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WISO-Tipp  | 19.10.2015  WISO-Tipp: Handy weg

So schützen Sie Ihre Daten

"Bye bye Smartphone!" - In Deutschland werden immer mehr Smartphones geklaut. Letztes Jahr wurden knapp 200.000 Mobilfunkgeräte als gestohlen gemeldet. Jeder zehnte Deutsche hat laut einer Umfrage des IT-Bundesverbandes Bitkom aus dem Jahr 2012 schon einmal sein Handy verloren. In drei Viertel der Fälle tauchen verschwundene Geräte nie mehr auf. Doch schlimmer als der materielle Verlust der teuren Smartphones, ist der Verlust der privaten Daten. Was nach Verlust oder Diebstahl zu tun ist und wie Sie vorsorgend Ihr Smartphone vor dem Zugriff Fremder schützen können, erklärt der WISO-Tipp. 

Smartphone

WISO-Tipp: Handy weg

Wird das Smartphone gestohlen, schmerzt vor allem der Verlust der privaten Daten. Was Sie vorsorgend zum Schutz ihres Smartphones machen können, verrät der WISO-Tipp.

(19.10.2015)
Kameratest an einem Smartphone im Technik-Labor der Computer Bild.

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(07.09.2015)

von Julia Bauer

Isabell muss Ihr Smartphone als gestohlen melden. Grade mal zwei Monate hatte sie ihr 200 Euro teures Smartphone. Dann wurde es gestohlen. Während einer Reise nach Mailand klaute ein Dieb das Smartphone aus ihrer Handtasche. „Ich war mit Freunden aus. Und hatte es auch gegen Ende des Abends noch. In der S-Bahn bemerkte ich dann, dass mein Handy weg war“ – ärgert sich die 26-Jährige. Besonders schlimm: Isabell hat ihr Smartphone nicht mit einer Bildschirmsperre geschützt. Aus reiner Bequemlichkeit habe Sie darauf verzichtet, gibt sie heute zu. Der Dieb hatte also vollen Zugriff auf das Smartphone der jungen Frau – Fotos, Chatverläufe, Shopping-Apps. Das Gefahrenpotenzial ist hoch. Deshalb ändert sie so schnell wie möglich ihre gesamten Passwörter. Höchste Priorität hat das Kennwort des E-Mail Accounts.

Der Dieb ist nicht besonders clever. Er macht mit Isabells Smartphone Fotos von sich, merkt nicht, dass Kopien davon automatisch in den Online-Speicher hochgeladen werden. So landen mehrere Selbstporträts auf ihrem Computer. Diese kann man der Polizei weitergeben. Die Fotos verraten aber noch mehr: Auch den Ort an dem sie aufgenommen wurden, findet man in den Bildeigenschaften – entweder werden hier GPS-Daten angegeben oder die IP-Adresse.

Zulässige Beweismittel

Per Diebstahl-App gesammelte GPS-Daten und Bilder des Täters sind zulässige Beweismittel, die die Polizei verwenden kann.

Vorsicht vor Privatfahndung

Isabell postet das Diebes-Selfie außerdem auf Ihrem Facebook-Account und bittet um Hinweise. Solche Privatfahndungen sind jedoch schwierig, warnt Tobias Röttger, Anwalt für Medienrecht in Mainz. Damit könne man die Persönlichkeitsrechte des Betroffenen verletzen, denn auch mutmaßliche Straftäter haben das Recht am eigenen Bild. „Hat die Person, die den Fahndungsaufruf gestartet und veröffentlicht hat, nicht die Zustimmung des Abgebildeten, also des vermeintlichen Täters, verletzt die Verbreitung des Fotos die Persönlichkeitsrechte des Abgebildeten und verstößt gegen § 22 KUG“, ergänzt Röttger. Dabei ist es egal, ob sich der Vorwurf als zutreffend erweist. Der Abgebildete könne sogar zivilrechtliche Ansprüche auf Unterlassung und gegebenenfalls eine Geldentschädigung geltend machen sowie eine Strafanzeige stellen. Einen Fahndungsaufruf dürfen nur Strafverfolgungsbehörden starten. Wenn die Person zu Unrecht einer Straftat beschuldigt wurde, drohen weitere Strafvorwürfe: Beleidigung, üble Nachrede, falsche Verdächtigung bzw. Verleumdung.

