zurück Startseite

Top-Thema  | 02.05.2013  Das Internet vergisst nicht

So löschen Sie Spuren im Internet

Wer im Internet surft, hinterlässt Spuren. Die Daten werden zum Beispiel von Unternehmen genutzt, um gezielt Werbung zu platzieren oder Kauf-Empfehlungen zu geben. Doch die Informationen können auch gegen den Nutzer verwendet werden, der sie im Netz hinterlassen hat. 

Spuren löschen im Internet

Wer im Internet unterwegs ist, hinterlässt Spuren. Wie man diese entfernen kann und worauf man beim Surfen noch achten sollte, erklärt Computer-Experte Marko Bagic.

(02.05.2013)
Werbung auf YouTube

Werbung im Internet

Mit Cookies, die das Nutzungsverhalten dokumentieren, wird im Internet gezielt Werbung platziert.

(04.10.2009 Quelle: imago)

Empfehlungen im Online-Kaufhaus, mit Artikeln des zuletzt besuchten Online-Shops gespickte Werbebanner, Verweise auf ähnliche wie die zuletzt angesehenen Videos auf Online-Portalen: Ein Großteil der modernen Funktionalität beruht auf dem Platzieren von Cookies. Dabei handelt es sich um kleine Text-Dateien, in denen verschiedene Informationen gespeichert werden können.

Bei zukünftigen Besuchen der Webseite wird der Benutzer anhand dieses Cookies erkannt und der Gebrauch der Seite, etwa Einstellungen oder Suchbegriffe, darin abgespeichert. So ist es zum Beispiel möglich, die Webseite automatisch so darzustellen, dass Produkte vorgestellt werden, die der Nutzer beim letzten Besuch angeklickt hat. Manche Anbieter gehen noch weiter: Sie erstellen aus den Informationen Empfehlungslisten oder kooperieren gar mit großen Werbefirmen, die mit diesen Nutzerdaten handeln, um komplette User-Profile zu erstellen.

Anonymität zurückgewinnen

„Ein Onlinebesuch hinterlässt in der Regel sowohl auf dem Endgerät als auch auf allen dazwischen geschalteten Stationen wie Web-Servern Spuren“, erklärt Computer-Experte Marko Bagic. Mit den meisten Möglichkeiten, die ein Browser zur Anonymisierung bietet, lassen sich zwar die Spuren auf dem eigenen Endgerät löschen (etwa über entsprechende Browser-Einstellungen oder beim Surfen im „privaten Modus“), die Spuren auf den Servern der Anbieter verschwinden jedoch nicht so leicht: Zumindest die dem Nutzer vom Internetanbieter zugewiesene IP-Adresse wird dokumentiert, wenn man nicht anonym surft.

An diesem Punkt setzen verschiedene Modelle an, die ein anonymisiertes Surfen im Netz ermöglichen. So gibt es verschiedene Webseiten, über die man einen Seitenbesuch „umleiten“ kann. Eine andere Möglichkeit bietet zum Beispiel Software, mit der Datenverkehr verschlüsselt über verschiedene Knotenpunkte geschleust wird und somit nicht zurückverfolgt werden kann. Auch über vorgeschaltete Proxy-Server ist anonymes Surfen möglich. Mit der gewonnen Anonymität geht aber meist auch ein Verlust an Geschwindigkeit einher.

Datenlöschung problematisch

Schwierig wird es, wenn persönliche Informationen, die über das eigene Surfverhalten hinausgehen, den Weg ins Internet finden. Sind Bilder, Videos und Texte erst einmal im Netz gelandet, lässt sich das kaum wieder rückgängig machen. Das Sperren unerwünschter Inhalte ist problematisch. Wer Fotos oder Foreneinträge gelöscht haben möchte, muss in einem ersten Schritt über das Impressum herausfinden, wem die Seite gehört und denjenigen auffordern, die Einträge zu entfernen. In Deutschland ist ein Impressum Pflicht. Falls es fehlt, kann die Suche nach dem Inhaber der Internetadresse weiterhelfen, zum Beispiel über die zentrale Registrierungsstelle für .de-Domains „denic“.

