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Markencheck  | 11.01.2016  Teuer oder billig: Fischstäbchen

Durchschnittlich essen die Deutschen 24 Stück Fischstäbchen im Jahr. Doch was steckt unter der goldgelben Kruste? Und können die billigen mit den teuren mithalten? Wir haben verglichen. 

Kind isst Fischstäbchen

Teuer oder billig: Fischstäbchen

Die beliebte Alternative zum Frischfisch: Fischstäbchen. Durchschnittlich essen die Deutschen davon 24 Stück im Jahr. Können die billigen mit den teuren Fischstäbchen mithalten?

(11.01.2016)

von Miriam Thielemann

Mindestens einmal die Woche Fisch, das ist gesund. Sagen zumindest die Ernährungs-Experten. Bei frischem Fisch aber scheiden sich die Geister. Die einen mögen ihn – die anderen nicht. Die beliebte Alternative zum Frischfisch: Fischstäbchen. Durchschnittlich essen die Deutschen davon 24 Stück im Jahr. Teure und billige: 100 Gramm von Marktführer iglo kosten 63 Cent. Markenkonkurrent Frosta ist etwas günstiger: 62 Cent. Die Fischstäbchen von Landur sind noch deutlich teurer. Gekauft im Biosupermarkt für satte 1,16 Euro je 100 Gramm.

In der Discountertruhe gibt es die „Stäbchenfische“ wesentlich günstiger: 33 Cent pro 100 Gramm kosten ESKIMO von Aldi Nord. Gleicher Preis bei netto für Sea Gold und bei Lidl für Ocean Sea. Doch – können die billigen mit den teuren mithalten?

Was steckt unter der Kruste?

Was steckt wohl unter der goldgelben Kruste von Fischstäbchen? Verbraucher meinen Fischabfälle. Doch stimmt das? Am Thünen-Institut in Rostock fragen wir den Fischereibiologen Christian von Dorrien. Sein Fachgebiet: Fischerei und Umwelt. Er kann uns sagen, was tatsächlich in Fischstäbchen steckt: "Fischstäbchen bestehen nicht aus Fischabfall, sondern im Kern von Fischstäbchen ist reines Fischfilet. Der Fisch, der hierzulande in den Fischstäbchen steckt, ist im Wesentlichen Alaska-Seelachs. Das ist ein Fisch, der im Nordpazifik gefangen wird. Dort wird das Filet gleich an Bord verarbeitet und in großen Blöcken tiefgefroren. Und bei der Verarbeitung werden diese tiefgefrorenen Blöcke dann in Fischstäbchenform zersägt."

Nachhaltiger Fischfang

Bei wildgefangenem Alaska-Seelachs besteht die Gefahr der Überfischung. Dadurch nehmen die Fischbestände in den Ozeanen immer weiter ab. Wie aber wird der Fisch in unseren Stäbchen gefangen? Alle sechs Hersteller werben mit dem blauen Siegel des Marine Stewardship Council – kurz: MSC. Der zertifiziert nachhaltigen Fischfang, der Überfischung vermeidet. Das heißt: Die Fischer müssen ihre Fangmengen einschränken, wenn der Bestand in schlechtem Zustand ist.

Klingt gut. Aber - kann man diesem Label trauen? Christian von Dorrien: "Das MSC-Siegel ist das älteste und umfassendste Siegel für Meeresfischprodukte und ist aus unserer Sicht das Beste, was man zurzeit auf dem Markt im Bereich der Nachhaltigkeit finden kann." 

Marine Stewardship Council: MSC

Was sind die Grundprinzipien des MSC?

Die MSC-Bewertung ist ein sehr komplexes, wissenschaftsbasiertes Verfahren, über das die Bestandssituation, die Auswirkungen der Fischerei auf das Ökosystem und das Management der Fischerei bewertet werden. Der MSC-Standard umfasst also drei übergeordnete Prinzipien, die in der Praxis anhand von 28 Leistungsindikatoren abgefragt und untersucht werden.

Die Grundprinzipien des MSC-Standards:

  • Ausreichend große Fischbestände: Das MSC-Siegel wird nur an Fischereien vergeben, die Fischbestände so nutzen, dass sie in einem guten Zustand bleiben oder nachweislich wieder dorthin zurückkehren.
  • Minimale Einflüsse auf das Ökosystem: Das MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei wird nur an Fischer vergeben, deren Einwirkung auf die Lebensräume im Meer akzeptabel ist. Die Auswirkungen der verwendeten Fanggeräte sowie der ungewollte Beifang spielen unter anderem eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, zu beurteilen, wie sehr eine Fischerei die Bewohner der Meere oder die Meeresböden beeinflusst.
  • Wirkungsvolles Fischereimanagement: Das MSC-Siegel erhalten Fischereien nur, wenn ihr Management auf eine nachhaltige, optimale Nutzung ausgerichtet ist.