Deshalb: lieber mit den Fotos zur Polizei. Sie sollten ohnehin die Polizei aufsuchen, wenn Ihr Smartphone gestohlen wurde. Beispielsweise müssen Sie die Anzeige bei Ihrer Hausratversicherung (bei Diebstahl aus Ihrer Wohnung) oder Ihrer Handyversicherung einreichen, um Ansprüche geltend zu machen. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass Ihr Handy doch wieder auftaucht – beispielsweise wenn eine Hehlerbande geschnappt wird. Wichtig ist, dass Sie der Polizei die IMEI-Nummer Ihres Handys mitteilen. Die International Mobile Station Equipment Identity ist eine 15-stellige Seriennummer, mit der jedes Mobilfunkgerät weltweit eindeutig identifiziert werden kann. Sie finden die IMEI entweder auf der Originalverpackung, der Rückseite Ihres Gerätes, in den Einstellungen oder wenn Sie *#06# wählen. Sie sollten den Diebstahl auch der Polizei in Deutschland melden, wenn Ihnen, wie Isabell, das Handy im Ausland gestohlen wurde.

Wenn das Handy weg ist

  • Eigene Nummer anrufen: Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihr Handy gestohlen wurde oder Sie es nur verlegt haben, sollten Sie zunächst Ihre eigene Rufnummer anrufen. Das ist die einfachste Methode, um in der Wohnung verlegte Handys wiederzufinden oder ehrliche Finder anzusprechen. Das sollten Sie schnell tun, bevor der Akku leer ist.
  • Orten, sperren und löschen: Wenn Ihr Smartphone verloren gegangen ist oder gestohlen wurde, bieten die meisten Hersteller die Möglichkeit das Gerät zu orten, Ihre privaten Daten vollständig zu löschen sowie das Mobilfunkgerät zu sperren. Der Dieb hat ohne die Eingabe eines Entsperrcodes dann keinen Zugriff auf das Handy. Dazu muss in der Regel unter den Einstellungen Ihres Smartphones der Fernzugriff aktiviert werden.

"Kill Switch"-Funktion

Für eine erfolgreiche Ortung müssen Sie zunächst der Übertragung Ihres Standortes zustimmen. Im Falle eines Diebstahls melden Sie sich dann auf der entsprechenden Webseite zur Verwaltung Ihrer Geräte an und finden dort die entsprechenden Ortungs-, Lösch- und Sperrfunktionen. Mit der Löschfunktion kann der Besitzer von zu Hause aus auf das verlorene Smartphone zugreifen und alle privaten, also zusätzlichen Informationen, die nach dem Kauf hinzugefügt wurden, entfernen. Zwar bleibt das Smartphone damit immer noch verschwunden, die privaten Daten zumindest sind aber sicher. Die Sperrfunktion oder sogenannte „Kill Switch“-Funktion macht das Smartphone unbrauchbar für den Langfinger. Denn es lässt sich erst wieder verwenden, nachdem ein Zugangscode eingeben wurde.

Im Folgenden haben wir die Online-Gerätemanager der größten drei Betriebssysteme aufgelistet. Außerdem finden Sie einen Link zur Nutzungsanleitung. Wichtig: Die Geräteverwaltungen funktionieren nur, wenn Ihr Gerät eingeschaltet ist und eine WLAN-Verbindung oder mobile Datenverbindung mit einer aktiven SIM-Karte besteht. Das heißt, Geräte-Manager funktionieren in der Regel auch mit gewechselter SIM-Karte - es muss lediglich eine Internetverbindung bestehen. Voraussetzung ist zudem, dass Sie für Ihr Gerät ein Konto eingerichtet haben (Google-Konto für Android; Apple ID;...).

