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Die Alpen - 1. Teil  | 02.01.2013  Auf dem Dach Europas

Vom Mittelmeer zum Montblanc

Die zweiteilige Dokumentation startet in den slowenischen Alpen, am höchsten Berg des Landes, am 2.800 Meter hohen „Triglav“, dem „Dreikopf“ und am „Bleder See“. Stephan Merseburger stellt die Schönheit dieser noch überwiegend unbekannten Alpenregion vor. Die Reise von ZDF-Reporterin Barbara Lueg beginnt in „Col de Roselend“ im französischen Savoyen. Hier bereiten die Almbauern den Almabtrieb vor und werden in Annecy der „Alpenstadt 2012“ bei einer prächtigen Parade gefeiert. 

Karte: Highlights der Dokumentation

(Quelle: ZDF)
Die Alpen 23

Bildergalerie Alpen

Für ihre zweiteilige Dokumentation haben die ZDF-Reporter Barbara Lueg und Stephan Merseburger dem Bann der Alpen nachgespürt.

(02.01.2013)
Der Woerthersee

Der Wörthersee

Der Wörthersee ist der größte See Kärntens und aufgrund seiner Lage einer der wärmsten Seen der Alpen.

(02.01.2013 Quelle: ZDF/Michael Sommer)

Eine weitere Station der Reise ist der Wörthersee, auch die Riviera Österreichs genannt. Gunter Sachs machte den See in den 60er und 70er Jahren zum Tummelplatz der Schickeria. Bis heute zieht es viele Schöne und Reiche hierher. Da werden Seegrundstücke auch schon mal mit dubiosen Methoden besorgt. Tignes oder besser „Super-Tignes“, das steht heute für eine kalte, künstliche Retortenstadt. Hier zeigt Barbara Lueg das Geld für die alpine Bergwelt nicht immer segensreich ist.

Einblicke ins ewige Eis

Der Hintertuxer Gletscher gewährt, und das ist einmalig in den Alpen, Einblicke ins „ewige Eis“. In 3.200 Meter Höhe erleben Stephan Merseburger und sein Team einen schillernden Kosmos aus Eiskristallen und Eistunneln.
Auf seiner Reise weiter Richtung Westen erreicht Stephan Merseburger die Winterwunderlandschaft von Kitzbühel, einem Jetset-Paradies und heute Tummelplatz reicher Russen. Kitzbühel wirbt damit schneesicher zu sein. Von Ende November bis Ostern sollen die Kassen klingeln, doch mit Naturschnee allein ist das längst nicht mehr zu schaffen.

Wissenswertes zu den Alpen

Entstehung

Der grosse Kinigat in den Karnischen Alpen

Die Entstehung der Alpen begann vor etwa 100 Millionen Jahren. Zum Hochgebirge wurden sie vor etwa 30 bis 35 Millionen Jahren in der sogenannten alpidischen Phase. Damit sind die Alpen ein relativ junges Gebirge. Die meisten deutschen Mittelgebirge sind über 300 Millionen Jahre alt.

Und weil die afrikanische Platte gegen die eurasische drückt, sind die Alpen noch immer in Bewegung. Die Ostalpen senken sich zwar pro Jahr um 0,3 Millimeter – die Westalpen wachsen aber jährlich um mehr als einen Millimeter.

Menschen

Teilnehmer der 26. Gamsbartolympiade 2012 in Mittenwald (Bayern)

Mit einer Fläche von ungefähr 200.000 Quadratmeter sind die Alpen das größte Gebirge des europäischen Kontinents. Sie erstrecken sich über acht Länder: Frankreich, Monaco, Italien, die Schweiz, Liechtenstein, Deutschland, Österreich und Slowenien. Die größte Stadt inmitten der Alpen ist Grenoble in Frankreich. Die höchst gelegene Stadt in den Alpen, und damit auch Europas, ist übrigens Davos in der Schweiz (1.560 Meter).


Die ersten Menschen siedelten sich in den Alpen vor ungefähr einer Million Jahren an. Heute leben hier knapp 15 Millionen. Pro Jahr kommen noch mal über 100 Millionen Touristen hinzu. In vielen Alpen-Gemeinden macht der Tourismus mehr als 80 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung aus.

