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Terra X  | 30.12.2012  Abenteuer Sibirien

Zweiteiler über den gewaltigen Naturraum und seine Entdecker

Unendliche Weite, eisige Kälte, trostlose Steppen und Wälder, Einsamkeit, Faszination und Mythos – das verbinden wir üblicherweise mit Sibirien. Nicht umsonst wird Sibirien auch der "achte Kontinent" genannt: Die gigantische Landmasse umfasst rund 13 Millionen Quadratkilometer, drei völlig verschiedene Klimazonen und eine außerordentlich vielfältige Topografie mit einzigartiger Fauna und Flora. 

Abenteuer Sibirien - Vorschau

(30.12.2012)
Sibirienkarte mit wichtigsten Städten

Die wichtigsten Städte

Land der Superlative:

Mit 13 Millionen Quadratkilometer ist Sibirien 37 Mal so groß wie Deutschland.

(Quelle: ZDF)

Schon früh siedelten Menschen in den endlosen Weiten dieses beeindruckenden Landes. Sie zogen als Jäger durch die dichten Wälder oder ließen sich an den zahlreichen Flussläufen nieder. Doch es sollte lange dauern, bis Einzelheiten über Sibirien ins europäische Bewusstsein drangen.

Vulkanlandschaft in Kamtschatka
Auf Kamtschatka befindet sich die aktivste Erbebenzone der Erde. (Quelle: ZDF)

Ein solches Land zum Helden einer zweiteiligen Dokumentation zu machen, ist eine spannende Aufgabe. Natürlich füllt Sibirien problemlos die Bühne einer großartigen Naturdokumentation. Ebenso lohnenswert ist es aber auch, sich mit der abwechslungsreichen Geschichte dieses Landes zu beschäftigen oder dem Reichtum an Bodenschätzen, ihrer Ausbeutung und den damit verbundenen Umweltkatastrophen. "Terra X" verbindet in seinem "Abenteuer Sibirien" diese Aspekte in einer besonderen Weise.

 Der Zweiteiler begleitet zwei historische Figuren, deren Schicksal eng mit Sibirien verbunden ist. Beide waren Deutsche. Der Arzt und Naturforscher Georg Wilhelm Steller reiste im 18. Jahrhundert als Mitglied der "Großen Nordischen Expedition" quer durch Sibirien, vom Ural bis nach Kamtschatka. Im 19. Jahrhundert war es Adolph Dattan, ein junger Kaufmann aus Hamburg, der als Geschäftsführer des ersten deutschen Kaufhauses sein Glück in Wladiwostok suchte.

Die Protagonisten von Abenteuer Sibirien

Deutsche in Sibirien heute

Bis heute sind Deutsche jenseits des Ural unterwegs, als Wissenschaftler oder auf der Suche nach wirtschaftlichem Erfolg. Mit den Augen dieser Protagonisten lernen wir Sibirien kennen, dieses Land der unbegrenzten Möglichkeiten, in all seiner Schönheit und manchmal auch seiner Traurigkeit.

Christel van den Bogaard (Vulkanologin)

Christel van den Bogaard mit Studentinnen in Kamschatka, Sibirien

Die Vulkanologin Christel van den Bogaard (Im Bild ganz links) arbeitet am Geomar Helmholtz-Forschungszentrum in Kiel. Sie reist regelmäßig in den östlichsten Zipfel Sibiriens, auf die Halbinsel Kamtschatka. In der aktivsten Erdbebenzone des Planeten analysiert sie zusammen mit russischen Wissenschaftlern Vulkanausbrüche. Dabei führt van den Bogaard ein einfaches Leben: Sie übernachtet im Zelt fernab der Zivilisation und klettert bis zum Krater der Feuerberge.

Christel van den Bogaard über Sibirien: "Für mich als Vulkanologin ist Kamtschatka das Paradies. Wenn man hier in einen Vulkankrater blickt, gibt einem das wieder neue Energie  für die Forschung."

Manfred Brockmann (Pastor)

Pastor Manfred Brockmann am Lagerfeuer sitzend

Manfred Brockmann lebte lange Zeit in Hamburg, bevor er 1992 als Pastor der lutherischen Gemeinde nach Wladiwostok ging. Eigentlich wollte er nur zu einem Studienaufenthalt nach Russland reisen, doch die Abenteuerlust und ein Angebot der Kirche trieben ihn nach Wladiwostok – jene Stadt am Pazifik, deren Name übersetzt "Beherrsche den Osten" bedeutet. Brockmann ist verantwortlich für die flächenmäßig größte Kirchengemeinde der Welt, die sich über vier Millionen Quadratkilometer erstreckt. Regelmäßig zieht sich der passionierte Wanderer in die Einsamkeit Ost-Sibiriens zurück, um sich von der Hektik Wladiwostoks zu erholen. 

Manfred Brockmann über Sibirien: "Was ich mir wünsche, wenn ich mal sterbe und vor Gottes Thron stehe, ist, dass mein Leben hier in Russland nicht vergebens war, dass von mir ein gewisser Segen auf die Menschen und das Land ausgegangen ist."

