbst mit dem Hammer auf die Mauer des Nachbarn ein. Dieser Hang zum Aktivismus ist geblieben: Mit 16 Eintritt in die SPD, mit 17 Rausschmiss beim UN-Klimagipfel. Gründinger jobbte in der Dönerbude, infiltrierte die Piratenpartei und besetzte den Reichstag. Und alles, um die Welt zu retten.

Er ist auf einem guten Weg. 2000 rief er die Organisation YOIS für „internationale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit“ ins Leben, sechs Jahre später erhielt er den Generationengerechtigkeitspreis. Seitdem erhält er eigentlich jedes Jahr renommierte Auszeichnungen. Er steht der „Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen“ vor, ist Mitglied des Think Tank 30 und im Beirat der Deutschen Umweltstiftung. Mittlerweile wird er sogar vom ehemaligen Außenminister Frank-Walter Steinmeier eingeladen, spricht vor Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Ob er auch anderen Politikgrößen die Stirn bieten kann, wird sich in der Debatte zeigen.

Geißler: „Der Tod ist total demokratisch“

Heiner Geißler
Website von Heiner Geißler: heiner-geissler.de (Quelle: dpa)

Er gilt als alter Fuchs und großes Schlitzohr. Als einer, der unbequeme Fragen stellt und oft unberechenbar ist. Allein die Karriere: Jesuit, CDU-Generalsekretär, ATTAC-Mitglied, Mediator. Heiner Geißler ist ewiger Grenzgänger und mit 83 Jahren im politischen Un-ruhestand. Er hält Vorträge, schreibt Bücher, besucht Talk-Shows. Letzteres können die Alten gut, sagt er. Im Vergleich zu den jungen Kollegen hätten sie schließlich die bessere Übersicht, was Politik angehe.

Und was den Generationenkonflikt angeht: Da müsse jeder für jeden da sein, wie in der Schweiz oder auch in Holland. Geißler wünscht sich, dass Junge und Alte gemeinsam kämpfen. Sonst, so warnt er, seien Armut, Alter und Arbeitslosigkeit womöglich bald neue Kategorien von Menschenrechtsverletzungen.

Beck: "Mit 65 noch dem Müllauto hinterherzulaufen – viel Freude"

Kurt Beck
Website von Kurt Beck: kurt-beck.de (Quelle: dpa)
Die Presse nennt den ehemaligen rheinland-pfälzischen Landesvater  mitunter einen „Marktplatz-Matador“ oder auch schon mal den „Pöbler aus der Pfalz“. Kurt Beck ist vor allem Eines: ganz und gar nicht konfliktscheu. Wenn er sich für eine Sache einsetzt, dann mit  ganzer Leidenschaft. Wie beispielsweise für die Dachdecker. Denen möchte er die Rente nicht erst mit 67 ermöglichen. Flexibel müsse das Renteneintrittsalter sein.  Alles andere sei Quatsch mit Soße. Von vielen erntete er dafür Spott, von der Dachdeckerinnung einen Orden. Beck ist jetzt Ehrendachdecker.

Er will eine Politik, die den Menschen hilft. „Nah bei de' Leut" will er sein. Das führt im direkten Bürgerkontakt ab und an auch mal zu hitzigen Auseinandersetzungen, aber seinem Credo bleibt Beck trotz allem treu. Bei der Debatte haben die Leut‘ nun die Chance, nah an ihm zu sein.

30.07.2013

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