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Terra X  | 18.08.2013  Die Macht der Jahreszeiten (1/2)

Frühjahr und Sommer

Die Jahreszeiten sind der geheime Motor allen Lebens auf der Erde. Seit Ende der Eiszeit prägen sie den Rhythmus der Natur. Je nach geografi­scher Lage fallen sie zwar unterschiedlich aus, dennoch gelten sie weltweit als konstante Größe und geben den Takt vor: Menschen, Tiere und Pflanzen richten sich nach dem Ablauf von Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Im Zentrum der ersten Folge stehen Frühling und Sommer. Die filmische Reise beginnt im Februar mit dem Erwachen der Natur und endet im spätsommerlichen Monat August. 

Buschwindröschen im Wald

Die Macht der Jahreszeiten, Folge 1

Wie Frühling und Sommer die Natur und das Leben der Menschen in Deutschland prägen und wie sich die Jahreszeiten durch den Klimawandel verändern werden. Erste Folge des Zweiteilers.

(18.08.2013)
Deutschlandkarte mit Wetterstationen

Der Klimawandel wird sichtbar

Zahlreiche Wetterstationen und viele freiwillige Helfer beobachten den Verlauf der Jahreszeiten in Deutschland.

(18.08.2013)
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Von Krokussen und Regenschauern ...

Eine Auswahl aus der Terra X-Mitmachaktion

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Heuschrecke auf Storchschnabel-Blüte

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Zu den Vorboten des Frühjahrs gehört das Schneeglöckchen, das sich unbeirrbar durch das harsche Erdreich ans Tageslicht müht. Doch erst wenn die Sonnenstunden merklich zunehmen und die Schneegrenze immer weiter in die Berggipfel zurückweicht, lässt sich der Frühling nicht mehr aufhalten. Die Flüsse schwellen an, das Grundwasser füllt sich. Im Reich der Tiere herrscht plötzlich rege Betriebsamkeit. Nach und nach legt die Landschaft ihr dunkles Winterkleid ab und präsentiert sich im leuchtend grünen Gewand. Die Zeit der Blüte setzt ein. Auch in der Atmosphäre tut sich was: Die Luft wird täglich milder und ist voll von neuartigen Gerüchen. Das Stimmungsbarometer steigt, die Menschen drängen nach draußen, in den Städten pulsiert wieder das Leben.

Die Apfelblüte zeigt an, ob der Frühling schon da ist


Schäfer Johannes Smietana steht auf einer Weide mit Schafen im Vordergrund
Schäfer Johannes Smietana erlebt die Macht der Jahreszeiten hautnah. (Quelle: ZDF)
Einer, der die Anzeichen der Natur schon früh wahrnimmt, ist Schäfer Johannes Smietana von der Schwäbischen Alp. Er weiß, im Frühjahr ist das Gras am saftigsten und beschert den Lämmern eine besonders eiweißreiche Milch. Spätestens im März machen sich die Bauern ans Werk und bringen die Aussaat in die Erde. Um das Timing der einzelnen Arbeitseinsätze festzulegen, haben sich die Landwirte über Generationen an alten Bauernregeln und am "Hundertjährigen Kalender" orientiert. Heute verlassen sie sich lieber auf die Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes.

Lange haben die Wetterkundler nur zwischen meteorologischen und astronomischen Jahreszeiten unterschieden. Inzwischen hilft als dritte Disziplin die Phänologie. Sie sorgt für eine genauere Bestimmung der einzelnen Perioden. Dabei beobachten Forscher die Entwicklungen in der Natur anhand von sogenannten Zeigerpflanzen. Sie haben festgestellt, dass in Deutschland und ganz Mitteleuropa nicht vier, sondern zehn Jahreszeiten greifen. Welchen Wert die Methode hat, zeigt sich bei der Berechnung des Frühlings mit Hilfe der Apfelblüte. Je nachdem, wann und wo der Baum anfängt zu blühen, sprechen die Wissenschaftler vom Vollfrühling. Und der beginnt seit geraumer Zeit immer früher und dauert länger, auch wenn jüngste Wetterkapriolen mit verheerenden Hochwassern eher das Gegenteil vermuten lassen.

