zurück Startseite

Die Deutschen (2. Staffel)  | 14.12.2010  Gustav Stresemann und die Republik

Weimars Staatsmann und die erste deutsche Demokratie

Gustav Stresemann (1878 - 1929) wurde Reichskanzler, als die junge Weimarer Republik einmal mehr ins Chaos stürzte: im Krisenjahr 1923. Deutschland litt noch immer an den Folgen des verlorenen Krieges und des Versailler Vertrags. Frankreich und Belgien besetzten das Ruhrgebiet, um milliardenschwere Reparationen zu erzwingen und die Kontrolle über die wichtige Industrieregion zu gewinnen. Die Inflation erreichte ihren Höhepunkt.  

Gustav Stresemann steht am Rednerpult und hält eine Rede.

Die Sendung

Die zehnte und damit letzte Folge von "Die Deutschen II" zeigt mit "Gustav Stresemann und die Republik", dass die erste deutsche Demokratie nicht zwangsläufig scheitern musste.

(29.05.2012)
Professor Heinrich August Winkler

Historiker über Gustav Stresemann

(29.05.2012)

Kommunistische Aufstände drohten von links, die radikale Rechte forderte eine nationale Diktatur. Kanzler werden in solcher Zeit, das sei "eigentlich politischer Selbstmord", schrieb Stresemann an seine Frau.

Eckdaten

10. Mai 1878 Geburt von Gustav Stresemann in Berlin
1898 bis 1901 Studium der Nationalökonomie, Abschluss mit Promotion zur "Entwicklung des Berliner Flaschenbiergeschäfts"
1907 Für die Nationalliberale Partei zieht Stresemann als jüngster Abgeordneter in den Reichstag
15. Dezember 1918 Offizielle Gründung der von Stresemann mitinitiierten Deutschen Volkspartei (DVP)
13. August 1923 Stresemann wird Reichskanzler und Reichsminister des Auswärtigen
26. September Stresemann erklärt Ende des passiven Widerstandes im "Ruhrkampf"
9. November Gescheiterter Hitlerputsch in München
30. November Wilhelm Marx wird Reichskanzler, Stresemann bleibt Außenminister
10. Dezember 1926 Stresemann erhält gemeinsam mit seinem französischen Kollegen Aristide Briand Friedensnobelpreis für deutsch-französische Annäherungspolitik
3. Oktober 1929 Gustav Stresemann erliegt den Folgen eines Schlaganfalls

Hundert Tage Kanzlerschaft

Schwarz-weiß-Aufnahme Gustav Stresemanns
Schwarz-weiß-Aufnahme Gustav Stresemanns (Quelle: ZDF)
"Vernunftrepublikaner" - nannte man Köpfe wie ihn. 1918 hatte er den Sturz der Monarchie entschieden abgelehnt. Jetzt aber stellte er sich in den Dienst der Republik - nur sie konnte in seinen Augen die politischen und sozialen Zerwürfnisse im Deutschen Reich friedlich ausgleichen.
In etwas mehr als 100 Tagen fällte Stresemann als Kanzler einer Großen Koalition wichtige Entscheidungen zur Rettung der Demokratie. Die Ruhrkrise wurde entschärft, die Inflation beendet, den Aufständen von links und rechts der Boden entzogen. Hitlers Putschversuch vom 9. November 1923 endete im Kugelhagel der Polizei.

Verständigung mit Frankreich

Als Außenminister für weitere sechs Jahre setzte Stresemann auf Verständigung mit Frankreich und ermöglichte Deutschland die Rückkehr in die Völkergemeinschaft. Er wusste, dass die Deutschen nur mit und nicht gegen Europa bestehen konnten.

Doch sein Tod und der Schwarze Freitag, der 1929 die Weltwirtschaftskrise einläutete, markierten den Anfang vom Ende der Republik. Dass er so früh starb, sei "mehr als ein Verlust", es sei ein "Unglück", lautete ein Zitat jener Tage. Und so stellt sich noch heute die Frage, ob Stresemann den Untergang der Demokratie, die Machtübernahme Hitlers, hätte verhindern können, wenn er länger gelebt hätte.

Sendungsinformationen

Film von Stefan Brauburger und Friedrich Scherer

Wissenschaftl. Beratung: Prof. Dr. Jonathan Wright
Hauptdarsteller: Gustav Stresemann (Ulrich Gebauer)
Adolf Hitler (Jaroslav Plesl)

14.12.2010

Weitere Links zum Thema

  • Die Deutschen: Gustav Stresemann

    Chronik zu "Gustav Stresemann und die

    Chronik Gustav Stresemann ARTIKEL

  • Die Deutschen: Gustav Stresemann

    Goldene Zwanziger?

    Im Zeichen der Verständigungspolitik standen auch die so genannten Goldenen Zwanzigerjahre. ... ARTIKEL

  • Die Deutschen: Gustav Stresemann

    Mit letzter Kraft

    Gustav Stresemann war in einer Zeit Reichskanzler, als von links kommunistische Aufstände drohten ... ARTIKEL

Lehrermaterialien

Versenden

Artikel versenden

Versenden Sie den Beitrag an Freunde.

Datenschutz
Das ZDF versichert, Ihre Daten entsprechend den datenschutzrechtlichen Bestimmungen vertraulich zu behandeln.
schließen Beitrag versenden

Versenden

Hinweis

Der Beitrag wurde erfolgreich versendet.

schließen

Merkliste

Papierkorb Bild
Merkliste versenden Merkliste schließen

Merkliste

Merkliste versenden

Versenden Sie Ihr Merkliste an Freunde.

Datenschutz
Das ZDF versichert, Ihre Daten entsprechend den datenschutzrechtlichen Bestimmungen vertraulich zu behandeln.
Zurück zur Merkliste Absenden Button

Merkliste

Hinweis

Die Merkliste wurde erfolgreich versendet.

Zurück zur Merkliste Merkliste schließen