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Terra X  | 19.10.2014  Houdini - Spiel mit dem Tod

Stunts und Tricks des Meistermagiers

Nur wenige Menschen schaffen es, schon zu Lebzeiten zu einem Mythos zu werden: Harry Houdini, Illusionist und Entfesselungskünstler, gehört dazu. Neben seinen atemberaubenden Stunts und Befreiungsaktionen gilt er als der erste Popstar und Unterhaltungskünstler der amerikanischen Massenkultur. Als er 1926 mit nur 52 Jahren stirbt, geben ihm Zehntausende das letzte Geleit in New Yorks Straßen. Sein Tod hat zu Spekulationen Anlass gegeben: Wurde der Meistermagier ermordet, weil er gegen Betrüger in seiner Branche vorging? 

Spielzene aus Terra X Harry Houdini mit Portrait Harry Houdini

Magische Shows voller Illusionen

Terra X lässt die Künste des Fesselungsküstlers Houdini wieder aufleben. Bis heute fühlen sich ihm alle Illusionisten verbunden. (Spielszene)

(Quelle: ZDF, ap)

Harry Houdini, als Erik Weisz 1874 in Ungarn geboren, wächst in großer Armut auf und emigriert früh mit seinen Eltern nach New York. Mit 16 Jahren fängt er an zu zaubern, mit 20 heiratet er seine geliebte Bess, die ihm jeden Abend in seiner Show zur Seite steht. "Terra X" inszeniert diese Shows in aufwändigen Spielszenen und lässt dabei eine Welt wieder auferstehen, die in die Anfänge der Zauberei des beginnenden 20. Jahrhunderts zurückführen. Bald erregt Houdini Aufsehen mit sensationellen Entfesselungsaktionen, die er immer weiter ausfeilt und bei denen er nicht selten sein Leben riskiert.

Kurzinfos

Harry Houdini

Mehr über den faszinierenden Magier:

Kurz-Chronik

Harry Houdini

24. März 1874 geboren als Erik Weisz in Budapest

Aufgewachsen in Amerika, New York

Mit 16 Jahren unterhält er seine Familie mit ersten Zaubertricks.

In der Öffentlichkeit macht er zunächst als Boxer und Sportler auf sich aufmerksam.

1893 entscheidet er sich für das Leben als Zauberer. Aus Erik Weisz wird Harry Houdini.

1894 Heirat mit der deutschstämmigen Wilhelmine Beatrice “Bess“ Rahner. Sie bleibt bis zum Ende seine Vertraute und Bühnenpartnerin.

Es folgen Jahre des Tourens und Tingelns mit Wanderzirkussen und auf Jahrmärkten. Der große Erfolg bleibt noch aus.

1899 Theateragent Martin Beck entdeckt Houdini und schickt ihn auf Tour. Seine Karriere beginnt!

1900 - 1905 Paris, London, Berlin, Russland: Houdini wir zum ersten amerikanischen Popstar, der die Welt erobert.

Zurück in Amerika schreiten seine Karriere und sein Erfolg stetig voran. Seine Aktionen werden immer waghalsiger. Seine Stunts sind oft ein Spiel mit dem Tod. Er ist ständig auf der Suche nach neuen, nie dagewesenen Tricks.

1920er Houdini führt einen offenen und erfolgreichen Kampf gegen die spiritistische Bewegung seiner Zeit, enttarnt Schwindler und deckt falsche Medien auf.

22. Oktober 1926 Fremde dürfen auf seinen Bauch einschlagen - wenn er einwilligt. Doch die Schläge eines Studenten kommen zu früh, seine Muskulatur war noch nicht angespannt. Durch die Schläge kam es wahrscheinlich zu einem Blinddarmdurchbruch.

Harry Houdini stirbt am 31. Oktober 1926.

Hartnäckig hält sich auch das Gerücht, dass Harry nicht durch die Schläge starb, sondern ermordet wurde. Mit Gift, im Auftrag der Spiritisten.

Seine besten Tricks

Plakat zu Houdinis chinesischer Wasser-Folter-Zelle

Houdini ist ständig auf der Suche nach neuen, noch spektakuläreren Stunts. Auf alle möglichen Arten lässt er sich fesseln oder nimmt Wetten über Gefängnisausbrüche mit der örtlichen Polizei an - und gewinnt sie. Sein Geheimnis ist die Perfektion. Er hat fast alle herkömmlichen Schlösser genau untersucht und kennt ihre Schwachstellen. Er fertigt Dietriche an, die er in einer Körperöffnung versteckt oder verschluckt und während der Vorstellung geschickt wieder hervorwürgt. Keine Zauberer versteht diese Kunst so perfekt wie er.

Milk Can Escape
Houdini selbst nennt diese "Die Flucht aus der Milchkanne" seine beste Erfindung. Mit Handschellen gefesselt lässt er sich in eine mit Wasser gefüllte Milchkanne sperren, die von außen verschlossen wird. 3 Minuten und 56 Sekunden lang kann er die Luft anhalten. Nach ihm sind Zauberer in solchen Milchkannen gestorben ...

