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sonntags  Sendung vom 28.09.2014 [Archiv] Mehr als Honig

Buchtipps zum Leben der Bienen

Die Biene ist das drittwichtigste Nutztier in Deutschland (nach Rind und Schwein). Vielen wird das erst bewusst, seit Nachrichten vom Bienensterben die Runde machen. Pestizide, Monokultur und Krankheiten machen den Bienen zu schaffen. Zugleich entdecken immer mehr Menschen ihre Liebe zu den Bienen und halten Bienenstöcke jetzt immer öfter auch in der Stadt. Allein in Hamburg soll es 550 Stadtimker geben, in Berlin zählt man 750. Kann die neue Liebe zum Imkern den Bienen helfen? 

Imker Chrstoph Koch

Tod im Bienenstock

Millionen Bienen verenden 2008 am Oberrhein. Imker Christoph Koch verliert damals seinen ganzen Bestand: 233 Bienenvölker. Doch was ist der Grund für das große Bienensterben?

(28.09.2014)
Biene

Wer rettet die Bienen?

Bei sonntags am 28. September 2014 geht es um die Bienen? Wir begleiten eine Imkerin in Herne, gehen dem allgemeinen Bienensterben auf die Spur und stellen einen Bienenroboter vor.

(28.09.2014)
Honigsuchervogel

Mit Hilfe des Honigsuchervogels

Wie sind die Menschen früher an Honig gekommen? In Afrika gehen heute noch Eingeborene auf Honigsuche und lassen sich dabei vom Honigsuchervogel helfen.

(28.09.2014)
Tim Landgraf

Der Bienenroboter

Der Biorobotiker Tim Landgraf erforscht die Kommunikation der Bienen. Dafür hat er eine Roboterbiene gebaut, die er in den Bienenstock einführt. Gelingt das Experiment?

(28.09.2014)

Ein Zwischenruf von Carina Dobra

„Tod im Bienenstock“, „das Ende der Honigbiene“, Greenpeace fordert auf: „Rettet die Bienen“. Die Schlagzeilen über das weltweite Bienensterben überschlagen sich seit  Jahren. Was bedeutet das für uns? Müssen wir das Sonntagsbrötchen in Zukunft ohne Honig
Bienen auf Wabe
Fleißige Bienen auf einer Wabe. (Quelle: Dapd/Volker Hartmann)
essen? Schade, aber irgendwie verkraftbar. Doch stellen Sie sich vor, Sie bestellen in ein paar Jahren im Restaurant ihren Lieblings-Hamburger. Der Haken: Es fehlen der Salat, die Zwiebeln, der Ketschup und sogar das Fleisch, weil die Kühe kein Klee mehr zu fressen haben. Übrig bliebe nur das trockene Weizenbrötchen. Na dann, guten Hunger!

Klingt sarkastisch, ist aber gar nicht so weit hergeholt. Jeder dritte Bissen, den wir zu uns nehmen, verdanken wir der Bestäubungsarbeit der Bienen. Die Lage ist ernst: Je nach Land und Region sterben zurzeit 30 bis 70 Prozent der Bienenvölker. Wer oder was ist Schuld an dem Massentod der fleißigen Tierchen? Ist es die aus Asien eingeschleppte Varroamilbe oder sind es doch die Pestizide?

Wie gut kennen Sie die Bienen?

Stellen Sie sich einmal vor, jede dritte Kuh läge tot auf der Weide. Der Aufschrei wäre groß. Aber dass die Bienen uns regelrecht unter den Händen wegsterben, ist den wenigsten Menschen bewusst. Die Honigregale im Supermarkt nebenan sind doch noch voll!

Vielleicht beginnt das Problem schon damit, dass wir die Bienen einfach zu wenig kennen – oder ihnen nur Klischees zuschreiben. So laufen etwa Kinder, aber auch viele Erwachsene – aus Angst gestochen zu werden - panisch weg, wenn sich ihnen eine Biene nähert. Abgesehen von der Kindheitsikone „Biene Maja“ scheinen wir mit der Welt und dem Werk der Honigbienen wenig vertraut.

Buchtipps – die Bienen lieben lernen

More Than Honey

Buchcover: More than honey

Vom Leben und Überleben der Bienen
Von Markus Imhoof und Claus-Peter Lieckfeld
Broschiert - 207 Seiten
Verlag: Orange Press (2012)

Der Schweizer Starregisseur Markus Imhoof lanciert in seinem Buch zum gleichnamigen Film einen Weckruf: „Die Natur kann ohne den Menschen leben, aber der Mensch nicht ohne die Natur.“ Oder anders formuliert: Wer wird eigentlich zuerst sterben, die Biene oder der Mensch?

Imhoof, der selbst in einer Imkerfamilie groß geworden ist, beteuert zwar, er wolle keine Horrorszenarien zeigen. Doch was er zeigt, ist die traurige Wahrheit: Die Bienen werden weltweit für industrielle Zwecke missbraucht und nicht artgerecht gehalten. Für das große Geschäft werden sie über den halben Globus in LKWs verpackt. Viele der Tiere sterben beim Transport. Das aber scheint die Auftraggeber nicht zu interessieren – noch gibt es ja genug Bienen.

Auf seiner Reise rund um die Welt begegnet Imhoof Menschen, die mit der Arbeit der fleißigen Bienen ihr Geld verdienen – und die, die es gerne würden: In China stößt der Regisseur auf eine Dame, die als Arbeiterin auf einer Plantage die Pflanzen von Hand bestäubt, weil es in der Region bereits keine Bienen mehr gibt. Das ist zwar umständlich und teuer, aber es funktioniert. Die Frage ist: Wollen wir das?

