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WISO-Tipp  | 15.02.2016  Nebenjob im Alter

Die Rente aufbessern

Sie machen Kurierfahrten, betreuen Kleinkinder oder tragen Zeitungen aus: Immer mehr Rentner gehen weiterhin arbeiten. Die Gründe: Manche haben Angst vor Langeweile und wollen sich mit einer Beschäftigung fit halten. Für viele Rentner hat es aber auch finanzielle Gründe: Mit dem Nebenjob wird die klamme Haushaltskasse aufgebessert. 

Ältere Dame in einem Call-Center

WISO-Tipp: Die Rente aufbessern

Sie machen Kurierfahrten, betreuen Kleinkinder oder tragen Zeitungen aus: Immer mehr Rentner gehen weiterhin arbeiten. Zum teil müssen Sie es auch, um über die Runden zu kommen.

(15.02.2016)
Heidi verkauft Würstchen

37 Grad: Schuften bis zum Schluss

Arme Rentner im reichen Deutschland: 37 Grad begleitet Rentner, die ums tägliche Überleben kämpfen. Solange sie bei stabiler Gesundheit sind, geht das ganz gut - aber was, wenn sie krank werden?

(14.07.2015)

von Juana Guschl

Im Durchschnitt erhält ein Altersrentner in der Bundesrepublik knapp über 800 Euro Rente im Monat. Eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg bestätigt: Immer mehr Menschen sind auch im Renten-Alter berufstätig. 940.000 Minijobber in Deutschland sind mittlerweile älter als 65 Jahre. Die Zahl hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt, seit der Jahrtausendwende gar nahezu verdreifacht.

Entscheidend: Regelaltersgrenze

Wer seine Rente aufbessern möchte, muss jedoch einige Dinge beachten. Denn der Hinzuverdienst für Rentner ist klar geregelt. Entscheidend ist, wie alt Sie sind und ob Sie die so genannte Regelaltersgrenze bereits erreicht haben. Je nach Geburtsjahr liegt diese Grenze zwischen 65 und 67 Jahren.

Senioren, die vor dem 01. Januar 1947 geboren sind, erreichen die Regelaltersgrenze mit 65 Jahren. Für Senioren, die nach dem 31. Dezember 1946 geboren sind, wird das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 angehoben. Auf den Internetseiten des Bundesjustizministeriums finden Sie eine Tabelle mit den genauen Angaben zum jeweiligen Regelrentenalter.

Hinzuverdienst nach d. Regelaltersgrenze

Wenn Sie diese Regelaltersgrenze erreicht haben, dürfen Sie unbegrenzt dazu verdienen, ohne dass deshalb Ihre Rente gekürzt wird. Aber Achtung: Verdienen Sie mehr als 450 Euro, unterliegen Sie der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Von der gesetzlichen Arbeitslosen- und Rentenversicherung sind Sie selbstverständlich befreit, wenn Sie nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiterarbeiten.

Auf die Steuerpflicht achten

Auch als Rentner sind Sie verpflichtet ab einem gewissen Einkommen, Steuern zu zahlen. Dies ist vor allem für Rentner relevant, die die Regelaltersgrenze überschritten haben und daher unbegrenzt dazu verdienen dürfen.

 Der steuerliche Grundfreibetrag liegt aktuell bei 8.652 Euro für ledige Rentner und bei 17.304 Euro für Ehepaare (Stand: 2016). Überschreiten Sie diesen, kann ein Zuverdienst zur Rente dazu führen, dass Sie Einkommensteuer zahlen müssen.  Dafür werden übrigens sämtliche Einkunftsarten in Betracht gezogen: Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, aus Gewerbebetrieben, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung, sowie sonstige Einkünfte.

Soziales Engagement hilft, auch steuerlich

Arbeiten Sie jedoch in Vereinen oder sozialen Einrichtungen mit? Dann sind Ihre Einkünfte derzeit womöglich bis 2.400 Euro steuerfrei (Stand: 2016). Übungsleiter, Erzieher, Betreuer, Pfleger oder Künstler, die diese Tätigkeit in einer öffentlich-rechtlichen oder gemeinnützigen Körperschaft nebenberuflich ausüben – also nur zu einem Drittel der Zeit – profitieren somit von der so genannten Übungsleiterpauschale. Dies gilt auch für Rentner.

