zurück Startseite

Dokudrama  | 27.08.2015  Uli Hoeneß - Der Patriarch

Szenen eines ereignisreichen Lebens

Keine noch so wechselvolle Biografie hat die Öffentlichkeit in den vergangenen Jahren mehr bewegt. Es ist ein Leben mit Widersprüchen: zwischen Spielerleidenschaft und Strippenzieherei, Mäzenatentum und haltlosem Zocken, Top-Management und Steuerbetrug. 

Filmszene

Uli Hoeneß - Der Patriach

Das 90-minütige ZDF-Dokudrama blickt auf das Leben von Uli Hoeneß, zeichnet das Bild einer erstaunlichen Karriere vom Aufstieg bis zum tiefen Fall.

(27.08.2015)
Filmszene Thomas Thieme als Uli Hoeneß

Trailer: Uli Hoeneß - Der Patriarch

Filmszene aus dem 90-minütigen ZDF-Dokudrama rund um das Leben von Uli Hoeneß.

(27.08.2015)
Schauspieler Thomas Thieme

Thomas Thieme spielt Uli Hoeneß

"Hoeneß ist durch seine extrovertierte Art gar nicht so schwer zu spielen", sagt Schauspieler Thomas Thieme. "Den Hoeneß vor Gericht kannten wir aber nicht, den haben ich und mein Regisseur erfunden".

(20.08.2015)

Das 90-minütige ZDF-Dokudrama blickt auf das Leben von Uli Hoeneß, zeichnet das Bild einer erstaunlichen Karriere vom Aufstieg bis zum tiefen Fall.

Aufstieg und Fall

Was geschah mit diesem Mann, der sich zeitlebens für seine Spieler einsetzte, von manchen wie ein Vater verehrt wurde, der irgendwann Millionen auf ein Schweizer Konto schaffte und Steuern hinterzog? Der Film richtet den Blick auf den Weg des Uli Hoeneß vom cleveren Metzgersohn aus Ulm zum weltweit geachteten Fußballer und Fußballmanager und letztendlich zum Spekulanten, der als Häftling in Landsberg seine Strafe verbüßen muss.

ZITAT

Er hilft dir, du darfst aber nicht widersprechen. Ich glaube, ganz tief steckt in vielen Deutschen doch noch die Sehnsucht nach einem guten Diktator und Uli Hoeneß, der käme dem schon entgegen. ”

Manfred Breuckmann, Kommentator

Das Dokudrama stützt sich auf die Ergebnisse eines Teams von Rechercheuren und Prozessbeobachtern. Das Drehbuch entstand unter der Federführung von Hoeneß-Biograf Juan Moreno und Gerichtsreporterin Annette Ramelsberger. Neben Thomas Thieme als Uli Hoeneß und Lisa Kreuzer als seine Ehefrau Susanne spielen unter anderen Hanspeter Müller-Drossaart, Uwe Preuss und Peter Kremer.

Die von Regisseur Christian Twente gestalteten Szenen führen Situationen vor Augen, zu denen es ansonsten keine Bilder gibt, etwa wichtige Momente während des Prozesses 2014 im Münchner Justizpalast. Zum Teil unbekannte Originalaufnahmen aus fünf Jahrzehnten ergänzen die szenischen Passagen. Gespräche mit Weggefährten, Freunden, Rivalen und Biografen bringen uns das Schicksal von Uli Hoeneß näher.

Sendungsinformationen

Donnerstag, 27. August 2015, 20.15 Uhr
Uli Hoeneß – Der Patriarch

Online-Redaktion: Susanne End-Inanc

TV-Redaktion: Stefan Brauburger, Stefan Mausbach
Leitung: Peter Arens

27.08.2015

Chronologie: Der Fall Hoeneß

Fall Hoeneß wird bekannt

Von 2001 bis 2006 spekuliert Uli Hoeneß im großen Stil an der Börse mittels eines geheimen Kontos in der Schweiz. Der damalige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus soll ihn mit Millionen unterstützt haben. Im Januar 2013 zeigt sich Hoeneß dann beim Finanzamt selbst an. Die Staatsanwaltschaft München leitet daraufhin ein Ermittlungsverfahren ein. Am 20. März 2013 bekommt Hoeneß in seinem Haus am Tegernsee Besuch von den Ermittlern. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl vor. Gegen die Zahlung einer hohen Kaution wird dieser aber außer Vollzug gesetzt.

