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Gründerpreis 2015  | 30.06.2015  Traumberuf Unternehmer

Der lange Weg zum Erfolg

Der Deutsche Gründerpreis 2015 in den Kategorien StartUp und Aufsteiger geht an die RESTUBE GmbH aus Pfinztal und die Jimdo GmbH aus Hamburg. Für sein Lebenswerk wurde Unternehmer Prof. Dr. Jörg Sennheiser geehrt und den Sonderpreis erhielt die auticon GmbH. 

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Gründerpreis '15: Traumberuf Unternehmer

Bier zum Selbstbrauen, lebensrettende Luftkissen im Wassersport, "Qualitätslifting" für Webseiten. Welche Idee gewinnt den Deutschen Gründerpreis? Markus Resch & Erik Hane begleiten die Nominierten.

(30.06.2015)
Ein Blick hinter die Kulissen der Gründerpreis-Jury.

Inside Gründerpreis: eine Jurysitzung

Was für Fragen müssen die Kandidaten beantworten? Wie präsentieren sich die Start-Ups? Ein Blick hinter die Kulissen der Gründerpreis-Jury.

(30.06.2015)

Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, gratuliert allen diesjährigen Preisträgern und Finalisten: „Der Deutsche Gründerpreis ist eine außerordentliche Anerkennung für alle Gründerinnen und Gründer. Sie beweisen den Mut und den Willen, eigene Ideen umzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Ihre Innovationskraft und die vielseitigen Geschäftsmodelle gestalten die Zukunft der deutschen Wirtschaft. Nicht zuletzt zeigen die Preisträger, wie kreativ und vielfältig die Gründerszene in Deutschland ist.“

Der Preis

Der Deutsche Gründerpreis ist die bedeutendste Auszeichnung für herausragende Unternehmer in Deutschland. Ziel der Initiative ist es, ein positives Gründungsklima in Deutschland zu fördern und Mut zur Selbstständigkeit zu machen. Der Preis wird jährlich in den Kategorien Schüler, StartUp, Aufsteiger und Lebenswerk verliehen. Außergewöhnliche Unternehmerleistungen können mit einem Sonderpreis gewürdigt werden.

Ausgelobt wird der Deutsche Gründerpreis von den Partnern stern, Sparkassen, ZDF und Porsche. Bereits seit 1997 setzen sich die Partner für die Förderung des Unternehmertums und der Gründungskultur ein. Die Initiative wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, namhaften Förderern, einem hochkarätigen Kuratorium und einem Experten-Netzwerk unterstützt.

Finalisten der Kategorie StartUp

Die Finalisten für den Deutschen Gründerpreis 2015 in den Kategorien StartUp und Aufsteiger stehen fest. Sechs herausragende Unternehmen wurden durch die Jury nominiert. Deutscher Gründerpreis goes online: Ob Suchmaschinenoptimierung, Online-Portal oder Websitenerstellung – die diesjährigen Nominierten überzeugen mit digitalen Geschäftmodellen. Doch nicht nur das Internet verbindet die Finalisten – sondern vor allem ihr Mut und Unternehmergeist. Denn alle sind sich einig: Es gibt nichts Schöneres als zu gründen und die eigenen Ideen zu verwirklichen. In der Kategorie StartUp stellt der Preis ein- bis maximal dreijährige Unternehmen in den Mittelpunkt, die ihre Geschäftsidee besonders erfolgreich am Markt etabliert haben.

Nominierte StartUp

Customized Drinks GmbH aus München

Wolfgang Westermeier, Dominik Guber, Ping Lu

Selbst gebrautes Bier aus der eigenen Küche − das hat es im Heimatland des Reinheitsgebots so noch nie gegeben. Die originellen Heimbrau-Sets von Braufässchen bringen selbst überzeugte Weintrinker auf den Geschmack.

Ein 5-Liter-Metallfässchen, Hopfen und Malz, Aromen nach Geschmack und ein paar Liter heißes Wasser – damit kann jeder sein ganz persönliches Bier brauen. Die Zutaten liefern die drei Jungs von Braufässchen fix und fertig vorbereitet und mit Erfolgsgarantie. Ausgefallene Kreationen mit Chili-, Eichenholz- oder Kirscharoma sind genauso möglich wie ein klassisches Helles. „Eine echte Innovation, die die aktuellen Trends Individualisierung und Do-it-yourself in eine Traditionsbranche hineinträgt“, urteilte die Expertenjury des Deutschen Gründerpreises.

Die Idee kam den Studenten „einfach so“, die klassische Bierauswahl war ihnen „zu langweilig“. Erste Brauversuche starteten Maschinenbauer Dominik Guber (27), Mathematiker Ping Lu (27) und Biologe Wolfgang Westermeier (29) in ihren WGs. Das Resultat: Eine „unglaublich schmutzige Küche“, aber auch „Begeisterung“ von Freunden beim Verkosten.