Hinzuverdienst vor der Regelaltersgrenze

Verschiedene Gründe können dazu führen, dass Sie bereits vor Erreichen der Regelaltersgrenze Rente beziehen. In diesen Fällen müssen Sie die so genannte Hinzuverdienstgrenze beachten. In Ihrem Nebenjob dürfen Sie dann nicht mehr als 450 Euro monatlich verdienen; andernfalls drohen Abzüge bei Ihrer Rentenzahlung.

Vollrente oder Teilrente

Wollen Sie jedoch mehr hinzu verdienen, können Sie sich auch Teilrenten auszahlen lassen. Ihr Rentenversicherer bietet dahingehend an, ein Drittel, die Hälfte oder zwei Drittel der jeweiligen Vollrente auszuzahlen. Je nachdem für welche Teilrente man sich entscheidet, desto höher wird dann die jeweilige Hinzuverdienstgrenze. Je weniger man sich auszahlen lässt, desto mehr darf man also hinzuverdienen. Diese Grenze wird individuell errechnet.

Zweimal im Jahr dürfen Sie die Hinzuverdienstgrenze bis zum doppelten Wert überschreiten. Beziehen Sie die Vollrente, dürfen Sie also pro Jahr zweimal bis zu 900 Euro verdienen. Dies wird beispielweise dann relevant, wenn Sie Weihnachts- oder Urlaubsgeld erhalten oder sich Überstunden auszahlen lassen.  Generell gilt: Informieren Sie Ihren Rentenversicherer über Ihren Hinzuverdienst.

Die fünf größten Risiken für Altersarmut

Geringes Einkommen

Friseurin schneidet einer Kundin die Haare

Durch ein geringes Einkommen landen viele Menschen in der Grundsicherung und bekommen nur eine Minimalrente. Das Geld für private Vorsorge ist bei minimalem Gehalt meist nicht da, und in eine Betriebsrente einzuzahlen ist ebenfalls nicht möglich. Laut einer Studie des Sozialverbands Deutschland und des Deutschen Gewerkschaftsbunds sind rund ein Viertel aller Teilzeitstellen im Niedriglohnsegment. Bei den geringfügig Beschäftigten sind es sogar neun von zehn Arbeitnehmern.

Geringe Bildung

Lehrerin an der Tafel

Wer schlechter gebildet ist, hat ein höheres Risiko arbeitslos zu werden. Besonders betroffen von Arbeitslosigkeit ist die Gruppe der Personen ohne Berufsabschluss. Im Jahr 2011 hatten nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 45 Prozent aller Arbeitslosen in Deutschland keinen Abschluss. Je niedriger die berufliche Qualifikation, desto schlechter sind die Position am Arbeitsmarkt, das Durchschnittseinkommen und die eingezahlten Rentenbeiträge. Arbeitnehmer ohne Berufsausbildung verdienen in ihrem Leben im Durchschnitt fast eine Viertel Million Euro weniger als Arbeitnehmer mit Berufsausbildung.

Wenig Erwerbsarbeit

Mutter geht mit Kind spazieren

Arbeitslose und Mütter haben ein höheres Risiko altersarm zu werden, da sie nur begrenzt gesetzliche Rentenansprüche sammeln können. Mütter steigen häufig auch nach der Zeit zuhause erst einmal mit einer Teilzeit-Stelle ein, was oft zu geringerem Einkommen führt.

Single-Dasein

Häuserfassaden

Singles haben einerseits keinen Partner, den sie mitfinanzieren müssen, andererseits auch niemanden, der sie unterstützt. Die Unterstützung bei Lebensunterhalt, Kinderbetreuung, Krankheit und Arbeitslosigkeit durch einen Partner oder eine Partnerin fällt weg. Vor allem bei Alleinerziehenden mit kleinen Kindern wirkt sich das auch auf die Rente aus. Wer sich zur Zukunftsabsicherung auf den Ehepartner verlässt, könnte nach Trennung oder Scheidung allein mit höherem Risiko dastehen, arm zu sein und nur eine kleine Rente zu bekommen.