Den detaillierten Fischereistandard finden Sie hier online: msc.org

Welche Prinzipien gibt es darüber hinaus für "fortgeschrittene Fischereien"?

Fischereien, die sich um eine MSC-Zertifizierung bemühen, werden – egal in welchem Teil der Welt – nach demselben global gültigen MSC-Standard bewertet. Das heißt, alle Fischereien müssen die gleichen Kriterien erfüllen, um ihren Fang mit dem MSC-Siegel kennzeichnen zu können.

Oder sind alle zertifizierten Fischereien "gleich gut"?

Ausnahmslos alle Fischereien müssen also die MSC-Kriterien für nachhaltige Fischerei erfüllen, um ihren Fang mit dem MSC-Siegel kennzeichnen zu dürfen. Allerdings werden Fischereien mit unterschiedlich guten Bewertungen zertifiziert. In den Bereichen, in denen die Fischereien sich noch verbessern können, werden ihnen Auflagen gemacht. Erfüllen sie diese nicht im vorgegebenen Zeitraum, so riskieren sie, dass ihnen das MSC-Siegel wieder entzogen wird. Dies übt Druck auf die Fischereien aus, sich weiterhin zu verbessern und hat bislang zu vielen Verbesserungen bei der Befischung unserer Meere geführt. Mehr über diese Verbesserungen und die ökologischen Auswirkung von MSC-Zertifizierungen erfahren Sie im MSC-Fortschrittsbericht 2015.

Wie bereits erwähnt, werden Fischereien anhand von 28 Leistungsindikatoren geprüft. Jedem Leistungsindikator werden im Rahmen einer MSC-Bewertung 1 bis 100 Punkte vergeben, wobei die Punktwerte 60, 80 und 100 unterschiedliche Leistungsniveaus darstellen, die jedoch nicht mit Prozentwerten gleichgesetzt werden können. Jede Fischerei greift in das Ökosystem ein und hat Auswirkungen auf den Lebensraum Meer und die Fischbestände. Daher wird es weltweit keine Fischerei geben, die in allen Leistungsindikatoren mit 100 Punkten abschneiden kann. Für eine MSC-Zertifizierung dürfen die Auswirkungen der Fischerei jedoch nicht die Funktionsfähigkeit des Ökosystems gefährden. Erhält eine Fischerei auch nur in einem Leistungsindikator weniger als 60 Punkte, kann sie nicht zertifiziert werden. Diese Grenze stellt sicher, dass die grundlegenden biologischen und ökologischen Prozesse aller von der Fischerei beeinflussten Komponenten, jetzt und in Zukunft unbeeinträchtigt sind.

Wenn eine Fischerei in einzelnen Leistungsindikatoren die 80-Punkte-Marke noch nicht erreicht hat – obgleich die Mindestanforderungen für eine MSC-Zertifizierung erfüllt wurden, bekommt die Fischerei „Hausaufgaben“ – im Fachjargon „Zertifizierungsauflagen“ – mit auf den Weg, die während der Laufzeit eines Zertifikates (also innerhalb von fünf Jahren) von der Fischerei erledigt bzw. erfüllt werden müssen. Ob die Fischerei ihre Auflagen angemessen umsetzt, wird jährlich vom zuständigen unabhängigen Zertifizierer überprüft. Die über das Erfüllen von Auflagen erzielten Verbesserungen sind ein wichtiger Mechanismus, um eine nachhaltigere Befischung unserer Meere herbeizuführen. Mehr über den Sinn und Zweck von Zertifizierungsauflagen erfahren Sie in dem Dokument MSC-Theorie des Wandels.

Mit welchen Instrumenten und wie häufig kontrolliert der MSC die Einhaltung der Kriterien?

Das MSC-Zertifikat einer Fischerei gilt für fünf Jahre. Einmal pro Jahr gibt es Nachfolgeprüfungen, um sicherzustellen, dass die Fischerei den MSC-Anforderungen noch gerecht wird und an ihren Auflagen arbeitet. Zum vierten Überwachungsaudit (also fünf Jahre nach der Zertifizierung) müssen die Auflagen komplett erledigt worden sein. Nach fünf Jahren muss die Fischerei den gesamten Bewertungsprozess komplett neu durchlaufen, um erneut zertifiziert zu werden. Bei jeder Bewertung und bei jeder Nachfolgeprüfung können sich interessierte Stakeholder einbringen.