Apple (iPhone): Geräteverwaltung: icloud.com, Anleitung: support.apple.com
Google (alle Android-Geräte): Geräteverwaltung: android.com, Anleitung: support.google.com
Microsoft (Windows-Phones): Geräteverwaltung: account.microsoft.com, Anleitung: windowsphone.com

Zwischen Sicherheitsbedürfnis und Datenschutz abwägen

Bedenken Sie, dass Sie hier zwischen Sicherheitsbedürfnis und Datenschutz abwägen müssen – schließlich müssen Sie die Ortungsfunktion und den externen Zugriff erlauben. Frau Hartig, Juristin des Landesbeauftragten für den Datenschutz Rheinland-Pfalz rät, die Vor- und Nachteile abzuwägen. Haben Sie beispielsweise all Ihre Fotos – auch besonders private – auf Ihrem Smartphone gespeichert, ist der Nutzen einer Fernlöschung recht hoch. Zudem wendet Frau Hartig ein, dass bisher kein unberechtigter Zugriff oder Missbrauch der Daten durch die Hersteller bekannt ist. Jedoch sei eine Verschlüsselung Ihres Smartphones ratsam. Sie finden die Verschlüsselungsoption im Menü in den „Einstellungen“.

Alternativ gibt es zu den Fernzugriffsmöglichkeiten von Google, Apple und Co. auch Apps, die im Falle eines Diebstahls schützen. Sie bieten oft weitreichendere Funktionen an. Doch Hartig empfiehlt eher dem Hersteller als Drittanbietern den Zugriff zu erlauben. Sollten Sie dennoch eine App installieren wollen, lesen Sie die AGBs aufmerksam durch.

SIM-Karte sperren

Sind Sie sicher, dass ein Dieb am Werk war und ihr Handy nicht mehr auftaucht, sollten Sie schnellstmöglich Ihren Mobilfunkanbieter anrufen und die SIM-Karte sperren lassen. So verhindern Sie, dass der Dieb auf Ihre Kosten telefonieren kann. Besonders wichtig ist dies, wenn Sie Ihr Handy, wie Isabell, nicht mit einer Bildschirmsperre geschützt haben. Eine Kirchengemeinde in Dresden erhielt beispielsweise einen Monat nachdem ein Handy gestohlen wurde eine Rechnung von über 300.000 Euro. Die Gemeinde hatte den Diebstahl einen Monat lang nicht bemerkt. So konnte der Dieb ungestört rund um die Welt telefonieren und zu hohen Tarifen im Internet surfen sowie massenhaft Inhalte downloaden. Auch wenn die Gemeinde die astronomische Rechnung am Ende nicht zahlen musste gilt: Handeln Sie schnell!

Anbieter, Hotline, Preis für Sperrung + neue Karte

  • Vodafone: 0800 172 1212, zehn Euro              
  • Deutsche Telekom: 0800 33 02202, 30 Euro
  • O2: 0176 88 85 52 22, 35 Euro
  • Base: 0163 16 31 14 0, fünf Euro
  • 1&1: 0721 9600, 23 Euro
  • Mobilcom Debitel: 040 55 55 41 000, 26 Euro   
  • Discotel, Hello Mobil, Maxxim, McSIM, Phonex, Simply, Smartmobil: 06181-7083044, bei Vorlage einer Verlust- oder Diebstahlanzeige: 15 Euro, sonst 30 Euro

Stand Juli 2015

Die Mobilfunkanbieter haben dafür spezielle Servicehotlines. Die Nummern sollte man getrennt vom Handy aufbewahren. Tragen Sie die Hotline-Nummer am besten in einen Handypass ein und führen Sie Ihn mit.
Diebstahl melden: Wurde Ihr Smartphone geraubt oder gestohlen, melden Sie den Diebstahl der Polizei. Nehmen Sie die IMEI mit.
Passwörter ändern: Ändern Sie sämtliche Passwörter – auch wenn Ihr Smartphone per Bildschirmsperre geschützt ist. Sicher ist sicher! So kann niemand per Shopping-App auf Ihre Kosten einkaufen.

Isabell hat von einem Freund ein Ersatzhandy bekommen. Das schützt sie jetzt besser: Sie hat eine sechsstellige Bildschirmsperre eingegeben. Den knackt ein Gelegenheitsdieb oder Finder nicht so einfach. Außerdem können Sie mit folgenden Maßnahmen Ihr Handy vorbeugend sichern.

