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WISO-Tipp  | 16.12.2013  Neue Kontonummer für alle

IBAN – länger, aber besser

Skepsis und Vorurteile machen sich breit, wenn es um die Neuen geht: SEPA, IBAN, BIC. Dabei bringt das neue Zahlungssystem den Bankkunden viele Vorteile und verspricht mehr Sicherheit. Die neue Kontonummer ist nämlich besser als ihr Ruf. Auch brauchen Privatpersonen für die Umstellung (fast) nichts tun. Unternehmen und Vereine müssen sich dagegen sputen. 

IBAN - neue Kontonummer für alle

22 Stellen hat die neue Kontonummer IBAN, die ab dem 1. Februar 2014 in Europa eingeführt wird. Gelten Übergangsregelungen bei der Umstellung? Der WISO-Tipp erklärt, worauf es grundsätzlich ankommt.

(16.01.2013)

Baldige Umstellung auf SEPA-Überweisung

Obwohl das europäische Zahlungssystem SEPA erst in 100 Tagen in Kraft tritt, sind viele Vereine schon jetzt gezwungen, die auf deutlich längeren IBAN-Kontonummern basierende Umstellung vorzubereiten.

(24.10.2013)

von Claudia Krafczyk

Die Bescherung ist erst am 1. Februar 2014, doch die Aufregung ist jetzt schon groß. Dann nämlich wird die neue Kontonummer auch innerhalb Deutschlands Einzug halten. Bis dahin müssen Banken ihre Systeme auf das neue SEPA-Verfahren umstellen, Serviceterminals in der Schalterhalle mit neuen Formularen bestücken und auch für das Onlinebanking die Software auf den neuesten Stand bringen. Das haben die meisten Institute bereits erledigt.

SEPA

Mit SEPA (Single Euro Payments Area) sollen Bankgeschäfte zwischen den an SEPA teilnehmenden europäischen Ländern genauso funktionieren wie inländische Bankgeschäfte. Insgesamt gehören 33 europäische Länder dazu: 28 EU-Staaten, drei Länder des übrigen europäischen Wirtschaftsraums – Island, Liechtenstein und Norwegen – und die Nicht-EU-Staaten Schweiz und Monaco.

Europa wächst auch im Zahlungsverkehr zusammen. Dafür wurde das SEPA-Verfahren entwickelt. Für einige Mitgliedstaaten ändert sich viel, für andere weniger. Deutschland muss sich daran gewöhnen, dass es für Überweisungen und Lastschriften neue Regeln gibt – und an eine längere Kontonummer. Die alte war in der Regel zehnstellig, künftig ist die neue IBAN 22 Stellen lang.

So setzt sich die IBAN zusammen

  • DE - Länderkürzel, zwei Stellen

  • pp - Prüfziffer, zwei Stellen

  • bbbbbbbb - Bankleitzahl, acht Stellen

  • kkkkkkkkkk - Kontonummer, zehn Stellen

Nicht wirklich neu

„Eigentlich kennt jeder seine neue Kontonummer schon“, sagt Markus Feck von der Verbraucherzentrale NRW. Bei IBAN werden nur Bankleitzahl und Kontonummer zusammen in eine Zeile geschrieben. Neu sind nur die Ergänzung der Länderkennung und die zweistellige Prüfziffer (Prüfziffernberechnung.de).

Diese zwei Stellen kontrollieren, ob Kontonummer und Bankleitzahl auch zusammengehören. Ist das nicht der Fall, wird der Bankauftrag nicht ausgeführt. Im Onlinebanking und auch am Serviceterminal der Bank erscheint dann eine Fehlermeldung. Das Risiko, dass Zahlendreher und Schreibfehler dazu führen, dass Geld auf einem fremden Konto landet, wird damit immer geringer, sagen Experten.

WISO-Tipp: Als Kontoinhaber finden Sie Ihre richtige IBAN und auch die Bank-Identifikationsnummer BIC auf den Kontoauszügen sowie Maestro- oder anderen Bankkarten, wenn die Bank diese in letzter Zeit erneuert hat.

Was wird aus der Bankleitzahl?

Schon seit Jahren können Bankkunden die neue Kontonummer bei Überweisungen (seit 2008) und Lastschriften (seit 2009) verwenden. Das wurde allerdings nur im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr innerhalb der europäischen Mitgliedsstaaten genutzt, zum Beispiel um die Anzahlung für die Ferienwohnung im Ausland zu leisten. Der Vorteil: schnellere Laufzeiten und geringere Entgelte.

