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Teuer oder billig  | 05.10.2015  Teuer oder billig: Honig

Gelb, klebrig und süß. Rund ein Kilo Honig isst jeder Deutsche pro Jahr. Wir sind beim Verbrauch Weltmeister. Wir testen, ob es zwischen günstigen Blütenhonigen und teuren Unterschiede gibt. 

Teuer oder billig: Markencheck Honig

(05.10.2015)

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Alle getesteten Honige

Teuer oder billig: Honig

Gelb, klebrig und süß. Rund ein Kilo Honig isst jeder Deutsche pro Jahr. Wir sind beim Verbrauch Weltmeister. Wir testen, ob es zwischen günstigen Blütenhonigen und teuren Unterschiede gibt.

(05.10.2015)
Bienen auf einer Bienenwabe.

Wie entsteht Honig?

Viele Bienen arbeiten Tag für Tag und produzieren leckeren Honig. Etwa 100.000 Blüten müssen sie für einen Liter anfliegen. Judith Jöckel hat den eifrigen Insekten bei ihrer täglichen Arbeit zugesehen.

(29.07.2015)

von Erik Hane

Vier Millionen Blüten müssen die Bienen für ein Kilogramm Honig anfliegen. Viel Arbeit für die Insekten und auch für die Imker. Imkerin Ilona Munique und Imker Reinhold Burger aus Bamberg kümmern sich um 14 Bienenvölker. Nur wenn die Tiere genug Nektar finden, gibt’s auch Honig. Und auch aus einem anderen Grund sind die Bienen nützlich, so Ilona Munique: "Noch wichtiger als der Honig ist die Bestäubungsleistung, die die Biene vollbringt, unsere Kulturpflanzen wären ohne Honigbiene nicht denkbar, Äpfel, Gemüse, Obst, Beeren, alles ist von der Honigbiene abhängig."

Von jedem Volk ernten sie rund 20 Kilogramm Honig pro Jahr. Ein reines Naturprodukt! Honig darf nichts hinzugefügt werden. Welche Unterschiede also kann es geben? Das wollen wir herausfinden.

Mit dabei im WISO-Test

Drei günstige Blütenhonige von ALDI, Lidl und Netto und drei teure Pendants werden von uns getestet. Die Teuren: Ein Biohonig von Alnatura, der Marktführer Langnese und der „Echte Deutsche Honig“ mit dem Etikett des Deutschen Imkerbundes.

Erster Unterschied: die Preise. 2,49 Euro kosten die Honige jeweils bei den Discountern. Die Markenhonige sind deutlich teurer. 4,45 Euro bezahlen Kunden bei Alnatura. Der Langnese-Honig kostet 4,59 Euro und der Honig vom Deutschen Imkerbund ist mit 6,49 Euro am Teuersten.

Wo kommt der Honig her?

Ein Honig mit dem Aufdruck "Feine Blüte" klingt nach ländlicher Idylle. Doch wo kommen die Honige eigentlich her? Nur der "Echte Deutsche Honig" kommt aus Deutschland. Der Honig von Alnatura aber kommt aus Ungarn und Rumänien. Warum? Alnatura schreibt: „Das liegt u. a. (…) an den hiesigen klimatischen Bedingungen. In unseren Breitengraden kann nicht so häufig geerntet werden wie in wärmeren Ländern.“

Und wo kommen die anderen Honige her? Im Kleingedruckten steht's: Mischung von Honig aus EG Ländern und Nicht EG Ländern. Das kann also aus der ganzen Welt sein. Tatsächlich sind alle anderen Honige eine Mischung von Honigen aus verschiedenen Ländern. Deutsche Landwirte profitieren also nicht von der Bestäubungsleistung der Bienen. Und Langnese hat für den Mix noch eine andere Erklärung als Alnatura: „Der Konsument erwartet von einem Markenartikel wie Langnese Honig stets gleichbleibende Qualität und ein konstantes Geschmackserlebnis. Dies kann Langnese Honig durch eine sorgfältige Komposition von Honigen aus verschiedenen Regionen sicherstellen.“ Der Honig zum Frühstück soll also immer gleich schmecken. Deshalb wird gemixt.