Vorbeugen – bevor das Handy weg ist

Schützen Sie Ihr Handy mit einer SIM-Sperre und einer Bildschirmsperre

Achtung: Muster, Gesichtserkennung und Fingerabdruck sind unsicher. Am besten sind Passwörter mit Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen und mindestens sechs Stellen. Öffnen Sie dazu die "Einstellungen". Bei iOS tippen Sie dann auf den Menüpunkt "Touch ID und Code" und deaktivieren Sie die Einstellung „Einfacher Code“. Jetzt können Sie ein Passwort eingeben. Bei Android finden Sie die Bildschirm-Sperre unter dem Menüpunkt „Sicherheit“. Zwar können Profis auch die Bildschirm-Codes knacken, jedoch brauchen sie dafür auch eine gewisse Zeit. Zeit die wertvoll sein kann, um das Smartphone orten zu können. Wenn Sie Ihr Smartphone mit einem Sperrmuster geschützt haben, dann achten Sie darauf, dass Sie regelmäßig über Ihr Display wischen. Wischspuren können Ihr Muster verraten.

Aktivieren Sie in den Einstellungen den Fernzugriff

Besitzen Sie ein iPhone, müssen Sie lediglich die Funktion "Mein iPhone suchen" in den Einstellungen aktivieren. Bei Android-Geräten, öffnen Sie die Einstellungen: Sicherheit, Geräteadministratoren und lassen Sie den Zugriff per Gerätemanager zu. Bei Windows Phones finden Sie die entsprechende Funktion ebenfalls unter Einstellungen: Mein Handy finden. So können Sie vom PC aus Ihre Daten löschen, Ihr Smartphone sperren und Ihr Telefon klingeln lassen.

Senken Sie das Sicherheitsrisiko

Melden Sie sich immer bei Apps ab und speichern Sie keine Zugangsdaten zu Online-Banking oder Shopping-Seiten auf dem Handy. Es ist zwar etwas umständlicher sich jedes Mal an- und abzumelden, aber ein Dieb kann beispielsweise nicht auf Ihre Kosten einkaufen.

Hotline-Nummer Ihres Mobilfunkproviders

Für den Notfall sollten Sie immer die Hotline-Nummer Ihres Mobilfunkproviders dabei haben. So können Sie Ihre SIM-Karte schnell sperren lassen. Tragen Sie sie am besten gemeinsam mit der IMEI und der SIM-Kartennummer in einen Handypass ein. Prägen Sie sich außerdem Ihr Kundenkennwort gut ein. Sie benötigen es für die Sperrung. Handypass vom LKA NRW (pdf)

Infos zum Eigentümer auf dem Sperrbildschirm anzeigen lassen

Unter den Sicherheitseinstellungen können Sie bei einigen Geräten Informationen zum Eigentümer eingeben. Wenn Sie beispielsweise Ihre E-Mail-Adresse anzeigen lassen, kann ein ehrlicher Finder Sie leicht kontaktieren.

Codesperre für "Siri" einstellen

Mit "Siri" können Sie per Sprachkommando Nachrichten senden, Telefonnummern wählen oder Termine machen. Doch Siri hat eine Sicherheitslücke, denn sie ignoriert den PIN-Code, also den Zugriffsschutz auf dem iPhone. Ist Siri auf einem iPhone aktiviert, reicht es aus, den Home-Button zu drücken und Siri mit einem Befehl zu füttern. Schon schreibt die Sprachassistentin fleißig Nachrichten oder richtet Termine ein ohne den PIN-Code abzufragen.
Das können Sie verhindern, indem Sie unter "Einstellungen", "Code-Sperre", "Im Sperrzustand Zugriff erlauben" Siri deaktivieren. Jetzt wird die Sprachassistentin nicht aktiv, solange das iPhone per Code-Sperre oder Passwort geschützt ist. Sprachkommandos laufen ins Leere.

Erstellen Sie Backups

Ist das Smartphone verschwunden, ist der Datenverlust für die Betroffenen besonders ärgerlich. Stellen Sie sich vor, die Fotos vom letzten Urlaub oder der Taufe der Kinder sind unwiederbringlich weg. Deshalb sollten Sie regelmäßig Backups erstellen. Speichern Sie Ihre Daten auf einem zusätzlichen Gerät, z.B. einer Festplatte, oder nutzen Sie die Backup Möglichkeiten Ihres Smartphone Herstellers (z.B. iCloud oder Google+).