Was passiert im Falle der Nicht-Einhaltung?

Stellt der Zertifizierer fest, dass die Fischerei die MSC-Anforderungen nicht mehr erfüllt oder ihren Zertifizierungsauflagen nicht nachkommt, wird er der Fischerei, je nach Schwere des Vergehens oder der Nichteinhaltung der Kriterien, entweder strengere Auflagen erteilen, oder das Zertifikat entziehen bzw. aussetzen. Je nach Risikolage kann er z.B. auch die Kontrollhäufigkeit erhöhen, die Mitfahrt von Beobachtern auf Fangschiffen anordnen, etc.

Die zertifizierte Sardinenfischerei in der Bucht von Biskaya hat z.B. im Januar 2012 ihr MSC-Zertifikat verloren, da der Bestand auf ein Niveau gesunken war, das nicht mehr als nachhaltig anzusehen war. Alle zertifizierten Makrelenfischereien des Nordostatlantiks haben im März 2012 ihre Zertifikate verloren, da das Management des Bestandes nicht mehr nachhaltig war. Diese Zertifikate bleiben weiterhin ausgesetzt bis die Fischereien zeigen können, dass das Management der Prämisse der Nachhaltigkeit folgt und sie die Auflagen der Zertifizierer umgesetzt haben.

Woran orientieren sich die Fangquoten?

Fangquoten werden grundsätzlich von der Politik vorgegeben. Damit Quoten für den jeweiligen Bestand angemessen sind, sollten sie auf Berechnungen der Fischereiwissenschaft basieren. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES), ein Netzwerk aus 1600 Wissenschaftlern, klassifiziert beispielsweise jährlich den Zustand vieler kommerziell genutzter Bestände im Nordostatlantik. Im Anschluss spricht ICES der Europäischen Union (EU) Fangquotenempfehlungen für einzelne Bestände aus. Die EU diskutiert diese Empfehlungen vor dem Hintergrund sozioökonomischer Überlegungen und legt entsprechende Fangquoten fest.

Es ist also nicht Aufgabe des MSC, Fangquoten festzulegen, da dies im Verantwortungsbereich der Politik liegt. Der MSC-Standard fordert jedoch, dass nachhaltig arbeitende Fischereien ihren Bestand so befischen, dass seine Ertragsfähigkeit langfristig gesichert ist. Hierbei wird auch geprüft, ob die von der Politik festgelegten Fangquoten den wissenschaftlichen Empfehlungen folgen und für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Bestandes angemessen sind. Zeigt sich im Rahmen einer MSC-Bewertung, dass ein Bestand unter seinem Grenzwert liegt, also überfischt ist, so erhält die Fischerei kein Zertifikat.

Wie viel Prozent des in Deutschland verkauften Wildfischs sind MSC-zertifiziert?

Deutschland ist erfreulicherweise absoluter Spitzenreiter, wenn es um Fischprodukte aus MSC-zertifizierter nachhaltiger Fischerei geht. Der MSC-Anteil an Wildfisch macht in Deutschland über die Hälfte des Fisch – und Meeresfrüchteangebots aus Wildfang aus. Diese Schätzung bietet allerdings nur einen groben Richtwert und keine konkrete Berechnung, da sie mehreren Unsicherheitsquellen unterliegt. Die Menge an MSC-zertifizierten Produkten in Deutschland ist zum einen im Konsumverhalten für Fisch und Meeresfrüchte der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher begründet. Rund 75 Prozent des Fischkonsums entfallen auf nur wenige verschiedene Arten, die zertifiziert verfügbar sind, was natürlich das Angebot von MSC-zertifizierten Produkten für den Handel erleichtert. Ganz anders sieht das z.B. in Frankreich oder Spanien aus, wo der Fischkonsum viel diversifizierter ist. Zum anderen sind Umweltorganisationen in Deutschland schon lange sehr aktiv in ihrer Aufklärungsarbeit und halten Verbraucherinnen und Verbraucher kontinuierlich zu einem bewussten und nachhaltigen Fischkonsum an und arbeiten u.a. auch mit dem Handel zusammen (z.B. WWF und Edeka), um Unternehmen bei der Umstellung ihres Fischsortiments zu unterstützen. Nicht zuletzt sind Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland generell recht offen für Umweltthemen, Umweltsiegel und einen bewussten Konsum.

