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Thema und Gäste  | 26.05.2013  Diagnose Parkinson

Leben mit der unheilbaren Krankheit – geht das?

Oft ist es zunächst nur ein leichtes Zittern des Arms. Später wird es häufiger und heftiger. Es folgt der Besuch beim Arzt: Diagnose Parkinson – und dann? Bei Peter Hahne sind der Neurologe und Deutschlands führender Parkinson-Forscher Professor Wolfgang Oertel und der Theologe Jürgen Mette, der seit vier Jahren an Parkinson erkrankt ist, zu Gast. Sie sprechen darüber, wie man mit der unheilbaren Krankheit leben kann, wie sie Körper und Psyche verändert und welche Behandlungsmöglichkeiten heute existieren. 

Von Harald Grimm

Ottfried Fischer
Wegen Parkinson musste Ottfried Fischer die Sendung "Schlachthof" aufgeben. (Quelle: imago)
In der Regel erkranken Menschen zwischen dem 50. und 80. Lebensjahr an Parkinson. Die auch als Schüttellähmung bezeichnete Krankheit beginnt meist schleichend mit Zittern, Verlangsamung der Bewegungen, Muskelversteifungen und körperliche Instabilität. Sie gehört zu den häufigsten fortschreitenden Erkrankungen des zentralen Nervensystems. In Mitteleuropa erkranken jährlich etwa 0,02 Prozent der Bevölkerung neu an ihr; in Deutschland leiden zurzeit etwa 150.000 bis 200.000 Menschen an Parkinson.

Tabletten und Skalpell

Verursacht werden die Symptome der Erkrankung durch allmählich im Gehirn absterbende, spezielle Nervenzellen. Hierdurch kommt es zu einem Mangel an für die Bewegungen wichtigen Botenstoffen, insbesondere Dopamin. Da etwa 60 bis 70 Prozent der Dopamin produzierenden Nervenzellen abgestorben sein müssen, um Symptome festzustellen, wird Parkinson meistens erst bei Menschen höheren Alters diagnostiziert.

Die Ursache für das Absterben der Zellen ist nach wie vor unbekannt, daher ist die Krankheit auch noch nicht heilbar. Lediglich die Symptome und die Schwere der Erkrankung sind linderbar. Hierzu können Medikamente eingesetzt werden, die auf die Balance der Botenstoffe einwirken oder deren Abbau verzögern. Für Fälle, in den die medikamentöse Behandlung nicht mehr ausreicht, gibt es seit einigen Jahren eine weitere, allerdings ungleich riskantere Behandlungsmethode: die so genannten Hirnschrittmacher. Sie werden den Parkinson-Patienten an bestimmte Stellen im Gehirn eingesetzt und stimulieren entweder automatisch oder auf Anforderung des Erkrankten bestimmte Hirnregionen und reduzieren so die Beschwerden.

Die Gäste der Sendung:

Jürgen Mette
Jürgen Mette (Quelle: imago)
Jürgen Mette wurde 1952 geboren. Nach seiner Ausbildung zum Zimmerer arbeitete er im elterlichen Betrieb mit und besuchte eine Meisterschule für Zimmerer. Eigentlich wollte er den Betrieb seiner Eltern anschließend übernehmen. Seine ehrenamtliche Betätigung in der evangelischen Jugendarbeit veranlasste ihn allerdings, stattdessen von 1974 bis 1978 ein Theologiestudium in Marburg zu absolvieren. Danach arbeitete er als Jugendpastor und Referent für Jugendevangelisation im Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverband (DGD). Zwischen 1988 und 1990 folgte ein Studium in den USA, das er mit dem „Master of Theology“ (MTh) abschloss. Daraufhin kehrte er zum DGD zurück, für den er zunächst die Abteilung „Gemeindeaufbau“ verantwortete, bis er 1997 die Medienarbeit für den Verband übernahm. Neben dieser Arbeit und zahlreichen Berater- und Vortragstätigkeiten im missionarischen Gemeindeaufbau war Mette auch Lehrbeauftragter am "Theologischen Seminar Tabor" in Marburg. Zwischen 1998 und Februar 2013 war er geschäftsführender Vorsitzender des Stiftungsrats von "Tabor".

Im Jahr 2009 spürte Mette erstmals ein unkontrolliertes Zittern. Die Konsultation eines Arztes brachte dann die niederschmetternde Diagnose: Parkinson. Nach anfänglichen Depressionen beschloss er, sich mit der unheilbaren Krankheit auseinanderzusetzen. Das Ergebnis war sein Buch „Alles außer Mikado“, in dem er von seinem Kampf mit „Herrn P.“, von den ständig wechselnden Höhen und Tiefen erzählt und wie Parkinson seinen Alltag zusehends prägt.

Professor Wolfgang Oertel
Professor Wolfgang Oertel (Quelle: Gust/DGN)
Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang H. Oertel wurde 1951 geboren. Zwischen 1970 und 1976 studierte er Medizin in Berlin und dazu parallel zwei Jahre lang in Newcastle. 1977 wurde er als Arzt zugelassen, 1978 promovierte er zum Dr. med. Von 1981 bis 1986 folgte die Facharzt-Ausbildung zum Neurologen sowie die Habilitation. Ab 1988 arbeitete er acht Jahre lang als Oberarzt und Professor in München, bevor er als Direktor der Klinik für Neurologie nach Marburg wechselte, wo er abermals einen Lehrstuhl als Professor erhielt.

Oertel ist Deutschlands führender Parkinson-Experte. Unter anderem ist er Sprecher des Kompetenznetzes Parkinson und Leiter des einzigen deutschen „Centers of Excellence“ der „National Parkinson Foundation“. Er ist Mitglied mehrerer wissenschaftlichen Vereinigungen und veröffentlichte zahlreiche Fachpublikationen über Parkinson und andere neurologische Erkrankungen. Für seine herausragende Forschungstätigkeit wurde Oertel mit dem „Parkinson-Preis“ und dem „Dingebauer Parkinson-Preis“ der „Deutschen Gesellschaft für Neurologie“ ausgezeichnet.

26.05.2013

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