Schutz mit Diebstahl-Apps

Auch zahlreiche Apps versprechen Ihre Daten im Falle eines Verlustes oder Diebstahls zu schützen. Lesen Sie sich gut die allgemeinen Geschäftsbedingungen der Anbieter durch, bevor Sie eine Applikation installieren. Außerdem sollten Sie abwägen, ob der Mehrwert an Sicherheit die Einschränkungen Ihrer Privatsphäre durch Zugriff der App-Anbieter auf Ihre Standortinformationen etc. übersteigt. Beachten Sie beim Installieren von Diebstahl-Apps, dass viele von ihnen sich nur schwer deinstallieren lassen. Das dient dazu, dass der Dieb die App nicht einfach schnell deinstallieren kann. Informieren Sie sich deshalb schon vorher, welche App Sie nutzen möchten.

Ebenso wie die Gerätemanager der Hersteller funktionieren sämtliche Anwendungen nur, wenn das Gerät eingeschaltet und im WLAN oder Mobilfunknetz eingebucht ist.

Diebstahlschutz-Apps

Prey (für Android und iOS)

Die App des Anbieters Prey kann neben den herkömmlichen Ortungsdiensten auch Fotos machen. Der Test hat gezeigt, dies kann bei der Fahndung nach einem Dieb hilfreich sein und der Polizei als Beweis dienen.

Nützliche Funktionen:

  • SMS an Notfall-Telefonnummer bei SIM-Wechsel
  • „Bei Verlust W-LAN einschalten“: das Handy wählt sich automatisch in und unbemerkt in das verfügbare W-LAN-Netz ein und sendet Standortberichte

Where's my Droid (für Android)

Diese App ist in drei Versionen erhältlich: den kostenlosen Lite- und Full-Versionen sowie der kostenpflichtigen Pro-Version. Die bietet weitere Funktionen, beispielsweise das Fernlöschen der SD-Karte oder die Möglichkeit, aus der Ferne mit dem gestohlenen Gerät Fotos zu machen.

Gesteuert wird das Programm direkt auf der Webseite des Anbieters, die GPS-Koordinaten werden auf einer Google-Maps-Seite angezeigt. Ist der Dieb noch in der Nähe oder man sucht nur das verlegte Handy, können die Lautstärke erhöht und der Klingelton aktiviert werden. Die Befehle werden via Text-Message ausgeführt, die im sogenannten "Stealth Mode" verschickt werden können - der Dieb bekommt von der Smartphone-Suche also nichts mit. Wird die SIM-Karte ausgetauscht, gibt es auf Wunsch eine Nachricht.

Cerberus-Anti-Diebstahl (für Android)

Sollte das Handy tatsächlich verloren gehen, können Sie sich zu Hause am Laptop bequem via Browser anmelden und alle erforderlichen Aktionen starten. So kann das Smartphone beispielsweise geortet oder der Zugriff gesperrt werden, damit der Dieb keine privaten Informationen lesen kann. Ein Alarmton kann ebenfalls abgespielt werden, dürfte aber nur Sinn machen, wenn sich der Langfinger noch in der Nähe befindet. Pluspunkt: Selbst wenn der Dieb das Gerät auf die Werkseinstellungen zurücksetzt, bleibt die App erhalten.

Lost Droid Finder (für Android)

Die Anwendung "Lost Droid Finder" hat drei Funktionen: Panik-Modus, Dieb-Modus und SIM-Schutz. Letzterer informiert den ursprünglichen Besitzer des Telefons, wenn die SIM-Karte ausgetauscht wird. Der Panik-Modus lässt das Gerät drei Minuten bei maximaler Lautstärke klingeln. Der Dieb-Modus ermöglicht es, dass das Gerät nach dem Diebstahl gesteuert werden kann und zeigt die Ortungsdaten an. Die App kann auch ferngesteuert von einem anderen Handy direkt über Google Play installiert werden - selbstverständlich nur, wenn das Gerät nicht bereits ausgeschaltet wurde.

Powerlock Diebstahlschutz (für Android)

Die App "Powerlock Diebstahlschutz" hat weniger Funktionen als die Konkurrenz, dafür ein paar besondere Extras. So kann die Anwendung einen Alarm auslösen, sobald das Gerät vom angeschlossenen USB-Kabel getrennt wird - ideal für Messen und andere Veranstaltungen. Ein weiteres Gimmick: Wird das Android-Gerät PIN-gesichert und die falsche Geheimzahl eingegeben, macht die Frontkamera ein Foto und schickt es per E-Mail an den Besitzer.

