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Thema  | 08.03.2016  Die Denkzettel-Partei

Wofür steht die AfD?

Die Alternative für Deutschland (AfD) befindet sich im Umfragehoch: Am 13. März 2016 wird sie laut Prognosen in die Landtage von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt einziehen. Im östlichsten der drei Bundesländer sehen die Demoskopen die AfD derzeit sogar bei knapp 20 Prozent. Wofür steht die Partei und was macht sie so attraktiv? Hat die AfD mehr im Angebot, als die "Obergrenze Null" in der Flüchtlingsfrage? 

AfD-Kundgebung in Sachsen-Anhalt mit Björn Höcke

Der Beitrag als Video

(08.03.2016)
AfD im Wahlkampf

Frontal21 vom 2. Februar 2016

Die Flüchtlinge bedrohen die Heimat, der Euro ist Deutschlands Untergang, Merkel führt das Land mutwillig in den Abgrund – das sind nur einige Thesen der Alternative für Deutschland.

(02.02.2016)
SPD-Wahlplakat 2009

Frontal21 vom 22. September 2009

Dem deutschen Volke sollen die Parteien mit ihren Wahlprogrammen klarmachen, wofür sie stehen. Stattdessen Phrasen, Gemeinplätze, Unverständliches.

(22.09.2009)

von Werner Doyé und Jan Fritsche

Frontal21 hat das Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt gründlich gelesen. Es geht um Familie, Bildung, Wirtschaft, Verwaltung, selbstverständlich um Zuwanderung und sehr häufig um die nationale Identität: "Was heißt es, Deutscher zu sein“, fragt die AfD da beispielsweise. Eine wirkliche  Antwort haben wir im Programm nicht entdecken können. Genauso wenig auf die Frage, was eigentlich "lebensfremde Gesellschaftsexperimente“ sind, gegen die sich die AfD wehren will. Um diese und weitere Verständnisfragen zu klären, haben sich unsere Autoren aufgemacht, um an Wahlständen, bei Bürgerabenden und Demonstrationen die Kandidaten der AfD Sachsen-Anhalt um Aufklärung zu bitten.

In unserem Beitrag können die Antworten aus Längengründen leider nicht ungekürzt gesendet werden. Da die AfD häufig beklagt, die Medien würden ihre Statements sinnverfälschend zusammenschneiden, verlinken wir hier noch einige längere und ungeschnittene Passagen zu einzelnen Thesen des Programms.

Antworten zum AfD-Wahlprogramm

Preußische Tugenden?

André Poggenburg, AfD

Laut Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt sollen den Schülern "die klassisch preußischen Tugenden“ vermittelt werden. Frontal21 fragt den Landesvorsitzenden André Poggenburg, wie das geschehen soll.

NS-Zeit im Geschichtsunterricht

Daniel Roi

Laut Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt soll in der Schule "einen grundsätzlich positiver Bezug zum eigenen Volk“ vermittelt werden. Frontal21 fragt Daniel Roi, AfD-Wahlliste Platz 2, was unterrichtet werden soll.

Lebensfremde Gesellschaftsexperimente?

Alexander Raue

Im Wahlprogramm erklärt die AfD Sachsen-Anhalt, sie wehre sich gegen "lebensfremde Gesellschaftsexperimente“. Frontal21 fragt Alexander Raue, Platz 3 der AfD-Wahlliste, was damit gemeint ist?

Was heißt es, Deutscher zu sein?

Dirk Hoffmann

Im Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt ist viel von nationaler Identität die Rede. Frontal21 fragt Daniel Hoffmann, Mitglied des AfD-Landesvorstandes, was es denn heiße, Deutscher zu sein?

Mehr deutsches Theater?

Lydia Funke

Im Wahlprogramm fordert die AfD Sachsen-Anhalt, die Bühnen des Landes sollten "stets auch klassische deutsche Stücke spielen“. Frontal21 fragt Lydia Funke, Platz 6 der AfD-Wahlliste, was fehlt?

Deutsche Identität

Volker Olenicak, AfD

Im Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt ist viel von nationaler Identität die Rede. Frontal21 fragt Volker Olenicak, Platz 13 der AfD-Wahlliste, was er darunter versteht?

Frontal21-Stellungnahme zu Vorwürfen

Lydia Funke, AfD-Kandidatin

Lydia Funke

Für unseren Beitrag über das Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt haben wir sechs Kandidaten der Partei ausführlich interviewt. Zu unseren Gesprächspartnern gehörte auch Lydia Funke, Platz 6 der Landesliste und Mitglied des Parteivorstandes in Sachsen-Anhalt. Frau Funke plädierte im Interview unter anderem für "die Absenkung von Hartz IV logischerweise, um die Menschen wieder zu fordern, dass sie in Arbeit gehen.“ (siehe Frontal21-Beitrag)

Nun lässt sich Frau Funke auf der Website des sächsischen AfD-Abgeordneten Carsten Hütter wie folgt zitieren: "Was da passiert ist, macht mich sprachlos. Nachdem ich die Frage nach möglichen Kürzungen von Hartz-IV-Sätzen beantwortet hatte, ging der Reporter sofort zum nächsten Thema über, ließ mir keine Gelegenheit, meine Antwort zu begründen.“

Das ist falsch! Wir haben nicht nur nach möglichen Kürzungen gefragt, sondern danach, wie die Partei die im Wahlprogramm geforderte größere Differenz zwischen unteren Lohngruppen und der "Gesamtleistung Hartz IV“ erreichen will: Durch eine Anhebung des Mindestlohns oder eine Absenkung von Hartz IV. Darauf antwortete Frau Funke mehrfach ausweichend, bis sie schließlich, wie oben zitiert, die Absenkung von Hartz IV forderte.
Zu behaupten, unser Reporter sei danach "sofort zum nächsten Thema“ übergegangen ist unwahr. Vielmehr war er von der Antwort der Kandidatin so überrascht, dass er nachfragte. Daraufhin begründete Frau Funke ihre Aussage aber nicht, sondern erklärte lediglich, die AfD wolle dafür sorgen, dass wieder mehr Menschen in Arbeit kämen. Und auch nach dieser Antwort wäre noch mehr als genug Zeit geblieben, um noch einmal zu einer Antwort anzusetzen, ehe der Reporter zum nächsten Thema überging.
Wir haben den entsprechenden Ausschnitt in die ZDF-Mediathek gestellt, so dass sich jeder selbst ein Bild machen kann.

08.03.2016, Quelle: ZDF/Frontal21

Mehr zur Sendung

  • Überblick

    Sendung vom 8. März 2016

    Themen: Pflegefall Altenpflege, Marode Atom-Meiler, Denkzettel-Partei AfD, Arbeitsvisum für ... ARTIKEL

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