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Große Völker (1/3)  | 09.03.2014  Die Griechen

Griechenland gilt als die Wiege Europas

Die moderne Welt hat den alten Griechen eine Menge zu verdanken: die tragischsten Dramen und unterhaltsamsten Komödien, aber auch den Mathematikunterricht. Auch dass wir joggen oder Marathon laufen, ist den Griechen geschuldet – ebenso die Olympischen Spiele, die Menschen unterschiedlichster Herkunft friedlich miteinander vereinen sollen. Und nicht zuletzt ist die Demokratie das Erbe berühmter Vordenker aus Athen. Vielleicht haben es die meisten schon vergessen, aber Griechenland gilt als die Wiege Europas. 

Griechische Athleten im Comicstil

Große Völker: Die Griechen

Die moderne Welt hat den alten Griechen eine Menge zu verdanken: Dramen und Komödien, den Mathematikunterricht und die Olympischen Spiele - und nicht zuletzt die Demokratie.

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Die ersten Weltkarten mit Längen- und Breitengraden stammen aus der Antike.

Griechische Erfindungen in der Antike

Von den ersten Weltkarten bis zur Losmaschine

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Comic Griechen Olympia

Comic: Die Griechen

Comic als neues Stilelement der Reihe Große Völker:  die Superstars im alten Olympia waren Ringer, Catcher und Boxer

(Quelle: ZDF/xkopp)

Der Blick zurück in die Geschichte der Griechen beginnt nach den "dunklen Jahrhunderten" um etwa 750 vor Christus. Damals entstehen an den zerklüfteten Küsten des östlichen Mittelmeers unabhängige Stadtstaaten, die untereinander im Dauerclinch liegen. Nur die Vorstellung von einer illustren wie ebenso intriganten Götterwelt, die vom Olymp aus alle Bereiche des irdischen Lebens beherrschen, verbindet sie. Kein Krieg, keine Hochzeit, keine sonstigen Handlungen werden geplant, ohne den Rat der himmlischen Helden einzuholen.

Karte und Chronik antikes Griechenland

Stadtstaaten im frühen Griechenland

Karte Stadtstaaten Griechenland

Vor fast 3000 Jahren beginnt die Geschichte der Griechen, damals eine Ansammlung aus vielen kleinen Stadtstaaten, die rund um das östliche Mittelmeer entstanden sind.

Kurzchronik - die wichtigsten Eckpunkte

Um 1200 v. Chr. Untergang der mykenischen Kultur

1200 v. Chr. bis 800 v. Chr. Dunkles Zeitalter: schriftlose Zeit, griechische Stämme werden sesshaft

Um 800 v. Chr. Homers Ilias und Odyssee sind die ersten großen Schriftzeugnisse der griechischen Geschichte

776 v. Chr. Beginn der Olympischen Spiele

750 bis 550 v. Chr. Entstehung der Polis (politisch autonomer Stadtsaaten) durch Verstädterung, griechische Kolonisation des Mittelmeergebiets und Schwarzmeerraum

734 v. Chr. Gründung von Syrakus, wird zur bedeutendsten griechischen Stadt im Westen

621/620 v. Chr. Drakons Gesetze: Festschreibung harter Strafen, auf die sich die heutige Bezeichnung „drakonische Strafen“ bezieht

594/593 v. Chr. Reform Solons: Neuordnung des Gesellschaftssystem und damit Wegbereitung der Demokratie

508/507 v. Chr. Reformen des Kleisthenes: Anfänge der Demokratie

490 bis 479 v. Chr. Perserkriege

487/477 v. Chr. Delisch-attischer Seebund

um 485 bis 425 Herodot, "Vater der Geschichtsschreibung", berichtet ausführlich über die Perserkriege

479 bis 431 v. Chr. Größte Ausdehnung, Machtentfaltung und kulturelle Blüte Athens sowie Vollendung der Demokratie

451/450 v. Chr. Volljährige Athener erhalten das Bürger- und damit Wahlrecht

431 bis 404 v. Chr. Peloponnesischer Krieg

404 bis 371 v. Chr. Spartanische Hegemonie

384 bis 322 v. Chr. Aristoteles, Philosoph

371 v. Chr. Niederlage Spartas gegen Theben, Verlust der Spartanischen Hegemonie über Griechenland

371 bis 362 v. Chr. Thebanische Hegemonie

338 v. Chr. Sieg Philipps II. über die Griechen. Makedonien wird Hegemonialmacht

338/337 v. Chr. Begründung des Korinthischen Bundes zwischen Philipp II. und den Griechen

336 bis 323 v. Chr. Regentschaft und Feldzüge Alexander des Großen, Beginn des Hellenismus