Das Buch liest sich wie ein schriftliches Making-Off des mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilms. Erbarmungslos ehrlich und erschreckend realistisch wird uns vor Augen geführt, wie sehr wir die Bienen in den letzten Jahren vernachlässigt haben. Obwohl das emotional aufgeladene Sachbuch Informationen in Hülle und Fülle bietet, sollte man sich den grandiosen, aber auch ergreifenden Film dazu auf keinen Fall entgehen lassen!

Bienendemokratie

Buchcover: Bienendemokratie

Wie Bienen kollektiv entscheiden und was wir davon lernen können
Von Thomas D. Seeley
Gebunden – 320 seiten
Verlag: S. Fischer (2014)

Wir können nicht nur eine Menge über die Bienen lernen, sondern sollten sogar von ihnen lernen. Dafür plädiert Thomas D. Seeley, der Autor der „Bienendemokratie“. Seeley scheint sein ganzes Leben und sein ganzes Herz den Bienen zu widmen. Seit er denken kann, fasziniert ihn die Welt dieser Insekten. Er machte seine Leidenschaft zum Beruf und trat in die Fußstapfen seines Idols, den Verhaltensforscher Martin Lindauer.

In „Bienendemokratie“ präsentiert Seeley zahlreichen Experimente, inklusive Schaubilder und Diagramme, zur Wohnungssuche der Bienen. Seine Erkenntnis: Im Bienenschwarm wird fair und kollektiv über die beste Lösung entschieden. Es gibt keinen absoluten Herrscher, keine Unterdrückung und Durchsetzung von Eigeninteressen. Wie wir uns das vorbildliche Verhalten der Bienen aneignen können, erläutert Seeley abschließend.

Unsere Garantie: Wenn es Ihnen gelingt, sich durch über 200 Seiten Wissenschaftsjargon zu kämpfen, sind Sie Experte auf dem Gebiet der Honigbienen. Sie wissen, wie ein Schwarm fühlt, nachdenkt und handelt. Und versprochen: Die Bienenliebe des Autors ist ansteckend!

Auf der einen Seite ein anspruchsvolles Buch, auf der anderen Seite fühlt der Leser an jeder Stelle die große Bewunderung Seeleys für das Volk der Bienen. Die kapiteleinleitenden Sprüche und Gedichte geben dem Romantik. Als Herr seiner Forschungen gibt es Infos aus erster Hand. Staunen garantiert!

Die Bienen

Buchcover: Die Bienen

Von Laline Paull
Gebunden – 346 Seiten
Verlag: Tropen Bei Klett-Cotta (2014)

Einen etwas anderen Ansatz wählt die britische Autorin Laline Paull, die das Leid und Leben im Bienenstock in einem Roman schildert. Ihr Debütroman „Die Bienen“ erzählt die Geschichte einer kleinen, nicht ganz so perfekten, Biene Namens Flora. Flora bewegt sich für den Leser „undercover“ im Stock und gibt Einblick in den streng organisierten und stressigen Alltag der Honigbienen. Stressig vor allem, weil hier das Mysterium des Bienensterbens allgegenwärtig ist: Arbeiterbienen kommen nicht mehr von ihrer Reise zurück, ganze Familien krepieren auf unerklärliche Weise.

Einer der Höhepunkte der fabelhaften Erzählung: Der Angriff einer Wespe auf den Bienenstock: Spätestens hier sieht man mit den Augen der kleinen Biene, wie die riesige Wespe sich ihren Weg in den Stock bohrt und sich unter den Tieren Todesangst breit macht.

Auf den ersten Seiten noch etwas befremdlich, sich in das alltägliche Chaos eines Bienenschwarms hineinzuversetzen, aber nach und nach entpuppt sich diese Welt als gar nicht so fremd zu der des Menschen. Der Stock funktioniert nach einer klaren Hierarchie: Die Königin wird angebetet wie ein Gott, die Männer werden verehrt und das unterste Volk der Hygienearbeiterinnen, zu denen auch Flora gehört, hat ihnen zu dienen und zu schweigen. Missgunst, Neid und Hass, aber auch Liebe, Freundschaft und Mut – sind Bienen gar nicht so anders als wir? Und wie riecht eigentlich Misstrauen und Bösartigkeit? Laline Paul umschreibt Situationen und Gefühle gekonnt mit Farben und Gerüchen.

Einzige Voraussetzung für die leichte Abendlektüre: Sich auf das Erzählexperiment einlassen. Es lohnt sich!

Mensch und Bienen: Ein Ausblick

Auf eigene Faust die Bienen zu retten, verlangt keiner. Ein erster Erfolg wäre es schon, wenn sich jeder Einzelne darüber bewusst wird, was die Biene alles leistet. So könnte die Beziehung zwischen Mensch und Biene, die schon in der Steinzeit ihre Wurzeln hat, wieder ins Gleichgewicht kommen.



Sendungsinformation

TV-Redaktion:        Jan Frerichs

Online-Redaktion: Christiane Mayer

28.09.2014

Sendungsinformationen

Sonntag 28.09.2014, 09:00 - 09:30 Uhr

VPS 28.09.2014, 09:00 Uhr


Länge: 30 min.

Magazin, Deutschland, 2014

Weitere Informationen

Moderation: Andrea Ballschuh

Weitere Links zum Thema

Sendungsinformationen

Sonntag 28.09.2014, 09:00 - 09:30 Uhr

VPS 28.09.2014, 09:00 Uhr


Länge: 30 min.

Magazin, Deutschland, 2014

Weitere Informationen

Moderation: Andrea Ballschuh

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