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Beitrag  | 05.02.2010  HDTV - Formate im Vergleich

Der Unterschied zwischen 720p und 1080i

Das HDTV-Signal des ZDF wird im Format 720p/50 ausgestrahlt. Umfangreiche Tests haben gezeigt, dass dieses Format auf modernen Flachdisplays im Vergleich zum Format 1080i/25 das bessere Bild liefert.  

Gemäß der Empfehlung der European Broadcasting Union (EBU) strahlt neben dem ZDF auch die ARD HDTV im Format 720p/50 aus, ebenso die Fernsehsender ORF, SRG und arte.

Weitere europäische Rundfunkanstalten wie SVT (Schweden), VRT (Belgien), DR (Dänemark) und NRK (Norwegen) strahlen bereits in 720p/50 aus oder denken darüber nach, dies in Zukunft zu tun.

Worin unterscheiden sich 720p und 1080i?

Das Argument, bei 1080i stünden mehr Bildpunkte zur Verfügung und das Bild sei besser, ist nicht zutreffend beziehungsweise stimmt nur für Standbilder. Im Format 1080i werden pro Sekunde 50 Halbbilder mit jeweils nur 540 Zeilen, beim Format 720p 50 Vollbilder mit 720 Zeilen übertragen. Die Übertragung auf Basis von Halbbildern, wie sie beim HDTV-Format 1080i benutzt wird (i=interlaced, englisch für Zeilensprung), setzt auf das veraltete Zeilensprungverfahren auf, das für das analoge Fernsehen entwickelt wurde. Flachbildschirme stellen aber grundsätzlich nur Vollbilder dar. Die progressive Darstellungsweise von Bildinhalten im Format 1080i erfordert in den Geräten einen als "De-Interlacing" bezeichneten Verarbeitungsschritt, der aus Halbbildern wieder Vollbilder berechnet. Bei sich bewegenden Bildern kann dies zu einer tatsächlichen Auflösung führen, die im Extremfall nur noch bei der Hälfte der nominellen Zeilenanzahl (also 540 Zeilen) liegt.

Das 720p-Format (p=progressiv, englisch für Vollbild) nutzt hingegen die volle zeitliche Auflösung und liefert dem Bildschirm 50 Vollbilder (mit 720 Zeilen) pro Sekunde. Ein De-Interlacing ist nicht erforderlich und Bewegungsartefakte, wie sie beim Interlaced-Format vorkommen, existieren bei der progressiven Darstellung nicht.

Die Fernsehstandards

576i/25
"Standard-Fernsehen" (SDTV): Dieses Signal wird heute ausgestrahlt. Es arbeitet mit 576 Zeilen im interlaced Abtastformat und mit 25 Vollbildern pro Sekunde, die sich aber aus 50 Halbbildern zusammensetzen.

1080i/25
"Hochauflösendes Fernsehen" (HDTV) mit 1080 Zeilen im interlaced Abtastformat und 25 Vollbildern pro Sekunde, die sich aber aus 50 Halbbildern zusammensetzen.

720p/50
"Hochauflösendes Fernsehen" (HDTV) mit 720 Zeilen im progressiven Abtastformat und 50 Vollbildern pro Sekunde.

1080p/24
"Hochauflösendes Fernsehen" (HDTV) mit 1080 Zeilen im progressiven Abtastformat und 24 Vollbildern pro Sekunde. Das ist dieselbe Anzahl Vollbilder wie beim Kinofilm. Zur Schreibweise: aktive Zeilenzahl (hier: 576, 720 bzw. 1080) gefolgt vom Abtastformat (i oder p) und der Vollbildfrequenz (24, 25, 50)

Welche Vorteile bietet das Format 720p?

Tests, die vom Institut für Rundfunktechnik (IRT in München), der Europäischen Rundfunkunion (EBU in Genf) und dem ZDF unabhängig voneinander durchgeführt wurden, zeigen eindeutig, dass die im 720p-Format dargestellten Bilder dem Zuschauer bei gleicher Distributionsdatenrate besser gefallen. Dieses Format löst die Bewegungen deutlich feiner auf und der Schärfeeindruck bewegter Szenen ist besser. Für das Bewegtbild des Fernsehens liefert das Format 720p daher eine bessere Bildqualität als 1080i.

Des Weiteren zeigte sich, dass sich progressive Bilder effizienter kodieren lassen: Bei gleicher Datenrate kann also ein 720p-Bild mit höherer Qualität kodiert werden. Alternativ kann natürlich die Bandbreitenersparnis in der Übertragung genutzt werden um mehr Programme in einem Kanal zu übertragen. In den Tests konnte dieser Vorteil für das 720p-Format verifiziert werden, da hierbei selbst bei etwas niedrigerer Datenrate als bei 1080i ein schärferer Bildeindruck übermittelt wird.

Was bedeuten die verschiedenen Logos?

Im Bereich der Flachbildschirme haben sich in jüngster Vergangenheit zum "HD ready"-Logo des Industrieverbandes DIGITALEUROPE verschiedenste "Full-HD"-Logos sowie die Logos "HDready 1080p" und "HD TV 1080p" gesellt. Während die beiden letzteren ebenfalls offizielle Logos von DIGITALEUROPE sind und die Flachbildschirme, auf denen sie kleben, bestimmte Mindestanforderungen erfüllen müssen, sind sämtliche "Full-HD"-Logos Kreationen der jeweiligen Hersteller, die meist nur aussagen, dass das Display eine physikalische Auflösung von 1920x1080 Bildpunkten besitzt.

Die Mindestanforderungen der DIGITALEUROPE-Logos umfassen hingegen die Akzeptanz bestimmter auf HD-fähigen DVDs ("Blu-ray") verwendeter Formate am digitalen HDMI-Eingang. Das Logo "HDready 1080p" kennzeichnet Flachbildschirme ohne eingebautes HD-Empfangsteil, das Logo "HD TV 1080p" entsprechende Bildschirme mit eingebautem HD-Empfangsteil. "HD TV 1080p" signalisiert allerdings nicht, dass das Empfangsteil andere HD-Formate als 720p/50 und 1080i/25 - wie 1080p/25 oder gar 1080p/50 - empfangen kann. Nach heutigem Stand gibt es weder Rundfunkanstalten noch Empfangsgeräte, die diese Formate zur Ausstrahlung von HD-Programmen verwenden bzw. empfangen können.

Welche HD-Formate werden unterstützt?

Bei HDTV wird der Konsument immer wieder mit zwei unterschiedlichen Formaten konfrontiert: 720p und 1080i. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass eine größere Zahl auch eine bessere Bildqualität bedeutet. Tatsächlich aber können beide Formate dem Fernsehzuschauer grundsätzlich ein Bild in "HD-Qualität" liefern.

Zur Beruhigung vorab: Alle im europäischen Markt verfügbaren Displays, die mit dem "HD ready"-Label oder mit dem Logo "HD ready 1080p" versehen sind, unterstützen beide HDTV-Formate. Mit diesen Logos hat der Europäische Industrieverband (ehemals EICTA, jetzt DIGITALEUROPE ) Mindestanforderungen für HDTV-Displays festgelegt, so dass - auch wenn sich die im Markt erhältlichen Bildschirme unter anderem in Bezug auf Bildschirmgröße, Anzahl Bildpunkte und maximal darstellbarer Bilder pro Sekunde erheblich unterscheiden - auf den Displays Programme von allen Anbietern dargestellt werden können.

05.02.2010

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