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WISO  | 07.04.2014  Wie wechsle ich den Stromanbieter?

Vorsicht bei Stromdicountern und Vorabkasse

Steigende Strompreise sind ärgerlich. Von Jahr zu Jahr werden sie teurer. Um dem zu entgehen, hilft es nur den Anbieter zu wechseln. Dazu rät sogar das Bundeskartellamt. Wir erklären, worauf Sie achten sollten und wie der Wechsel funktioniert. 

Wie wechsle ich den Stromanbieter?

Steigende Strompreise sind ärgerlich. Von Jahr zu Jahr werden sie teurer. Um dem zu entgehen, hilft es nur den Anbieter zu wechseln. Wir erklären, worauf Sie dabei achten sollten.

(26.08.2013)

von Mario Shabaviz

Für einen Wechsel ist es wichtig zu wissen, wie viel Sie im Jahr an Strom verbrauchen. Denn diesen Wert müssen Sie beim Vergleichen angeben. Also erst mal den Jahresverbrauch ermitteln. Den eigenen Jahresstromverbrauch kennen nur die wenigsten. Der Zähler im Keller verrät nur den aktuellen Stand. Suchen Sie dafür die alte Stromrechnung heraus und notieren Sie sich den Wert vom Vorjahr. Erst so können Sie die Preise im Internet gut vergleichen.

Anbieter auswählen

Den richtigen Anbieter können Sie mit Hilfe von Preis-Vergleichsportalen im Internet finden. Doch die günstigen Stromversorger zu finden, ist nicht so leicht. Wichtig dabei: Voreinstellungen wie Neukunden-Bonus, Paketpreise oder Vorkasse müssen Sie beim Preisvergleich entfernen. Achten Sie zusätzlich auf die Preisgarantie und die Laufzeit für ein Jahr. Sie sollten aber nicht nur nach dem günstigsten Preis suchen, schauen Sie auch auf Erfahrungen bisheriger Kunden mit dem gewünschten Neuanbieter. Bei zu vielen negativen Einträgen besser die Finger davon lassen.

Tricks der Stromdiscounter

Trick 1: zu hohe Abschläge

Egal ob man Strom gespart hat oder ob der Verbrauch gleich geblieben ist. Der Stromdiscounter versucht mit der Jahresabrechnung die Abschläge zu erhöhen. Meist wird das gar nicht begründet, auf Nachfrage heißt es dann, dass man viele Parameter berücksichtige, nicht nur den Vorjahresverbrauch. So seien auch Verbrauchsprognosen oder Preisentwicklungen ausschlaggebend. "Mauscheleien öffnet das Tür und Tor", sagt die Verbraucherzentrale NRW. Der Stromanbieter muss die Abschläge realistisch berechnen und zwar sehr wohl am Verbrauch orientiert. (Text: Christian von Rechenberg)

Trick 2: falsche Zählerstände

Der Stromdiscounter muss keine Stromzähler ablesen. Er überlässt das dem Netzbetreiber oder dem Kunden. Fehlen aber genaue Ablesedaten, zum Beispiel weil der Kunde es vergessen hat, berechnen Stromdiscounter in manchen Fällen die fehlenden Zeiträume selbst. Und kommen zum Teil zu abenteuerlichen Werten. So hat ein Stromdiscounter im WISO-Beitrag (26.8.2013) für einen Zwei-Personenhaushalt in NRW für zwei Wochen 1.000 kWh "errechnet" – soviel wie der Kunde normalerweise in drei Monaten verbraucht. (Text: Christian von Rechenberg)

Trick 3: die Bonusfalle

Nichts fürchten Stromdiscounter mehr, als den versprochenen Neukundenbonus auszuzahlen: Meist 20 bis 25 Prozent der Jahresstromkosten. Er wird üblicherweise fällig, wenn der Kunde ein Jahr dem Stromdiscounter treu bleibt. Kündigt er aber nach genau einem Jahr, versucht der Stromdiscounter, dem Kunden ein abweichendes Kündigungsdatum zu bestätigen. Meist so gewählt, dass die Jahresfrist knapp unterschritten wird. So wird kein Bonus fällig. Oder aber, der Stromdiscounter ignoriert die Kündigung völlig und beliefert den Kunden einfach weiter. Dann muss er zwar den Bonus auszahlen, hat den Kunden aber mit Glück ein weiteres Jahr an sich gebunden, falls der nicht reagiert. (Text: Christian von Rechenberg)

Trick 4: die versteckte Preiserhöhung

Preise werden meist nach der garantierten Preisbindung angehoben, das ist in der Regel ab dem zweiten Vertragsjahr. Ist die Preisbindung geringer als die Vertragslaufzeit, drohen regelrechte Preisexplosionen. Das gilt auch für Paketpreise. Hier kauft der Kunde eine fixe Menge Strom für ein Jahr zum fixen Preis. Verbraucht er weniger, muss er trotzdem die volle Menge bezahlen. Verbraucht er mehr, berechnet der Stromdiscounter für jede weitere Kilowattstunde erheblich höhere Preise.

Experten warnen zudem, dass Preiserhöhungen gerne zur Urlaubszeit verschickt werden und häufig wie Werbung aussehen. Man hofft so, dass der Kunde nichts gegen die Preiserhöhung unternimmt. Ihm stehen dann nämlich Sonderkündigungsrechte zu. Deswegen muss der Stromdiscounter sechs Wochen vorab über Preiserhöhungen genau informieren. (Text: Christian von Rechenberg)

Wechsel vornehmen

Haben Sie einen passenden Stromanbieter gefunden, muss der alte Vertrag gekündigt werden. Dabei ist es besser, nicht selbst zu kündigen. Das sollte immer der neue Stromanbieter tun. Dieser schickt dann per Post den Vertragsabschluss und den Liefertermin zu. Der alte Anbieter schickt Ihnen daraufhin eine Kündigungsbestätigung und die Schlussrechnung. Sollte es zu Problemen kommen, hat der bisherige Versorger auf jeden Fall Liefer-Pflicht.

07.04.2014

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