Selbständigkeit

Frau mit Laptop in Cafe

Solo-Selbstständige wechseln meist regelmäßig ihre Auftraggeber und sind kaum in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Wer nicht bei einem der berufsständischen Träger in eine Rentenkasse einzahlt, muss sich um eine private Altersvorsorge kümmern. Gerade beim Übergang zwischen zwei Aufträgen oder bei schlechter Auftragslage kann es zu Lücken im Erwerbsverlauf oder Arbeitslosigkeit kommen, die es erschweren, regelmäßig Beiträge zur privaten Altersvorsorge zu bezahlen.

(Text: Thomas Walbröhl)

Weitere Regelungen

Erhalten Sie eine Erwerbsminderungsrente? Auch hier gelten spezielle Hinzuverdienstgrenzen sowie Arbeitszeitregelungen. Die Hinzuverdienstgrenze wird individuell von Ihrem Rentenversicherer errechnet. Achten Sie darauf, dass Sie z.B. als Bezieher einer teilweisen Erwerbsminderungsrente wegen Berufsunfähigkeit nicht mehr als sechs Stunden pro Tag arbeiten dürfen. Sie könnten Ihren Rentenanspruch verlieren. Unter folgendem Link erhalten Sie detaillierte Infos und eine Broschüre..

Ebenfalls spezielle Ausnahmeregelungen gelten, wenn Sie eine Witwenrenten erhalten und gleichzeitig erwerbstätig sind. Ihre Rente darf gemeinsam mit Ihrem Einkommen einen speziellen Freibetrag nicht überschreiten. Andernfalls drohen auch hier Abzüge. Wie hoch Ihr individueller Freibetrag ist, steht auf Ihrem Rentenbescheid. 

Nicht alle Senioren sind Rentner

Rund 220.000 Senioren arbeiten sogar einfach in ihren Berufen weiter, obwohl sie längst das Rentenalter erreicht haben (Stand: Sommer 2015). Dazu zählen vor allem viele besser verdienende, hochqualifizierte Senioren wie Mediziner, Ingenieure oder Professoren.

Jobsuche im Alter

Viele Rentner wollen oder müssen im Alter arbeiten gehen. Doch bereits die Jobsuche kann hierbei zur ersten Herausforderung werden. Die klassische Zeitungs-Annonce wird von Unternehmen kaum noch genutzt. Die meisten Jobs werden heutzutage im Internet angeboten – auch für Senioren.

Inzwischen gibt es eigens für den Senioren-Arbeitsmarkt spezielle Portale. Beim  "Deutschen Seniorenportal“ finden Sie neben zahlreichen Tipps zur Freizeitgestaltung und einem Internetwegweiser für Dienstleistungen einen umfangreichen Stellenmarkt mit Jobs für Senioren und Rentner.

Online-Portale nutzen

Bei Online-Portalen wie "Rent a Renter“ oder "Rentner-Börse" haben Sie die Möglichkeit, sich zu registrieren und ein eigenes Profil zu erstellen. Damit können Sie sich und Ihre Fähigkeiten vorstellen, sich beispielweise als Betreuungskraft für Kleinkinder, Hausmeister oder Fahrer zur Verfügung stellen. Unternehmen und Privatpersonen, die Unterstützung suchen, können dann direkt mit Ihnen in Kontakt treten. Dieser Service ist für Sie vollkommen kostenlos.
Falls Sie jemanden kennen, der keinen Zugang zum Internet hat, aber auf der Suche nach einem Minijob ist: Empfehlen Sie ihm oder ihr, sich an das Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur zu wenden. Die Computer dort haben Internetzugang, sodass man sowohl auf das Jobportal der Arbeitsagentur als auch auf andere Stellenmärkte im Internet zugreifen kann. Dort werden zahlreiche Minijobs auch für Rentner angeboten. Die Mitarbeiter im  örtlichen BIZ (Liste als pdf) bieten dabei ihre Unterstützung an.

15.02.2016

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