Global betrachtet ist das Bewusstsein für die Notwendigkeit von mehr Nachhaltigkeit im Fischereisektor jedoch immer noch gering. Dass heute 10 Prozent des weltweiten Wildfangs das MSC-Siegel tragen dürfen, ist ein großer Erfolg. Allerdings bewegen wir uns damit immer noch in einer Nische. Unseren Auftrag erledigt haben wir erst, wenn sich 100 Prozent der Verbraucher und auch 100 Prozent der weltweiten Fischereien für eine nachhaltige Arbeitsweise entscheiden. Wir haben also noch einen langen Weg vor uns.

Wie viel Prozent des Alaska-Seelachsfilets in Deutschland verkauften Fischstäbchen sind MSC-zertifiziert?

Uns liegen leider keine Zahlen zu nicht zertifizierten Produkten vor. Als Ansprechpartner für Konsumzahlen von Fisch und Meeresfrüchten allgemein empfehle ich Ihnen das Fischinformationszentrum: fischinfo.de

Seit wann ist die russische Fischerei im Ochotskischen Meer (FAO 61) MSC-zertifiziert?

Die russische Alaska-Seelachsfischerei ist seit September 2013 zertifiziert.

Seit wann ist die amerikanische Fischerei Alaska_Beringsee (FAO 67) MSC-zertifiziert?

Die US Alaska-Seelachsfischereien wurde erstmals im Mai 2005 zertifiziert und 2010 re-zertifiziert. Derzeit befinden sich die US-amerikanischen Alaska-Seelachsfischereien zum dritten Mal in Folge im MSC-Bewertungsprozess und das unabhängige Bewertungsteam ist erneut angehalten, die Auswirkungen der Fischerei auf die Meeresumwelt zu begutachten.

Gibt es aus Ihrer Sicht und gemessen an Ihren Kriterien Unterschiede zwischen diesen Fischereien?

Beide Fischereien erfüllen die MSC-Mindestanforderungen für nachhaltige Fischereien und sorgen dafür, dass die Funktionsfähigkeit des marinen Ökosystems aufrecht erhalten bleibt. Zusätzlich zu den zwei Vollbewertungen nach MSC-Standard hat die US-amerikanische Alaska-Seelachsfischerei bislang acht MSC-Überwachungsaudits erfolgreich durchlaufen. Im letzten Audit wurden alle Zertifizierungsauflagen erfolgreich geschlossen und durchweg hohe Punktwerte (80 oder mehr) erzielt. Die US-amerikanische Alaska-Seelachsfischerei gilt als eine der am besten gemanagten Fischereien der Welt. Das Management basiert auf einem starken wissenschaftlichen Fundament und die Fischerei wird streng überwacht.

Die russische Alaska-Seelachsfischerei wurde 2013 mit 8 Zertifizierungsauflagen zertifiziert, denen sie fristgerecht nachkommt, wie das erste Überwachungsaudit zeigt.  Die an die Zertifizierung gebundenen Auflagen werden das Beobachterprogramm der Fischerei und das Fischereimanagement stärken und zusätzliche wissenschaftliche Daten zu Beifang, Habitaten und seltenen Arten produzieren.

Wann darf ein Hersteller das MSC-Siegel auf sein Fischprodukt drucken?

Neben der Fischereizertifizierung umfasst das MSC-Programm auch einen Rückverfolgbarkeits-Standard für die Zertifizierung von Unternehmen der Lieferkette. Um das MSC-Siegel nutzen zu können, müssen alle Firmen, die zertifizierten Fisch verarbeiten, ein System zur Rückverfolgung etablieren und sicherstellen, dass es nicht zum Vermischen/Verwechseln/Vertauschen von zertifiziertem mit nicht-zertifiziertem Fisch kommt. Das MSC-Zertifikat für Unternehmen der Lieferkette gilt für drei Jahre. Einmal pro Jahr müssen die Unternehmen standardgemäß ein Kontrollaudit durchlaufen, um zu prüfen, ob die Anforderungen des MSC-Rückverfolgbarkeits-Standards weiterhin eingehalten werden. Dafür führt der Zertifizierer u.a. stichprobenmäßig eine Mengenbilanzanalyse durch, um sicherzustellen, dass mindestens so viel MSC-zertifizierte Ware eingekauft wie verkauft wurde. Nach drei Jahren wird in jedem Fall die Re-Zertifizierung fällig, um weiterhin MSC-gekennzeichnete Produkte verkaufen zu dürfen.

Omega-3-Fettsäuren

Alaska-Seelachs lebt in großen Schwärmen im Ozean. Als Kaltwasserfisch frisst er jede Menge Mikroalgen. Und ist deshalb voll von Omega-3 Fettsäuren. Die wiederum sind gesund für den Menschen. Denn sie wirken entzündungshemmend und sind wichtige Zellbausteine. Wir können diese gesunden Fettsäuren allerdings nicht selbst bilden. Wir müssen den Bedarf über die Nahrung decken, sagen Ernährungswissenschaftler.

