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20.05.2014  Sendung vom 20. Mai

In der Sendung berichtet Frontal21 über den EU-Wahlkampf auf Stammtischniveau und die Schönfärberei etablierter Parteien, wie die EU die Energiewende in Deutschland ausbremst, über die miesen Tricks der Adressfirmen sowie über späte Ermittlungen gegen KZ-Wächter.  

Frontal21 verpasst? Hier gibt es die komplette Sendung zum Nachschauen!

(20.05.2014)

Ölkännchen und Duschköpfe - Wahlkampf auf Stammtischniveau

Toilettenspülungen, Duschköpfe, Olivenölkännchen: Es gibt nichts, in was sich Europa offenbar nicht einmischt. Aber auch in Themen wie die Armutszuwanderung, die ein Riesenproblem sein soll. So klingt es derzeit auf Wahlveranstaltungen zur Europawahl. Gemeint sind aber nicht die der AfD, gemeint sind die Veranstaltungen der großen Parteien. Und die, die da klagen, sind nicht selten Kandidaten, die einen schönen Abgeordnetensitz in genau diesem, angeblich so regelungswütigen Europa haben wollen. Auf ihren Plakaten klingt es noch so, als sei Europa irgendwie eine gute Idee. Die Betonung liegt auf irgendwie, denn so richtig konkret wird es auf den Plakaten selten. Konkret wird es immer, wenn es darum geht, auf Brüssel zu schimpfen. Das Team des #ZDFcheck hat mit Hilfe der Zuschauer, User und Experten einige dieser Wahlkampfaussagen überprüft.
Frontal21 über einen Wahlkampf, der nicht den Kopf der Wähler ansprechen soll, sondern ein dubioses Bauchgefühl.

Formulare als Falle – Die miesen Geschäfte der Adressfirmen

Es sieht aus wie ein amtliches Schreiben zum Abgleich von Firmenadressen, auf das Kleinunternehmer massenweise seit Jahren hereinfallen. Die Masche ist immer dieselbe: Die Opfer lesen nicht das Kleingedruckte, unterschreiben den Brief, schicken ihn an den Absender zurück und schon sind sie in eine Abo-Falle getappt. Dutzende Abzocker-Unternehmen betrügen so arglose Handwerker, Ärzte - sogar Schulen oder Anwaltskanzleien fallen auf den Trick herein. Der Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität (DSW) rechnet den potentiellen Gesamtschaden auf mehr als 700 Millionen Euro hoch. Doch jetzt hat die Abteilung für Wirtschaftskriminalität der Staatsanwaltschaft Düsseldorf den Adressbetrügern den Kampf angesagt. Bei der Anklagebehörde sind mehr als 4500 Strafanzeigen gegen die Firma „Gewerbeauskunft-Zentrale“ (GWE) eingegangen. Die Ermittler haben den Verdacht, dass allein dieses Unternehmen rund 180.000 Firmen in Deutschland mit irreführenden Schreiben betrogen haben könnte.
Frontal21 zeigt die Hintermänner des mutmaßlichen Schwindels, die über Jahre hinweg juristisch kaum zu stoppen waren und sich so offenbar zweistellige Millionenbeträge erschlichen.

Schuld ohne Sühne – Späte Ermittlungen gegen KZ-Wächter

Sollen greise Frauen und Männer, die vor über 70 Jahren an Massenmorden beteiligt waren, vor Gericht gestellt und verurteilt werden? Mit einem klaren Ja antworten  Éva Pusztai und Endre Jávor.  Éva kam mit 18 Jahren nach Auschwitz. Ihre Eltern und ihre kleine Schwester wurden dort ermordet. Endre beklagt den Tod seines Vaters vermutlich im KZ Flossenbürg, er und seine Mutter überlebten im Untergrund.

Frontal21 schildert die Schicksale der beiden Holocaust-Überlebenden und informiert über den Stand der Ermittlungen gegen die mutmaßlichen Täter.

Wählen im Schatten der Krise – Schönfärberei etablierter Parteien

Ein Gewinner der Europawahlen steht heute schon fest – die Alternative für Deutschland (AfD) wird nach einer aktuellen ZDF-Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen mit voraussichtlich sechs Prozent in das Europaparlament einziehen. Die Partei der Euroskeptiker profitiert vom schönfärbenden Wahlkampf der etablierten Parteien. Die machen um die gravierenden wirtschaftlichen Probleme der Eurozone einen großen Bogen. Beispiel Griechenland: über 300 Milliarden Euro Schulden. Die jüngst platzierte Anleihe von drei Milliarden wird von den Ratingagenturen als Ramsch bewertet. Doch davon ist im Wahlkampf keine Rede. Beispiel Spanien: Angeblich hat sich die Lage entspannt. Tatsächlich befindet sich die Arbeitslosigkeit bei fast fünf Millionen Erwerbslosen, landesweit werden Immobilien teilweise mit Rabatten von mehr als 70 Prozent verramscht. Beispiel Bankenunion: Angeblich wird in Zukunft der Steuerzahler bei Bankenpleiten nicht mehr herangezogen. Falsch, sagen Experten und Ratingagenturen.

Frontal 21 über Propaganda und Wirklichkeit im Europawahlkampf.

Energiewende ausgebremst – EU zwingt uns zur EEG-Reform

Photovoltaik-Vergütung im Vergleich

Sonnenstrom in Deutschland sei wie „Ananas in Alaska züchten“, sagte einst der RWE-Chef Peter Terium. Tatsächlich ist die Photovoltaik-Förderung in Deutschland wesentlich preisgünstiger als in Südeuropa.

Der Strom aus Wind und Sonne in Deutschland sei zu teuer, heißt es immer wieder. Tatsächlich wird er in Europa nirgendwo sonst so günstig und effizient produziert wie hierzulande. Ein wichtiger Grund: das erfolgreiche deutsche Fördersystem mit Einspeisetarifen. Damit ist es aber bald vorbei. Die Europäische Kommission schreibt den Mitgliedsstaaten jetzt vor, ihre Fördersysteme auf Ausschreibungen umzustellen. Dabei zeigen die Erfahrungen in Europa, dass Ausschreibungen nicht zu einer erfolgreichen Energiewende führen. Kritiker befürchten, die Energiewende werde so ausgebremst und mit ihr die vielen Bürgerenergieprojekte, weil sie an den teuren Ausschreibungen nicht teilnehmen können. Dennoch setzt die Bundesregierung in ihrem Gesetzentwurf voll auf Ausschreibungen. Der Europaparlamentarier der Grünen, Claude Turmes, sieht darin einen Deal von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) mit der EU-Kommission: Deutschland rette die Industrieprivilegien bei den Ökostrom-Rabatten und opfere dafür das erfolgreiche deutsche Fördersystem und damit die Energiewende.

Frontal21 über die EU-Pläne für Erneuerbare Energien.

20.05.2014

Sendetermine


21. Okt 2014 21:00


Frontal21-Doku: Die große Samwer-Show

ZDFmediathek: Frontal21

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