RESTUBE GmbH aus Pfinztal

Marius Kunkis, Christopher Fuhrhop

Ein kurzer Zug am Auslöser, und sekundenschnell bläst sich die Restube-Rettungsboje zu voller Größe auf. Das völlig neue Sicherheitsprodukt begeistert Wassersportler auf
der ganzen Welt.

Wer es dabei hat, kann den Tag im Wasser mit Sicherheit richtig genießen: Ein kleines Päckchen an der Badehose, kaum größer als ein Smartphone, das weder beim Schwimmen noch beim Surfen oder anderen Aktivitäten stört. Im Notfall bläst sich das Päckchen durch einen Zug am Auslöser zu einer Boje auf, an der man sich festhalten kann, bis Hilfe da ist.

Wie schnell selbst versierte Wassersportler in lebensgefährliche Notsituationen geraten können, hat Restube-Gründer Christopher Fuhrhop am eigenen Leib erfahren. Damals war dem begeisterten Kitesurfer der Schirm zerrissen und er erreichte das rettende Ufer gerade noch mit letzter Kraft. „Solche heiklen Situationen kommen viel öfter vor, als man glaubt“, sagt der 32-Jährige. Jedes Jahr ertrinken tausende Menschen bei Badeunfällen, viele davon bei dem Versuch, anderen zu helfen.

OnPage.org GmbH aus München

Jan Hendrik Merlin, Marcus Tandler, Andreas Bruckschlögl, Niels Doerje

OnPage.org hat einen einzigartigen Qualitätscheck für Websites entwickelt, der selbst Branchenprofis aus dem Silicon Valley begeistert. In kurzer Zeit haben die Gründer eine echte Marktlücke geschlossen.

Unternehmen, die in den unendlichen Tiefen des Internets nicht verloren gehen wollen, müssen bekanntlich dafür sorgen, dass der eigene Internetauftritt perfekt funktioniert und von den Suchmaschinen Top-Platzierungen erhält. In der Theorie ist das einfach, das Problem ist die Umsetzung. „Wir zeigen den Kunden, an welchen Stellen ihre Website noch Optimierungspotenzial hat“, erklärt OnPage.org-Geschäftsführer Marcus Tandler. Das geht über die klassische Suchmaschinenoptimierung weit hinaus. Die Software wertet insgesamt mehr als 160 Signale aus und erkennt dabei jeden kleinen Fehler im Webauftritt, tote Links beispielsweise oder doppelte Inhalte. Das Ergebnis wird so präsentiert, dass es auch Laien verstehen.

Die Idee entstand, weil den Gründern die bisherigen Analysetools zu kompliziert und zu umständlich waren. Andreas Bruckschlögl (25), Niels Dörje (43), Jan Hendrik Merlin Jacob (32) und Marcus Tandler (37) brauchten nur 1.600 Euro, um eine Lösung zu entwickeln, die ihren hohen Ansprüchen genügte. Alle vier haben ihr gesamtes Berufsleben in und mit dem Internet verbracht und blühen erst so richtig auf, wenn es wirklich kompliziert wird. „Wir sind Nerds“, sagt Tandler. „Uns reizt in erster Linie die technische Herausforderung.“ Anfangs wurde das Konzept in der Branche belächelt. Heute haben sie einen deutlichen Technologievorsprung, auch wenn inzwischen Nachahmer auf den Markt drängen. „Wir haben die weitere Entwicklung sehr früh antizipiert und rechtzeitig aufs richtige Pferd gesetzt.“

Finalisten der Kategorie Aufsteiger

In der Kategorie Aufsteiger werden Unternehmen ausgezeichnet, die nicht älter als neun Jahre sind und bereits ein außerordentliches Wachstum erreicht haben. Vorgeschlagen wurden die Unternehmen durch die rund 300 Experten des Deutschen Gründerpreises. Sie stammen aus renommierten Unternehmen, Technologiezentren, Ministerien, Gründungsinitiativen und der Sparkassen-Finanzgruppe. Die Experten verfügen über jahrelange Erfahrungen mit Unternehmensgründungen, ausgezeichnete Kontakte in die Unternehmerszene und sehr gute Branchenkenntnisse.

Nominierte Aufsteiger

Little Bird GmbH aus Berlin

Anke Odrig

Das Online-Portal Little Bird erleichtert Eltern die nervige Suche nach einem Betreuungsplatz für ihr Kind und löst zugleich die Verwaltungsprobleme von Kommunen.