Bei Inlandsüberweisungen mit SEPA fällt die BIC (Business Identifer Code) schon im Februar 2014 weg, bei Auslandsüberweisungen erst 2016. Bis dahin muss man für Überweisungen nach Europa zusätzlich die internationale Bankleitzahl BIC verwenden. Sie setzt sich aus Buchstaben zusammen und ist acht bzw. elf Zeichen lang.

Umstellung auf SEPA-Lastschrift 

„Schätzungsweise liegen bis zu 40 Prozent aller Einzugsermächtigungen der Bank gar nicht wirklich vor“, sagt Wilfried Bäcker von der Nassauischen Sparkasse (NASPA). Denn früher konnte man diese auch telefonisch erteilen oder bei Onlinegeschäften mit einem Häkchen bestätigen.

Wer seinen Vertragspartnern irgendwann einmal eine Einzugsermächtigung erteilt oder einem Lastschriftverfahren zugestimmt hat, bekommt in diesen Tagen deshalb Post. Denn alle Firmen, Institutionen und Organisationen müssen bis Februar 2014 die Kontodaten mit ihren Kunden abgleichen, wenn sie auch künftig erfolgreich Geld von deren Konten einziehen wollen. Sie sind verpflichtet über die Regeln der SEPA-Lastschrift zu informieren.

Das SEPA-Lastschriftverfahren ersetzt die Einzugsermächtigung. Als Ersatz dafür wird ein sogenanntes SEPA-Mandat - eine Art Kundennummer - vom Unternehmen vergeben. Dieses Mandat ist der Nachweis, dass das Unternehmen zum Bankeinzug berechtigt ist. Es dient auch als Beweismittel gegenüber der Bank.

WISO-Tipp: Bei der Umrechnung von der alten Bankverbindung in die neue IBAN sind Fehler nicht wahrscheinlich. Sie können jedoch mit handelsübliche Umrechnungsprogrammen selbst überprüfen, ob Ihre Bankverbindung richtig umgerechnet wurde, etwa auf den Webseiten iban-rechner.de oder finanzrechner.org.

Was tun mit der SEPA-Post?

Schreinermeister Martin Seiberth lässt von seiner Kfz-Versicherung, der privaten Krankenkasse, dem Energieversorger, vom Sportverein und dem Finanzamt Geld von seinem Konto abbuchen. Dafür hat er früher Einzugsermächtigungen erteilt. Seine bestehenden Einzugsermächtigungen werden automatisch auf das sogenannte SEPA-Lastschriftverfahren umgestellt. Die schriftliche Information darüber ist zum Teil zwei Seiten lang. „Mein erster Impuls war es, die Schreiben gleich in den Papierkorb zu werfen, aber dann habe ich doch den Ordner gewählt“, sagt Martin Seiberth.

WISO-Tipp: Gleichen Sie die Daten auf den Informationsschreiben mit Ihren Kontodaten ab und bewahren Sie die Schreiben auf. Dadurch haben Sie schwarz auf weiß, wem Sie einen Bankeinzug gestatten.

Gläubiger-ID

Jeder, der Einzüge im neuen SEPA-Lastschriftverfahren vornehmen will, muss zudem bei der Bundesbank eine sogenannte Gläubiger-Identifikationsnummer  beantragen.

Zusammen mit dem SEPA-Mandat weisen sich Unternehmen und Institutionen gegenüber der Bank und ihren Kunden aus. Abbuchungen von dubiosen Firmen wie es in der Vergangenheit noch möglich war, soll es nicht mehr geben können.

Lässt die Bank trotz fehlendem SEPA-Mandat eine Abbuchung zu, kann sie dafür zur Rechenschaft herangezogen werden. „Das ist Verbraucherschutz par excellence“, sagt Wilfried Bäcker von der NASPA. Künftig prüft die Bank, ob eine Lastschrift rechtmäßig war und überlässt diese Aufgabe nicht mehr allein dem Kunden.

Mehr Sicherheit

„Legen Sie schwarze und weiße Listen an oder verbieten Sie den Lastschrifteinzug komplett“, rät Markus Feck von der VZ NRW denjenigen, die nur mit Überweisungen ihre Bankgeschäfte erledigen wollen. Banken müssen Listeneinträge möglich machen. Damit lassen sich Unternehmen markieren, die abbuchen dürfen und solche denen Sie es zukünftig verbieten. Zum Beispiel wenn Sie Verträge gekündigt haben, etwa für Internetdienste oder Zeitungs-Abos.

Außerdem muss jeder Lastschrifteinzug angekündigt werden. Werden regelmäßig immer zum gleichen Zeitpunkt und immer die gleiche Summe per Lastschrift eingezogen, reicht eine einmalige Ankündigung vor der Abbuchung. Ändern sich Termin und Betrag ständig, wie bei der Telefonrechnung muss jedes Mal eine Vorankündigung erfolgen. Das wird in der Regel auf dem Kontoauszug ersichtlich sein, wo Fälligkeit und Abbuchungssumme aufgeführt sind.