Prof. Stefan Lorkowski ist Ernährungswissenschaftler der Universität Jena: "Insbesondere bei Kindern sind Omega-3 Fettsäuren wichtig für die Entwicklung, gerade im Bereich der Entwicklung des Gehirns, so dass auch bei Kindern, die unterversorgt sind Konzentrations- und Sprachschwierigkeiten auftreten können. Wir sollten etwa 250 Milligramm bis 500 Milligramm täglich an marinen Omega-3 Fettsäuren zu uns nehmen und da liegen wir weit unter den empfohlenen Mengen." Besonders Kinder brauchen also marine Omega-3-Fettsäuren aus dem Fisch. Iglo wirbt: der Alaska-Seelachs sei eine natürliche Quelle für Omega-3.

Wie viel enthalten die Fischstäbchen?

Wir wollen wissen: wie viel der wertvollen Fettsäuren enthalten die Fischstäbchen in unserem Test? Im Labor von Ernährungswissenschaftler Stefan Lorkowski an der Uni Jena lassen wir die Fettsäuren in den Fischstäbchen analysieren. Lorkowski: "Insbesondere die Produkte von Frosta und iglo haben einen Gehalt von etwa 160 Milligramm pro Portion – das sind etwa vier Fischstäbchen, während andere Produkte wie von der Firma Landur nur etwa 60 Milligramm pro Portion haben. Alle drei Produkte wären aber nicht in der Lage, den Tagesbedarf zu decken, sie können lediglich einen Beitrag zur Versorgung mit Fischfettsäuren leisten."

Das Ergebnis: die meisten marinen Omega-3-Fettsäuren enthalten die beiden Marken-Fischstäbchen iglo und Frosta. Bio lohnt sich hier nicht – denn da ist am wenigsten drin. Die Discounter liegen im Mittelfeld.

Schadstoffe im Fett

Neben guten Fettsäuren können aber auch Schadstoffe im Fett stecken. Und zwar vor allem in der Panade. Die ist nämlich vorfrittiert. In Pflanzenfetten. Darin enthalten: sogenannte 3-MCPD- und Glycidyl-Fettsäureester. Lorkowski: "Diese Verbindungen stehen im Verdacht, krebserregend und organschädigend zu sein. Aus diesem Grund sollten die Zufuhrmengen möglichst niedrig gehalten werden."

Das heißt: so wenig wie möglich! Im Labor lassen wir die Panade auf beide Schadstoffe hin prüfen. Den höchsten Gehalt finden wir in den Fischstäbchen von Aldi Nord.
Für Erwachsene ist der Wert nicht bedenklich. Kinder aber nehmen mit einer Portion von drei Fischstäbchen aus unserer Probe von Aldi Nord schon drei Viertel der maximalen Tagesdosis auf.

Aldi Nord kommt in der eigenen Qualitätsprüfung auf geringere Werte, versichert aber: „Wir stehen diesbezüglich in engem Kontakt mit unseren Lieferanten und haben bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen, um den 3-MCPD Wert in unseren vorgebratenen Produkten zu reduzieren.“ Positiv sticht das Markenprodukt von iglo heraus: Hier sind fast keine Schadstoffe drin.

In der Pfanne oder im Backofen zubereiten?

Wegen des Fetts in der Panade sind Fischstäbchen keine kalorienarme Mahlzeit! Vor allem, wenn sie in Öl in der Pfanne gebraten werden. Wie viel Fett man spart, wenn man die Stäbchen im Backofen zubereitet – das haben wir mal getestet. Eine Probe bereiten wir in der Pfanne zu. Und eine im Backofen. Unsere Experten in Jena messen den Fettgehalt. Was ergibt der Vergleich? Lorkowski: "Abhängig von der verwendeten Menge des Fettes beim Braten kann sich der Fettgehalt verdoppeln im Vergleich zum Backofen, wo der Fettgehalt annähernd gleich bleibt." Wer Fischstäbchen aus dem Backofen isst, spart also gegenüber der Bratpfanne jede Menge an Fett.

Unser Fazit: Teuer oder billig – Nachhaltig gefischt werden alle, das erkennt man am MSC-Siegel. Beim Labortest sticht besonders iglo hervor: viel gutes Omega-3, so gut wie keine Schadstoffe. Insgesamt liegen also die Marktführer iglo und Frosta vorn. Teuer lohnt sich also. Zumindest bei den Fischstäbchen in unserem Test.

11.01.2016

ZDFmediathek: WISO

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