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PRAXIS täglich  | 22.02.2016  Ambulante psychiatrische Pflege

Betreuung zu Hause statt in der Klinik

Ambulante psychiatrische Pflege soll Menschen mit psychischen Problemen helfen, so eigenständig wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung leben zu können. 

Pflegedienst bei Patientin

Der ambulante psychiatrische Dienst hilft Patienten mit Demenz und anderen Erkrankungen, indem die Pflegekräfte sie zu Hause bei der Bewältigung ihres Alltags unterstützen.

(22.02.2016)
Pflegedienst

Bestimmte Diagnose

Um ambulante psychiatrische Pflege in Anspruch nehmen zu können, muss eine bestimmte Diagnose vorliegen - beispielsweise Demenz.

(Quelle: imago/epd)

Panikattacken oder Wahnvorstellungen – die Bandbreite der psychischen Probleme ist groß; auch im Schweregrad unterscheiden sie sich sehr. Menschen, die unter derartigen Störungen leiden, müssen daher nicht immer stationär in Kliniken behandelt werden. Dennoch benötigen sie häufig Hilfe; etwa weil ihnen der Antrieb fehlt, zur Psychotherapie zu gehen, ihre sozialen Beziehungen zu pflegen oder ihren Arbeitsplatz aufzusuchen. In solchen Fällen können die Patienten ambulante psychiatrische Pflege in Anspruch nehmen, bei der sie von Fachpersonal zu Hause betreut und in ihrem Alltag begleitet werden. Das hat für die Patienten den Vorteil, dass sie so eigenständig wie möglich in der gewohnten Umgebung leben können. Und wenn stationäre Klinikaufenthalte nicht zu vermeiden sind, kann die ambulante psychiatrische Pflege auch der Nachbetreuung dienen und den Patienten so die Rückkehr erleichtern.

Voraussetzung für eine ambulante psychiatrische Pflege ist, dass der Patient behandlungsfähig ist und seine Therapieziele erreichbar scheinen. Zudem muss eine bestimmte Diagnose vorliegen – dazu gehören etwa Demenz, Depressionen und Schizophrenie. Dann können bis zu 14 Einheiten pro Woche über einen Zeitraum von vier Monaten hinweg verordnet werden. Die Verordnung nimmt ein Facharzt, beispielsweise ein Neurologe oder Psychiater, vor. Dieser erstellt zudem einen Plan, in dem unter anderem die Behandlungsschritte und das Behandlungsziel festgelegt werden. Letzteres kann zum Beispiel darin bestehen, den Patienten in die Lage zu versetzen, Krisen eigenständig zu erkennen und diese zu bewältigen. Aber auch die Angehörigen können mit einbezogen werden – etwa indem sie angeleitet werden, wie sie mit einem psychisch Kranken umgehen sollten.

Finanziert durch die Krankenkassen

Finanziert wird die ambulante psychiatrische Pflege im Wesentlichen durch die Krankenkassen, wobei volljährige Versicherte eine Zuzahlung von zehn Prozent der Kosten für höchstens 28 Tage zu leisten haben. Normalerweise bieten die Krankenkassen den Versicherten eine Dienstleistung, sie stellen also die Pfleger. Dafür schließen sie üblicherweise mit Experten für psychiatrische Pflege Versorgungsverträge ab. Unter bestimmten Bedingungen erstatten die Krankenkassen aber auch die Kosten für einen vom Versicherten selbst beschafften Pfleger – etwa dann, wenn der Versicherte glaubhaft machen kann, dass er nur eine spezielle Person in dieser Position akzeptieren kann. Diese muss zwar über Pflegekompetenz verfügen, aber nicht zwingend über eine formale Qualifikation, beispielsweise in Form einer einschlägigen Ausbildung.

22.02.2016

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