Leichter wird auch das Rückholen von Lastschriften. Ab Februar 2014 können die Beträge statt bisher sechs Wochen, acht Wochen lang zurückgeholt werden. War die Lastschrift unzulässig, ist ein Widerruf sogar 13 Monate lang möglich.

Vereine haben viel zu tun

Deutschland ist ein Land der Vereine. Es gibt viele Mitglieder, aber nur einige wenige, die sich im Ehrenamt für die Finanzen engagieren. Meist müssen für die SEPA-Umstellung die Kassenwarte den Aufwand erledigen. Denn auch sie müssen sich den Regeln, die für Unternehmen gelten, unterwerfen: Also ein Gläubiger-ID beantragen und ein Sepa-Mandat einholen.

WISO-Tipp: Erkundigen Sie sich als Kassenwart bei Ihrer Bank nach Unterstützung. Viele bieten ihrem eigenen Kundenkreis kostenlose Software und Unterstützung an.

Checkliste

Länge

IBAN ist nicht in allen Ländern gleich lang: auf Malta sind es 31 Stellen, in Polen und Zypern 28. Vergleichsweise kurz dagegen Finnland – nur 18 Stellen.

BIC

Grundsätzlich gilt: Die Bankleitzahl ist bereits in der IBAN enthalten. Deshalb fällt der BIC ab 2014 bei Transfers im eigenen Land weg, ab 2016 auch bei Zahlungen ins Ausland.

Umwandlung

Banken nehmen ihre Aufträge von Privatkunden bis zum 1. Februar 2016 mit der alten Kontonummer und der alten Bankleitzahl an und wandeln sie entsprechend um. Bis dahin sind auch noch Scheck- und Kreditkartenzahlungen im alten Format erlaubt.

EC-Karte

Das Bezahlen mit der EC-Karte an der Supermarktkasse durch eine Unterschrift auf dem Beleg ist bis 2016 möglich. Keine Veränderungen gibt es bei Zahlungen mit der EC-Karte in Verbindung mit der PIN-Eingabe.

Daueraufträge

Daueraufträge stellen die Banken für Privatpersonen automatisch auf die neue IBAN des Empfängers um.

Bankenfusion

Kunden, die von einer Bankenfusion betroffen sind, müssen mit einer völlig neuen Kontonummer rechnen. Dadurch scheitern Systeme an der automatisierten Umrechnung von alter auf neue Kontonummer.

Sepa-Überweisung

Die EURO-Sepa-Überweisung darf nicht mehr kosten als im Inland. Für Onlinebanking gilt: die Überweisung muss innerhalb von einem Bankarbeitstag ausgeführt werden. Mit Formular darf es zwei Bankarbeitstage dauern.

Betrügerische E-Mails

Eine Umstellung der Kontonummern ist ein gefundenes Fressen für Betrüger. Die Masche, die derzeit floriert ist nicht neu, aber umso beliebter. Voraussichtlich werden Betrüger verstärkt Ende Januar 2014 auftreten. Seien Sie deshalb wachsam, wenn angeblich Ihr Kreditinstitut eine solche Mail schreibt: „Durch die Umstellung auf das SEPA Verfahren und die damit einhergehenden Systemneuerungen, ist eine Vervollständigung der Kontoinformationen notwendig. Klicken Sie dafür diesen Link an.“ Das sollten Sie nicht tun. Hintern solchen Links verbergen sich sogenannte Trojaner, ein schadhaftes Programm, das Ihre Kontodaten abfischt. Geben Sie keine Kontodaten per E-Mail oder am Telefon bekannt. Ihr Kreditinstitut und auch andere Unternehmen verschicken solche Anfragen nicht.

WISO-Tipps: Trauen Sie keiner Mail, die nach Konto- oder Kreditkarteninformationen fragt. Öffnen Sie keine Dateianhänge oder Links in unbekannten E-Mails. Auch Schreibfehler in der Mail sind ein Hinweis auf Fälschungen. Bei den Verbraucherzentralen erhalten Sie aktuelle Informationen über die neuesten betrügerischen Versuche zum Beispiel beim Phishing-Radar der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Schauen Sie dort auch ins Phishing-Forum.

Weitere Informationen

Auf unserer neuesten WISO-Monats-CD online finden Sie die Vorteile zum SEPA-Verfahren, alles über die neue Kontonummer und wie Sie sich vor Fehlern schützen.

16.12.2013

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