Nach der Geburt von Sohn Justus ging es Betriebswirtin Anke Odrig, Projektmanagerin bei einem Softwarekonzern, wie vielen anderen Eltern. Auf der Suche nach einem Betreuungsplatz musste sie sich bei zig Kindergärten persönlich vorstellen, stand auf verschiedenen Wartelisten, wusste nicht, ob, wann und wo sie einen Platz bekommen würde.

Ihr Lösungsansatz: Ein Onlineportal, über das Eltern Betreuungseinrichtungen finden und ihr Kind verbindlich anmelden können. Und das zugleich die Bedarfsplanung von Kitas und Kommunen erleichtert, weil die dahinter stehende Software Angebot und Nachfrage erfasst und die üblichen Mehrfach-Platzvergaben vermeidet. Die spontane Idee wurde zum konkreten Projekt, als das bisherige Leben von Anke Odrig zerbrach: Scheidung, Neustart in Berlin, erneute Suche nach einem Kitaplatz. „In dieser persönlichen Krise war die Arbeit an dem Businessplan wie ein Rettungsanker.“

Jimdo GmbH aus Hamburg

Aufsteiger Jimdo

Mit wenigen Klicks zur Homepage in Profiqualität – das bietet das Baukastensystem der Hamburger Jimdo GmbH.

„Wer eine Homepage braucht, kommt an Jimdo nicht vorbei“, urteilten die Experten des Deutschen Gründerpreises. Auch ohne Design- und Programmierkenntnisse kann sich jeder mit Jimdo eine perfekte Website gestalten. Die Bedienung ist extrem simpel, selbst der Webshop ist in wenigen Minuten eingerichtet. „Ein so einfaches Tool zu bauen ist total schwer, weil die Abläufe dahinter so komplex sind“, sagt Fridtjof Detzner, einer der drei Gründer. Diese Aufgabe hat das Team ganz offensichtlich hervorragend bewältigt.

Acht Jahre nach dem Start sind etwa zwölf Millionen Jimdo-Websites online. Die Auswahljury war beeindruckt von diesem überzeugenden Erfolg und lobte die „Kreativität, Innovationsbereitschaft und Professionalität der Gründer“.

Nanoscribe GmbH aus Eggenstein-Leopoldshafen

Dr. Michael Thiel, Martin Hermatschweiler

Mit ihrem extrem präzisen, patentierten 3D-Drucker hat die Nanoscribe GmbH eine High-Tech-Gründung wie aus dem Bilderbuch hingelegt und ist zudem Technologie- sowie Marktführer.

„Wir haben das präziseste Verfahren im 3D-Druck.“ Stolz präsentiert Nanoscribe-Gründer Martin Hermatschweiler einen Mini-Eiffelturm. Jedes Detail stimmt, dabei kann man den Winzling nur unter dem Mikroskop erkennen. Die völlig neuartige Nanoscribe-Technologie erlaubt die Fertigung optischer und mechanischer Bauteile, deren Herstellung bislang technisch unmöglich war. Mit einer Auflösung von weit weniger als einem Mikrometer und Strukturgrößen von unter 150 Nanometern sind die Geräte um Klassen besser als alles, was vorher auf dem Markt war.

Das Zusatz-Bonbon der rund 400.000 Euro teuren High-Tech-Drucker: Sie sind auch für die so genannte maskenlose Lithographie geeignet, ersparen den Kunden also den Kauf eines zweiten Geräts. Die Präzisionsgeräte des Technologieführers stehen in rund 100 namhaften Forschungseinrichtungen der Welt, die Kundenliste enthält so klangvolle Namen wie die Fraunhofer- und die Max-Planck-Institute und Top-Unis wie Harvard, Caltech oder die ETH Zürich. Auch die Expertenjury des Deutschen Gründerpreises war beeindruckt, wie erfolgreich sich das Unternehmen dank klarer Alleinstellungsmerkmale etablieren konnte. „Jetzt erschließen wir die Industriemärkte“, sagt Mitgründer Dr. Michael Thiel.

Die Nanoscribe-Technologies ist für viele Unternehmen interessant, von der optischen Industrie über die Automobilbranche bis hin zur Medizintechnik. Sie ermöglicht nicht nur die Herstellung von Prototypen und Kleinserien, sondern auch von Formen zur Produktion großer Stückzahlen.

Coaching, Patenschaft und Medientraining

Die sechs Finalisten erhalten ein individuelles, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Coaching durch die Unternehmensberatung Porsche Consulting GmbH. Zudem übernehmen Kuratoriumsmitglieder des Deutschen Gründerpreises über einen Zeitraum von zwei Jahren Patenschaften für jeden Finalisten und stellen ihr Know-how und ihre Erfahrungen zur Verfügung. Die Unternehmen erhalten außerdem ein Medientraining beim ZDF sowie Zugang zum Alumni-Netzwerk des Deutschen Gründerpreises.

30.06.2015

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