Prinzipiell haftet der Seitenbetreiber für die Daten auf seiner Seite ab jenem Moment, in dem er über sie in Kenntnis gesetzt wurde – und ist verpflichtet, zu reagieren. Ob der Betreiber der Aufforderung zum Löschen tatsächlich auch nachkommt, hängt vielfach von dessen Entgegenkommen ab. Meist haben sich die Betreiber einer Seite umfangreiche Nutzungs- und Verwertungsrechte einräumen lassen, so etwa im Fall von facebook. Wenn sie sich stur stellen, und der Betroffene im Extremfall sogar im Ausland klagen muss, wird es schwierig, sein Anliegen durchzusetzen.

Hilfe vom Fachmann

Professionelle Anbieter versprechen, die Netzidentität von Online-Nutzern zu bereinigen. Diese so genannten Reputationsmanager prüfen, wo noch Informationen versteckt sind und veranlassen das Löschen der Einträge. Sollte dies nicht zum gewünschten Erfolg führen oder sind die Zusammenhänge sehr komplex, hat man die Möglichkeit einen Anwalt einzuschalten.

Virtuelles Gedächtnis

Selbst Einträge, die gelöscht und vermeintlich verschwunden sind, können trotzdem noch im Internet auffindbar sein, zum Beispiel wenn sie auf anderen Seiten verlinkt sind. Frühere Fundstellen werden oft im Cache (einem eigenen Zwischenspeicher) gelagert. Um sie verschwinden zu lassen, muss man mit den Suchmaschinen-Betreibern Kontakt aufnehmen. Selbst wenn diese Hürde genommen wurde, folgen noch weitere: Es gibt Webseiten, die automatisch öffentliche Archive von früheren Webseiten anlegen.

„Die Industrie wird im Erfassen der Daten immer besser, beim Umgang mit persönlichen Daten sollte man daher immer Vorsicht walten lassen“, rät Marko Bagic. Er rät dazu, eine alternative E-Mail-Adresse einzurichten, die bei der Registrierung für verschiedene Portale angegeben werden kann. Zudem solle man hinterfragen, warum bestimmte Informationen für eine Registrierung überhaupt notwendig sind. Bei Bildern biete sich das Setzen eines großflächigen Wasserzeichens an, das eine Weiterverwertung erschwere. Allerdings gibt er zu bedenken: „Selbst wenn man es geschafft hat, seine Spuren aus dem Internet zu löschen, hat man dennoch keine Garantie, dass nicht doch noch irgendwo eine Kopie gespeichert wurde.“

02.05.2013

Weitere Links zum Thema "Internet"

Volle Kanne - Service täglich im ZDF

  • Einfach lecker

    Spargelcremesuppe

    Die Spargelcremesuppe ist eine klassische Vorspeise, die in der Spargelzeit bei keinem Menü fehlen ... ARTIKEL

  • Top-Thema

    Teure Dispokredite

    Zweistellige Dispozinsen sind keine Seltenheit, obwohl der Leitzins historisch niedrig ist. Seien ... ARTIKEL

  • Einfach lecker

    Rinderbrust auf flämische Art

    Armin Roßmeier bereitet eine Rinderbrust nach flämischem Rezept zu. Dazu passen frisch geriebener ... ARTIKEL

  • Besserwisser

    Redensarten und ihre Ursprünge

    Wer die Katze im Sack kauft, hat wohl ein Brett vorm Kopf! Besserwisser Florian Weiss klärt über die ... ARTIKEL

  • Reihe

    Drillinge testen für "Volle Kanne"

    Die "Volle Kanne"-Drillinge Isabel, Steffi und Yvonne Pastucha sind im Einsatz! Je nach Jahreszeit ... ARTIKEL

Versenden

Artikel versenden

Versenden Sie den Beitrag an Freunde.

Datenschutz
Das ZDF versichert, Ihre Daten entsprechend den datenschutzrechtlichen Bestimmungen vertraulich zu behandeln.
schließen Beitrag versenden

Versenden

Hinweis

Der Beitrag wurde erfolgreich versendet.

schließen

Merkliste

Papierkorb Bild
Merkliste versenden Merkliste schließen

Merkliste

Merkliste versenden

Versenden Sie Ihr Merkliste an Freunde.

Datenschutz
Das ZDF versichert, Ihre Daten entsprechend den datenschutzrechtlichen Bestimmungen vertraulich zu behandeln.
Zurück zur Merkliste Absenden Button

Merkliste

Hinweis

Die Merkliste wurde erfolgreich versendet.

Zurück zur Merkliste Merkliste schließen