Unterschiede zum Biohonig

Welche Unterschiede gibt es sonst noch zwischen billigem und teurem Honig? Der Expertencheck wird’s zeigen: Der Honig von Alnatura ist der einzige Bio-Honig in unserem Test. Biobienen dürfen beispielsweise im Winter nur mit Biozucker gefüttert werden. Und die Bienenstöcke müssen aus Holz sein. Unsere Bamberger Imker machen keinen Bio-Honig. Trotzdem sei ihr Honig genauso ökologisch.

Aus einem einfachen Grund, so Reinhold Burger: "Der Unterschied zwischen Bio- und konventionellem Honig ist nur marginal. Die Bienen haben einen Flugradius von zwei bis drei Kilometern und sammeln in einer Fläche von rund 30 Quadratkilometern den Nektar. Auf so einer Fläche kann durchaus auch mal ein Feld beflogen werden, das gerade gespritzt worden ist."

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln

Bioimker sollen ihre Bienen zwar möglichst in der unberührten Natur aufstellen. Ob die Bienen dann nicht doch zu einer frisch gespritzten Blüte fliegen. Das wissen sie nicht. Finden sich deshalb Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in unseren Honigen? Im Bieneninstitut der Universität Hohenheim werden die sechs Honigproben auf alle gängigen Pestizide überprüft. Das Ergebnis der Analysen von Dr. Klaus Wallner: "Wir haben die sechs eingesandten Honigproben untersucht auf Pflanzenschutzmittel und Pilzbekämpfungsmittel und haben in allen sechs Proben nichts gefunden." Weder in teuren noch in billigen Honigen sind Chemikalien. Eine gute Nachricht für die Verbraucher.

Wie kommt der Honig ins Glas?

Bienen lagern Honig als Vorrat in den Waben ein. Aber wie kommt er von dort ins Glas? Bei vielen deutschen Imkern läuft das noch recht beschaulich ab. So wie bei Ilona Munique. Zuerst prüft die Imkerin den Wassergehalt. Nur wenn der stimmt, ist der Honig erntereif. Die Waben können entdeckelt werden.
Honig schleudern
Der Honig wird geschleudert.
Die Rahmen kommen dann in eine große Schleuder. Honig ernten. Das ist hier noch richtige Handarbeit. Nur mit viel Muskelkraft nämlich löst sich der klebrige Saft aus den Waben. Damit sich Wachsreste absetzen, ruht der Honig noch drei Tage im Eimer. Alle Produktionsschritte müssen genau eingehalten werden: "Als Imker achtet man darauf, dass der Wassergehalt des Honigs nicht über 20 Prozent beträgt und Honig muss auch kühl, dunkel und trocken gelagert werden. Grad bei Wärme ist es gefährlich für den Honig weil  er dann an Qualität verliert."

Wurde bei unseren Honigen alles richtig gemacht? Das soll das Labor der Uni Hohenheim herausfinden. Denn so handwerklich wie bei unseren Hobbyimkern geht’s in der Produktion von Industriehonigen längst nicht mehr zu. Beim Abfüllen werden sie oft stark erhitzt. Das aber mindert die Qualität. Alle Honige müssen deshalb bestimmte Grenzwerte einhalten. Das schreibt die deutsche Honigverordnung vor. Das Ergebnis der Analysen erklärt Dr. Helmut Horn der Uni Hohenheim: "Wir haben verschiedene Qualitätsparameter untersucht, der Wassergehalt ist ganz wichtig, weil er eben etwas aussagt über das Aroma sprich über den Geschmack und die anderen Parameter sagen etwas aus über Wärme und Lagerschäden. Alle liegen innerhalb dieser von der Honigverordnung festgelegten Grenzwerte."

Zusammenfassung vom Honigtest

Außer bei den Preisen gibt es wenige Unterschiede. Nur der echte Deutsche Honig kommt wirklich aus Deutschland. Alle anderen sind Mischungen aus verschiedenen Ländern. Alle Produkte sind frei von Rückständen und entsprechen den geltenden Qualitätsrichtlinien.

05.10.2015

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