Chinesische Wasser-Folter-Zelle

Gefesselt und kopfüber lässt er sich in einen Wassertank hängen und befreit sich schließlich selbst.

Er tourt durch die Welt, tritt in Hamburg, Paris, London und Moskau auf und geht als weltbekannter Meistermagier später dazu über, die grassierende Mode von Geisterbeschwörungen und Séancen als Scharlatanerie zu entlarven. Sein Biograf, William Kalush, glaubt deshalb fest daran, dass Houdini ein Opfer der sogenannten Spiritisten wurde - Grund genug, ihn zu töten, hätten sie gehabt.

Illusion oder Wirklichkeit?

Reenactment: Harry Houdini und seine Frau bei einem Zaubertrick
Houdini und seine Frau bei einem Zaubertrick. (Spielszene) (Quelle: ZDF/IFAGE)

Aufwändige Reenactments erzählen das Leben Houdinis, das reich an Höhepunkten ist und sprichwörtlich die amerikanische Idee vom Tellerwäscher zum Millionär und Star verkörpert. Bis heute fühlen sich Illusionisten auf der ganzen Welt Houdini verbunden. Seine Tricks werden auch heute noch präsentiert und weiterentwickelt.

Die "Terra X"- Dokumentation geht aber auch der wissenschaftlichen Frage nach, warum unser Gehirn immer wieder auf magische Tricks und Täuschungen reinfällt. Dafür werden die renommierten Neurologen Stephen Macknik und Susana Martinez-Conde aus Phoenix, Arizona, mit ihrer einzigartigen Forschung zur "Neuromagie" vorgestellt und interviewt. In ihrem einzigartigen Labor geht es darum, herauszufinden, warum das menschliche Gehirn so anfällig für Tricks und Täuschungen ist.

Sendungsinformationen

Erstausstrahlung: Sonntag, 19. Oktober 2014, 19.30 Uhr

Film von Jens Monath
Redaktion TV: Georg Graffe

Redaktion Online: Michael Büsselberg, Sandra Staudenmayer

19.10.2014

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Buchempfehlungen

Literaturtipps von Jens Monath

Die Tricks unseres Gehirns

Stephen L. Macknik/Susana Martinez-Conde
Die Tricks unseres Gehirns – Wie die Hirnforschung von den großen Zauberern lernt
360 Seiten, Kreuz-Verlag, 2011

Macknik und Martinez-Conde sind ein Ehepaar und Neurologen. Seit Jahren versuchen sie, eine Forschungsrichtung einzurichten, die sie als Neuromagie bezeichnen. Es geht vor allem darum, wie Wissenschaftler von den jahrtausendealten Tricks der Zauberer lernen können, was diese über die Funktionsweise unseres Gehirns aussagen und welche genauen neuronalen Prozesse sich bei den Tricks abspielen. Ein spannendes Buch, in dem man einige der bekanntesten Zaubertricks erklärt bekommt. Vorsicht aber bei den Schlussfolgerungen der amerikanischen Wissenschaftler: Einige gehen sehr weit und sind wissenschaftlich eher Hypothesen als durch Versuche gedeckt.

The Secret Life Of Houdini

William Kalush/Larry Sloman
The Secret Life Of Houdini – The making of the world’s greatest mystifier
608 Seiten, Verlag Simon & Schuster, 20071.

Die Biographie ist spannend wie ein Krimi und erzählt von Houdinis Geburt bis zu seinem Tod. Sehr viele interessante Einzelaspekte werden hier zum ersten Mal erzählt und bringen so Houdinis Charakter dem Leser näher. Aufgrund zweier spektakulärer Thesen ist dieses – nur auf Englisch vorliegende – Buch bekannt geworden: Die Autoren haben Belege dafür gefunden, dass Houdini für den englischen Geheimdienst arbeitete und dass Houdini von langer Hand ermordet wurde. Auch dafür führen sie Belege an, die nicht ganz leicht von der Hand zu weisen sind, auch wenn es für die Mordthese nie letztgültige Sicherheit geben kann. Ein lesenswertes Buch, das dem Leser auch vermittelt, wie Amerika mit Houdini den ersten amerikanischen Super- und Popstar hervorbrachte, der weltweit erfolgreich war.

Magic: 1400s-1950s

Noel Daniel
The Big Book of Magic
544 Seiten, TASCHEN, 2013

Das ist ein Traum von einem Buch, das über fünf Jahrhunderte durch die Geschichte der Magie führt. Zahlreiche Darstellungen, Fotos, Plakate und vieles mehr sind dort abgedruckt. Es werden Biographien und die größten Tricks bekanntesten und spektakulärsten Zauberer erzählt. Wer danach nicht zum Anhänger oder zumindest Bewunderer der Magie wird, dem ist nicht mehr zu helfen. Achtung: Das großformatige Buch ist nicht ganz billig und sprengt jeden herkömmlichen Bücherschrank.

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