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WISO  | 21.10.2013  Flächendeckender Mindestlohn

Die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns soll die Arbeitnehmer vor Lohnarmut absichern. Der zunehmenden Ausbreitung von Niedriglöhnen in Deutschland könnte mit der Einführung einer gesetzlich verankerten Untergrenze entgegen gewirkt werden. Die Menschen sollen von ihrer Arbeit leben können. 

Tariflicher Mindestlohn

Die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns soll die Arbeitnehmer vor Lohnarmut absichern. Denn immer mehr Menschen arbeiten im Niedriglohnbereich.

(21.10.2013)

Viele Menschen haben mehrere Jobs, weil das Geld zum Leben nicht reicht. Ein flächendeckender Mindestlohn könnte generell die Arbeitnehmer vor Lohndumping schützen, so die Befürworter: Den Beschäftigten würde ein Minimum zustehen, um ihre Grundbedürfnisse zu sichern. Doch schaffen Mindestlöhne Arbeitsplätze oder werden sie dadurch eher vernichtet? Die Gegner des flächendeckenden Mindestlohnes in Höhe von 8,50 Euro gehen von negativen Folgen für den Arbeitsmarkt aus: Sie erwarten, dass dadurch Stellen in Ostdeutschland abgebaut werden und sprechen sich für die bisherigen Branchenverträge aus.

  • Das Bauhauptgewerbe ist die erste Branche in Deutschland, in der 1997 ein Mindestlohn eingeführt wurde.

  • Was ist der Unterschied zwischen Lohnuntergrenze und Mindestlohn? Bei der Lohnuntergrenze gibt es keine staatliche Festlegung des Lohnes. Die Tarifpartner legen die Untergrenze fest. Der Mindestlohn dagegen wird gesetzlich festgelegt.

Nach dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) lassen sich keine oder nur sehr geringe Auswirkungen der Mindestlohnregelungen auf das Beschäftigungsniveau von Arbeitern in deutschen Betrieben beim Bauhauptgewerbe finden. Allerdings seien diese Ergebnisse nicht auf andere Branchen übertragbar.

Mit einer gesetzlichen Regulierung gegen Lohndumping profitieren vor allem Frauen, denn diese sind besonders oft von Niedriglöhnen betroffen.

Branchen mit Mindestlohn

Abfallwirtschaft

Tarifliche Mindestlöhne nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz (AEntG) und dem Arbeitnehmer-Überlassungsgesetz in Euro/Stunde

Mindestlohn 8,68

Bauhauptgewerbe

West:
Werker 11,05
Fachwerker 13,70
Fachwerker Berlin: 13,55

Ost:
Werker 10,25

Berufliche Aus- und Weiterbildung

West inkl. Berlin:
Pädagogische/r Mitarbeiter/in 12,60

Ost:
Pädagogische/r Mitarbeiter/in 11,25

Dachdeckerhandwerk

West und Ost 11,20

Elektrohandwerk

West 9,90

Ost inkl. Berlin 8,85

Gebäudereinigerhandwerk

West inkl. Berlin:
Innen- und Unterhaltsreinigung 9,00
Glas- und Fassadenreinigung 11,33

Ost:
Innen- und Unterhaltsreinigung 7,56
Glas- und Fassadenreinigung 9,00

Gerüstbauerhandwerk

West und Ost 10,00

Maler- und Lackiererhandwerk

West:
ungelernter AN 9,90
Geselle 12,15

Ost 9,90

Pflegebranche

West inkl. Berlin 9,00

Ost 8,00

Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk

West inkl. Berlin 11,00

Ost 10,13

Wach- und Sicherheitsgewerbe

Baden-Württemberg 8,90
Bayern 8,42
Bremen 7,50
Hamburg 7,50
Niedersachsen 7,50
Nordrhein-Westfalen 8,23
Hessen 7,76
Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein 7,50
Ost inkl. Berlin 7,50

Wäschereidienstleistungen im Objektkundengeschäft

West 8,25*

Ost inkl. Berlin 7,50*

* Allgemeinverbindlichkeit noch nicht erklärt

Forstliche Dienstleister

Noch nicht im Geltungsbereich des AEntG enthalten

Mindestlohn 10,78

Lohnuntergrenze nach § 3 Arbeitnehmerüberlassungsgesetz

West 8,19

Ost inkl. Berlin 7,50

Quelle: WSI-Tarifarchiv
Stand: September 2013

21.10.2013, Quelle: IAB

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