331 v. Chr. Gründung von Alexandria

323 bis 301 v. Chr. Die Diadochen streiten um Alexanders Erbe

288 v. Chr. Ptolemaios II. begründet die Bibliothek von Alexandria

287 bis 212 v. Chr. Archimedes, Mathematiker und Physiker

212 v. Chr. Syrakus fällt an Rom

133 v. Chr. Pergamon fällt an Rom

30 v. Chr. Eroberung von Alexandria und Selbstmord von Kleopatra

Während die einen einer Welt aus Mythen und Mysterien nachhängen, wagen sich ein paar wenige Universalgelehrte an andere Modelle der Welterklärung. Die Philosophen beobachten die Natur, suchen nach Zusammenhängen zwischen Ursache und Wirkung und glauben fest an Erkenntnisgewinne durch logisches Denken. Sie sind die Begründer der Wissenschaft und bahnbrechender Errungenschaften – angefangen von der ersten Dampfmaschine über die Entdeckung der Erde als Kugel bis hin zum schusssicheren Brustpanzer.

Demokratie - Produkt der ständigen Kriege

Eine der revolutionärsten Ideen der Griechen aber ist die Demokratie. Kaum zu glauben, aber sie ist ein Produkt der ständigen Kriege untereinander, vor allem aber gegen die übermächtigen Perser. Jeder Mann im Staat wird im Kampf gegen den Feind von außen gebraucht; im Gegenzug fordert das Volk umfassende Mitspracherechte. In Athen erkennen die Verantwortlichen früh, dass sie Zugeständnisse an die Bürger machen müssen. Nach und nach führen sie Reformen ein, bis eine völlig neue Verfassung entsteht. Sie soll den Griechen eine Herrschaftsform garantieren, die maßgeblich vom Volk ausgeht. Politisches Stimmrecht besitzen alle männlichen Griechen über 18 Jahre. Sklaven, Frauen und Kinder sind von der Meinungsbildung ausgeschlossen.

Comicclips "Die Griechen"

Griechische Götter

Apollon als Comicfigur

Im Comicstil erklärt: griechische Götter von Zeus bis Apollon

Athleten

Griechische Athleten im Comicstil

Legenden und "Loser": griechische Athleten im Comicstil

Theater

Griechisches Theater im Comicstil

Im Comicstil erklärt: Epos, Tragödie und Komödie

Grundsätzlich fallen die Entscheidungen nach dem Mehrheitsprinzip. In der Praxis sieht es aber so aus, dass zumeist die Reichen die große Linie vorgeben, denn sie sind die einzigen, die mit ihrem Privatvermögen haften können. Und das ist damals für jeden Spitzenpolitiker Pflicht. In späteren Zeiten wird die Volksherrschaft über Jahrhunderte erfolgreich vermieden. Erst mit der Französischen Revolution ändert sich das wieder. Inzwischen existieren weltweit 115 freiheitlich geführte Regierungen, die mehr oder weniger die Rechte des Einzelnen in ihrem Staatsvertrag verankert haben. Auch die Europäische Union beruft sich in ihrem Gründungspapier auf das politische Konzept aus dem alten Griechenland.

Theater und Spiele als herausragende Pionierleistungen

Neben Politik und Wissenschaft haben noch zwei weitere Errungenschaften ihren Anfang in der Antiken Welt genommen. Zum einen ist das die Entstehung des Theaters, das damals vor allem dazu diente, den Bürgern ihre Welt über das Spiel auf der Bühne zu erklären. Der Zeit weit voraus ist dabei die Vorstellung, dass bei der Vorführung der Tragödien und Komödien die Seele des Menschen eine Wandlung vollzieht, wenn nicht sogar einen Heilungsprozess durchläuft. Jedes dramatische Werk folgt seither denselben Gestaltungsmustern, die von den großen Autoren Griechenlands entwickelt wurden.

Tempelruine Olympia
Tempelruine: Im 5. Jh. n.Chr. ist es mit den Wettkämpfen in Olympia vorbei. (Quelle: ZDF/Axel Schmidt)
Die Einführung der Olympischen Spiele ist die zweite herausragende Pionierleistung. Das Ereignis findet alle vier Jahre statt. Eine Woche lang messen sich Freund und Feind in unterschiedlichen sportlichen Disziplinen. Während der gesamten Dauer des Spektakels, so verlangen es die Regeln, herrscht Frieden. Im 5. Jahrhundert nach Christus wird das Praktizieren des "heidnischen Kultes" auf Erlass des christlichen Kaisers Theodosios verboten. Erst 1896 finden in Athen – nach 1500 Jahren Unterbrechung – die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt. Wie bei den alten Griechen stehen sie ganz im Zeichen der Völkerverständigung. Das ist bis heute so geblieben.

Sendungsinformationen

Erstausstrahlung ZDF: 9. März 2014, 19.30 Uhr

Film von Susanne Utzt und Christina Trebbi
Redaktion TV: Claudia Moroni

Redaktion Online: Michael Büsselberg, Dany Stief

09.03.2014

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