Pflanzen und Tiere

Bluehende Herbstzeitlose unter den Kalkwaenden der Schijenfluh in St. Antoenien-Partnun im Praettigau, Schweiz

Ungefähr 13.000 Pflanzenarten wachsen laut Naturschutzorganisation WWF im Alpengebiet. Die Alpenflora ist je nach Höhenlage sehr unterschiedlich. Während unterhalb der Waldgrenze Eichen, Fichten oder Kastanien beheimatet sind, wachsen auf höheren Stufen nur noch Alpenglöckchen, Kraut-Weide oder Flechten. Den Höhenrekord hält der Steinbrech mit über 4400 Meter.

Auch die Tierwelt der Alpen ist vielseitig – Wissenschaftler gehen von mehr als 30.000 Arten aus. Charakteristisch sind neben vereinzelten Braunbären Steinböcke, Gämse oder Alpendohlen. Aber auch die seit etwa 150 Jahren vertriebenen Wölfe siedeln sich seit kurzem ganz langsam wieder an.

Umwelt- und Naturschutz

Isolationsdecke am Tortin-Gletscher nahe Verbier im Kanton Wallis (Schweiz)

Klimawandel und Massentourismus bereiten den Alpen als empfindliches Ökosystem Probleme. Schon seit den 70er Jahren weisen Umweltschützer auf Bodenerosionen durch Skipisten, Luftverschmutzung durch den Verkehr und Artensterben hin.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass bereits die Hälfte der Alpengletscher durch die Klimaerwärmung abgeschmolzen ist. In manchen Skigebieten decken die Betreiber ihre Gletscher im Sommer deshalb mit Schutzfolien ab. Außerdem fördern einige Alpen-Gemeinden sanften Öko-Tourismus. 1995 trat außerdem die Alpenkonvention in Kraft. Die Regierungen der Alpenstaaten verpflichten sich darin, das Gebirge zu erhalten und zu schützen.

Höchste Gipfel

Blick von Franzoesischer Seite auf das Montblanc-Gebirge in den Westalpen

Die Zugspitze ist mit 2.962 Meter der höchste deutsche Alpen-Berg. Die Schweizer (Dufourspitze, 4.634 Meter) und Österreicher (Großglockner, 3.798 Meter) haben aber deutlich höhere Gipfel. Die höchste Erhebung der Alpen ist mit 4.810 Meter der Mont Blanc. Der Grenzverlauf um seinen Gipfel ist umstritten, sowohl Frankreich als auch Italien beanspruchen ihn für ihr Staatsgebiet.

Doch für Wintersportler sind die hohen Gipfel nicht ungefährlich. Hunderte von Lawinen gehen jedes Jahr in den Alpen ab. Traurige Statistik: Allein 2011 kamen laut Deutschem Alpenverein (DAV) 147 Menschen bei Lawinenunglücken in den Alpen ums Leben.

Alpinisten

Postkarte aus dem Buch "Frauen im Aufstieg, auf Spurensuche in der Alpingeschichte"

Als wohl kühnster Abenteurer ging Hannibal in die Geschichte der Alpinisten ein. Mit über 50.000 Soldaten und 37 Elefanten überquert er die Alpen 218 v. Chr. Die ersten touristischen Eroberungen begannen im 14. Jahrhundert, als einige Gipfel zuerst bestiegen wurden. Besonders im späten 18. Jahrhundert lockten Abenteuerlust und Erholung die europäische Aristokratie und Oberschicht in die Alpen.
Im 19. Jahrhundert gründeten sich dann bürgerliche Alpenvereine, um das Gebirge zu erforschen und Tourismus durch Bergwege und Vereinshütten zu fördern. Der Deutsche Alpenverein (DAV) wurde 1869 gegründet. Heutzutage beschäftigen sich die Alpenvereine mit allen möglichen Themen rund um die Berge: z.B. alpine Kulturgeschichte, Umwelt- und Naturschutz oder Trendsportarten. Der erste Alpenverein kommt übrigens nicht aus Österreich oder der Schweiz – „The Alpine Club“ wurde 1857 in London gegründet!

von Ole Hilgert

Besuch beim König der Alpen

Bevor Barbara Lueg, den König der Alpen, den Mont Blanc und damit die letzte Station des ersten Teils besucht, bekommt sie im französischen Beaufort noch einen Einblick in eine ganz besondere Kunst, die des „Käsemachens“.
Am Mont Blanc schließlich ist die Hälfte der Strecke, längs durch die Alpen, geschafft. Mit einer sehr persönlichen Geschichte endet dieser Teil, mit dem Traum eines 30-jährigen Franzosen, der die Hälfte seines Lebens im Rollstuhl verbracht hat und es einmal auf den Mont Blanc schaffen will.

02.01.2013

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