Einen Monat später macht der "Focus" den Fall öffentlich und berichtet unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft und Hoeneß selbst. Hoeneß schließt am Tag darauf einen Rücktritt als Präsident des FC Bayern München aus. Die Kritik an ihm nimmt zu. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) rückt von ihm ab, zeigt sich "enttäuscht". Kurz darauf berichtet auch die "Süddeutsche Zeitung" über den Haftbefehl und die Kaution in Höhe von fünf Millionen Euro.

In einem "Zeit"-Interview vom 1. Mai zeigt Hoeneß Reue und gibt Einblick in sein Seelenleben. Verbindungen seines Schweizer Kontos zum Rekordmeister schließt der Bayern-Präsident darin aus. Anfang Mai bleibt Hoeneß nach einem 8:0-Votum der Mitglieder Vorsitzender des Aufsichtsrats der FC Bayern München AG. Selbst im Moment des großen Triumphes des FC Bayern steht Hoeneß unter dem Eindruck der Steueraffäre. Fast schüchtern greift er am 25. Mai im Londoner Wembleystadion nach dem 2:1 im Finale gegen Borussia Dortmund nach dem Champions-League-Pokal.

Anklage und Prozess

Am 30. Juli 2013 erhebt die Staatsanwaltschaft München Anklage gegen Hoeneß wegen Steuerhinterziehung. Anfang November 2013 lässt die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München II die Anklage gegen den Bayern-Präsidenten "unverändert" zu. Kurz darauf, am 13. November wird Uli Hoeneß auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern von den Mitgliedern gefeiert. Er vergießt Tränen und kündigt an, nach seinem Steuerstrafprozess auf einer außerordentlichen Versammlung die Mitglieder über seine Zukunft entscheiden zu lassen.

Mitte Januar 2014 lässt die Staatsanwaltschaft München bayerische Finanzbehörden wegen des Verdachts der Verletzung des Steuer- und des Dienstgeheimnisses durchsuchen. Es geht um die Frage: Wer gab Dokumente aus Hoeneß' Steuerakte an die Presse weiter?

Am 10. März 2014 beginnt der Prozess im "Strafverfahren gegen Ulrich H." in München, begleitet von einem riesengroßen Medieninteresse. Hoeneß gesteht, 18,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben. Im Laufe des Prozesses wird die Summe der hinterzogenen Steuern immer höher. Am 11. März wird bekannt, dass Hoeneß mehr als 27 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben soll. Grundlage sind Berechnungen einer Steuerfahnderin.

Die Hoeneß-Verteidigung hält die schwindelerregende Steuerschuld für "sachgerecht". Die Selbstanzeige habe sämtliche Zahlen bereits enthalten. Am 13. März 2014 wird Uli Hoeneß zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Das Landgericht München spricht den Präsidenten des FC Bayern München wegen Steuerhinterziehung schuldig.

Verurteilung und Haftantritt

14. März 2014: Uli Hoeneß akzeptiert seine Haftstrafe und tritt mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des FC Bayern München zurück. Auch die Staatsanwaltschaft verzichtet auf Revision. Damit erlangt das Urteil Rechtskraft.

Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des FC Bayern am 2. Mai verabschiedet sich Uli Hoeneß in einer sehr emotionalen Rede von den Fans und Mitgliedern. Er deutet eine Rückkehr zum FC Bayern in verantwortlicher Position an.

Genau zwei Monate nach der Verurteilung von Hoeneß wird am 13. Mai bekannt, dass ein Ex-Häftling 215.000 Euro von dem prominenten Steuersünder erpressen wollte. Andernfalls gebe es schwerwiegende Konsequenzen in der Haft. Bei der geplanten Geldübergabe in München wird der 50-Jährige Verdächtige gefasst. Am 2. Juni 2014 tritt Uli Hoeneß seine Haft im Gefängnis in Landsberg am Lech an.
Quelle: dpa

Versenden

Artikel versenden

Versenden Sie den Beitrag an Freunde.

Datenschutz
Das ZDF versichert, Ihre Daten entsprechend den datenschutzrechtlichen Bestimmungen vertraulich zu behandeln.
schließen Beitrag versenden

Versenden

Hinweis

Der Beitrag wurde erfolgreich versendet.

schließen

Merkliste

Papierkorb Bild
Merkliste versenden Merkliste schließen

Merkliste

Merkliste versenden

Versenden Sie Ihr Merkliste an Freunde.

Datenschutz
Das ZDF versichert, Ihre Daten entsprechend den datenschutzrechtlichen Bestimmungen vertraulich zu behandeln.
Zurück zur Merkliste Absenden Button

Merkliste

Hinweis

Die Merkliste wurde erfolgreich versendet.

Zurück zur Merkliste Merkliste schließen