Im internationalen Tornadoranking auf Platz 10

Der Sommer wird – zumindest aus astronomischer Sicht – mit der Sommersonnenwende am 21. Juni eingeläutet. Das ist der Tag, an dem die Sonne bei uns am höchsten steht und am längsten scheint. Entsprechend kurz fällt die Nacht aus. In vielen Regionen feiert die Bevölkerung das Ereignis mit einem lodernden Sonnwendfeuer. Schließlich gehören Juni, Juli, August zur schönsten Zeit des Jahres. Die großen Ferien stehen vor der Tür, die Badesaison erreicht ihren Höhepunkt und laue Abende laden zum Verweilen im Freien ein. So haben Generationen den Sommer in wehmütiger Erinnerung.

 

Prof. Glaser im Interview

Zusammenhang von Klima und Kulturgeschichte

Klimahistoriker Prof. Dr. Rüdiger Glaser

Prof. Dr. Rüdiger Glaser ist Geograph und Klimahistoriker und geschäftsführender Direktor des Instituts für Physische Geographie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

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Klimahistoriker Prof. Dr. Rüdiger Glaser

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Klimahistoriker Prof. Dr. Rüdiger Glaser

Mehr über Prof. Dr. Rüdiger Glaser

Prof. Glaser, geboren 1959, ist Geschäftsführender Direktor des Instituts für Physische Geographie und Historische Klimatologie an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg und beschäftigt sich seit fast 30 Jahren intensiv mit der Klimageschichte unseres Kontinents. Glaser sammelte und analysierte Aufzeichnungen aus den letzten 1200 Jahren und gilt als Koryphäe auf dem Gebiet der Klimahistorie. Zu seinen wichtigsten Publikationen zählen "Klimageschichte Mitteleuropas. 1200 Jahre Wetter, Klima, Katastrophen" (2008) und "Global Change. Das neue Gesicht der Erde" (2013). Die Autoren trafen den Forscher zu einem Interview in Freiburg und begleiteten ihn auch auf einer Exkursion.


Doch mit dem globalen Klimawandel haben sich auch die aktuellen Wetterlagen verändert. Einerseits zeigen sie sich weniger stabil, andererseits werden sie immer extremer. So wie 2003, als anhaltende Rekordtemperaturen den Supersommer in eine gesamteuropäische Hitzewelle mit hohen Ozonwerten und zahlreichen Waldbränden verwandelten. Zudem bedrohen immer häufiger heftige Unwetter, begleitet von Tornados und Hagel, weite Gebiete Deutschlands.


Feuerrad rollte den Berg bei Sonnenwendfeier herunter
Traditionelles Spektakel: Ein Feuerrad beim Osterbrauch in Lüdge. (Quelle: ZDF)
Das "Terra X"-Team hat einen Piloten bei seinem Einsatz in eine Gewitterfront begleitet, der mit dem Versprühen von Silberjodid Hagelunwetter verhindern soll. Sturmjäger liefern schaurig schöne Bilder von Wirbelstürmen, wie man sie nur in der Karibik oder den USA anzutreffen glaubt. Fast niemand weiß, dass Deutschland mit rund 60 Tornados pro Jahr im internationalen Ranking bereits auf Platz zehn steht. Und auch in Zukunft stehen den Deutschen stürmische Zeiten bevor.

  

Ende August, nach rund 89 Tagen, kündigt sich bereits der Herbst an. Als Vorspiel entfaltet der Altweibersommer noch einmal seine ganze Kraft – traditionell mit viel Sonne und milden Temperaturen. Die Bauern haben ihre Ernte eingefahren, die Winzer in den Weinbergen fangen erst an. Dank des immer wärmer werdenden Klimas einige Wochen früher als noch vor zehn Jahren.

Sendungsinformationen

Folge 1:  Frühling und Sommer- 17.8.13, 19:30 Uhr (ZDFneo)/ 18.8.13, 19:30 Uhr (ZDF);

Folge 2: Herbst und Winter - 24.8.13, 19:30 Uhr (ZDFneo)/ 25.8.13, 19:30 Uhr (ZDF)

Buch und Regie Folge 1:  Robert Schotter, Friedrich Steinhardt, Simone Rosner

Buch und Regie Folge 2: Petra Thurn, Friedrich Steinhardt

Kamera: Thomas Bresinsky, Sven Bender, Ralf Heinze, u. a.

Redaktion:  Claudia Moroni

Online-Redaktion: Kirsten Bode

18.08.2013

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