Stefan Dürr (Landwirt)

Stefan Dürr auf dem Pferd in Sibirien

Der Landwirt aus dem Odenwald kam im Juni 1989 als Praktikant nach Russland. Heute ist er Inhaber der Unternehmensgruppe Ekoniva und hat 2900 Angestellte. Dürr betreibt mehrere Agrarbetriebe in Russland und ist mittlerweile der zweitwichtigste Milchbauer des Landes. Seine Ländereien sind riesig – insgesamt so groß wie zwei Drittel der Fläche des Saarlands. In Sibirien findet Dürr genügend Platz zur Expansion. Zurück nach Deutschland will er nicht, Russland ist seine neue Heimat.

Stefan Dürr über Sibirien: "Sibirien ist Freiheit! Man kann hier Sachen machen, die man in dem engen Europa nicht machen kann. Man soll ja nie Nein sagen, aber es wird schwierig sein, wieder nach Deutschland zurückzugehen."

Markus Radday (WWF-Projektleiter)

Markus Radday auf dem Motorschlitten in Sibirien

Der gebürtige Göttinger Markus Radday, 48, (rechts im Bild) ist verantwortlich für alle WWF-Projekte in Russland und reist regelmäßig durch die Natur Sibiriens. Er kämpft für den Erhalt der einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt. Als studierter Forstwissenschaftler ist er vor allem an der endlosen Taiga interessiert. Aber auch der Sibirische Tiger liegt dem Umweltschützer am Herzen. Wenn Radday nicht in Sibirien unterwegs ist, lebt er mit seiner Frau und seinen Kindern in der Nähe von Detmold.

Markus Radday über Sibirien: "In Sibirien werden wir auf etwas zurückgeführt, das wir in Europa eigentlich gar nicht mehr kennen – Gast zu sein in der Natur und nur ein kleiner Teil dieser Welt zu sein."

Thomas Sand (Bohrmeister)

Thomas Sand vor Bohrturm in Sibirien

Thomas Sand pendelt zwischen seiner Familie in Frankfurt/Oder und seinem Arbeitsplatz in Sibirien. Sechs Wochen am Stück lebt der Bohrmeister inmitten der russischen Taiga und sucht nach neuen Öl- und Gasfeldern. Dabei lebt Sand in einer provisorischen Containerburg – bei Temperaturen um minus 30 Grad Celsius. Allein die Anreise zu seinem Arbeitsplatz dauert mehrere Tage, vor allem im Winter sorgen Schneestürme für Verzögerungen. Sand hat seinen Job noch zu DDR-Zeiten gelernt und bereits auf der ganzen Welt gearbeitet. Er liebt die sibirische Kälte, die ihm weniger ausmacht als die Hitze in Afrika.

Thomas Sand über Sibirien:"Sibirien, das ist für mich Abenteuerlust. Ein anderes Universum. Ich habe im Prinzip zwei Leben. Das erste Leben gehört meiner Familie und das zweite Russland und meiner Bohranlage."

Florian Stammler (Ethnologe)

Florian Stammler mit Rentierherde bei Nenzen in Sibirien

Der Ethnologe (rechts im Bild) lehrt am Arctic Center der Universität Lappland in Finnland. Seit seiner Studienzeit in Köln unternimmt er regelmäßig Reisen in die russische Arktis. Teilweise lebt er monatelang mit Rentierzüchter-Familien in traditionellen Nomadenzelten. Ziel seiner Forschung ist es, herauszufinden, wie sich die Jahrhunderte alte Kultur der Völker der Arktis im Zuge der Moderne verändert. Stammler lebt mit seiner Ehefrau und seinen Kindern in Nord-Finnland. Seit seinem ersten Aufenthalt in Russland ist er begeisterter Eisschwimmer und springt im Winter jeden Tag in irgendein Eisloch.

Florian Stammler über Sibirien: "Sibirien ist für mich Seelenfrieden. Wenn ich aus der Hektik des städtischen Lebens im Westen hierher komme, spüre ich, wie sich die Seele entspannt; ein großartiges Gefühl."

   

Der "Terra X"-Zweiteiler schlägt mit spannenden Geschichten eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und gewährt einen Einblick in die schier unvorstellbaren Dimensionen dieses gewaltigen Naturraums. Eine faszinierende Reise zur besten Sendezeit.

Sendungsinformationen

Teil 1: "Vorstoß ins Unbekannte"

Der erste Teil begleitet den wissenschaftlichen Pionier Georg Wilhelm Steller und heutige deutsche Wissenschaftler auf ihren Reisen durch Sibirien.

Teil 2: "Aufbruch der Glücksritter"

Der zweite Teil der Dokumentation erzählt vom ersten Kaufhausleiter Adolph Dattan und aktuellen deutschen "Glücksrittern" in Sibirien.

Buch und Regie:   Kay Siering

Kamera:                 Jürgen Heck 

Produktion:           Spiegel TV Media

TV-Redaktion:       Susanne Hillmann, Renate Marel

Leitung:                 Georg Graffe          

Online-Redaktion: Kirsten Bode, Dany Stief

30.12.2012

Mehr zu Abenteuer Sibirien

Buchtipp

Der achte Kontinent - Die Eroberung Sibiriens

Gudrun Ziegler, Ullstein Buchverlag 2005

Anschlaulich und lebendig schildert die Autorin die Geschichte der Eroberung, Besiedlung und Erforschung Sibiriens:  von Eiszeitjägern und Skythen, russischen Erkundungs- und Eroberungszügen und den Gulags der Stalinzeit.

Reisedokumentation

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