Plan B (für Android)

Eine letzte Rettung für verzweifelte Android-User ist die App „Plan B“. Diese App ist vergleichsweise schlank und funktionsarm, aber punktet mit einer besonderen Fähigkeit: Sie kann auch dann noch installiert werden, wenn das Gerät bereits geklaut ist. Nach der Ferninstallation von einem anderen Gerät aus sendet das verlorene Telefon automatisch eine E-Mail mit dem GPS-Standpunkt. Weitere nützliche Funktionen wie etwa die Kamerabedienung sind allerdings nicht möglich.

Sicherheitspakete

Auf der sicheren Seite ist man auch mit Sicherheitspaketen. Eines der beliebtesten ist mit mehr als 30 Millionen Kunden "Lookout Security": Die meisten Funktionen der App sind kostenlos, für den vollen Rundum-Schutz werden 2,99 Euro pro Monat fällig. Das Programm schützt nicht nur vor Viren und Trojanern, sondern bietet auch Backup-Dienste für Fotos und Kontakte, Funktionen zur Geräte-Ortung und eine Übersicht, welche Anwendung auf welche persönlichen Daten zugreift. Ebenfalls empfehlenswert ist "Norton Mobile Security", den Dienst gibt es in einer kostenlosen und kostenpflichtigen (knapp 30 Euro) Version.

Ob sich technisch versierte Diebe oder spezialisierte Hehler von diesen Standard-Sicherheitssystemen oder Apps dauerhaft abschrecken lassen, darf bezweifelt werden. Zumindest reichen die Funktionen aber aus, um Gelegenheitsdieben das Leben etwas schwerer zu machen.

"Kill Switch" lässt Diebstahlquote sinken

Wenn der Langfinger die WLAN-Verbindung kappt oder das Gerät auf die Werkseinstellungen zurücksetzt, laufen die Diebstahlmaßnahmen per App jedoch ins Leere. Deshalb hat Apple mit iOS 7 als erster die sogenannte "Kill Switch"-Funktion eingeführt. Die Aktivierungssperre blockiert die Nutzung des gestohlenen Gerätes und verhindert die Zurücksetzung auf Werkszustand. Erst wenn der Besitzer sich mit seiner Apple-ID und Passwort anmeldet, wird die Sperre aufgehoben. Android und Windows bieten die Aktivierungssperre mittlerweile ebenfalls an.

Kalifornien erließ vergangenes Jahr sogar ein Gesetz, dass die Hersteller verpflichtet, alle ab dem 1. Juli 2015 verkauften Smartphones mit einer vorinstallierten "Kill Switch"-Funktion auszustatten. Die Methode scheint zu funktionieren – das zeigen Zahlen der US-Initiative „Secure our Smartphones“. Demnach sind die iPhone-Diebstähle seit der Einführung des "Kill Switch" in New York um etwa 29 Prozent zurückgegangen. In San Francisco sogar um 38 Prozent und in London um 24 Prozent.

Kriminalhauptkommisar Stefan Middendorf vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg ist zuständig für den Bereich „Mediensicherheit“ bei der Landesprävention. Er gibt Tipps im Interview:

Stefan Middendorf, Kriminalhauptkommisar

Wieso sollten Geschädigte einen Diebstahl bei der Polizei anzeigen?

Stefan Middendorf, Kriminalhauptkommisar vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg

Macht eine Anzeige Sinn?

Stefan Middendorf, Kriminalhauptkommisar vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg

Welche Bedeutung hat die IMEI-Nummer?

Stefan Middendorf, Kriminalhauptkommisar vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg

Kann bzw. darf die Polizei Handys orten?

Stefan Middendorf, Kriminalhauptkommisar vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg

Nach welchen Kriterien wird dies im Einzelfall entschieden?

Stefan Middendorf, Kriminalhauptkommisar vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg

Warum sind Standortdaten und Fotos hilfreich?

Stefan Middendorf, Kriminalhauptkommisar vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg

Ist es erlaubt, Fotos von mutmaßlichen Tätern in sozialen Netzwerken zu posten?

Stefan Middendorf, Kriminalhauptkommisar vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg

Sollten Geschädigte selbst zu georteten Adressen fahren und den mutmaßlichen Täter konfrontieren?

Stefan Middendorf, Kriminalhauptkommisar vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg

Welche Maßnahmen zum Schutz gibt es?

Stefan Middendorf, Kriminalhauptkommisar vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg

19.10.2015

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