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WISO-Tipp  | 05.10.2015  Das ist im Internet erlaubt

Verlinken, teilen, herunterladen

Ob in sozialen Netzwerken wie Facebook oder im eigenen Internet-Weblog: Nie war es so einfach, etwas zu veröffentlichen und es mit der ganzen Welt zu teilen. Wer dabei aber fremdes Eigentum nutzt, kann schnell mit dem Gesetz in Konflikt geraten – und das kann sehr teuer werden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ärger vermeiden und unter welchen Bedingungen Sie fremde Fotos und Musik nutzen können. 

Zwei Männer stehen vorm Rechner

WISO-Tipp: Das ist im Internet erlaubt

Verlinken, teilen, herunterladen: Der WISO-Tipp erklärt, wie urheberrechtliche Fallstricke im Internet vermieden werden und unter welchen Bedingungen Sie fremde Fotos und Musik nutzen können.

(05.10.2015)
Till Kreutzer

Welche Internet-Inhalte sind geschützt?

Till Kreutzer ist Rechtsanwalt in Berlin und beantwortet folgende Frage: Welche Internet-Inhalte sind durch das Urheberrecht geschützt?

(05.10.2015)

von Marcel Burkhardt

Als Sozialarbeiter hat Ronny Kraak einen wichtigen Job: Jugendlichen helfen. Er kennt ihre Sorgen – und ihre Leidenschaften. Zum Beispiel die für soziale Netzwerke im Internet wie Instagram, Twitter oder Facebook. Kraak betreibt selbst eine Internetseite, das „Kraftfuttermischwerk“. Die Seite bereitet ihm auch Sorgen.

Fotos auf Facebook

Allein beim größten sozialen Netzwerk Facebook veröffentlichen die Nutzer pro Tag rund 350 Millionen Fotos.

Der Grund: Ronny Kraak hat vor einiger Zeit das Foto einer Schlangen-Torte kopiert und auf seiner Seite veröffentlicht. Ungefragt, aber mit Hinweis auf die Urheberin. Für die Frau ging das so in Ordnung. Aber: „Ein paar Tage später hat eine Fotoagentur die Rechte an dem Bild gekauft und mich später abgemahnt; die wollten 1800 Euro für die unrechtmäßige Nutzung des Fotos“, sagt Kraak.

Das Weiterverbreiten eines Fotos brachte dem Blogger einen jahrelangen Urheberrechtsstreit ein. Auseinandersetzungen mit Rechteinhabern, das kann jedem passieren, der im Internet fremde Inhalte veröffentlicht und weiterverbreitet, also mit anderen teilt – egal, ob über die eigene Webseite oder in sozialen Netzwerken.

Urheberrecht

Das Urheberrecht regelt zum Beispiel das Verlinken, Teilen und Herunterladen von Inhalten: Fotos sind fast immer urheberrechtlich geschützt. Nicht nur kommerzielle Bilder, sondern auch privat geschossene Urlaubsfotos! Geschützt sind in der Regel auch Videos, Musik, Grafiken und Texte. Achtung: Auch wenn Sie in sozialen Netzwerken Inhalte Anderer nur teilen, also weiterverbreiten, können Sie sich strafbar machen. Nämlich dann: Wenn die andere Person einen urheberrechtlich geschützten Inhalt unerlaubt veröffentlicht hat!

Tipps vom Urheberrechtsexperten Till Kreutzer

 Till Kreutzer ist Rechtsanwalt in Berlin und Herausgeber von iRights.info, dem deutschen Portal für Urheberrechtsfragen in der Digitalen Welt. Er berät unter anderem Medienunternehmen und zudem schwerpunktmäßig öffentliche Institutionen unter anderem in urheber- und datenschutzrechtlichen sowie IT-Rechtsfragen. Kreutzer erstellt Expertisen, Gutachten und Schulungsmaterial.

Till Kreutzer, Rechtsanwalt

Welche Internet-Inhalte sind durch das Urheberrecht geschützt?

Till Kreutzer

Sind Nutzer beim Verlinken von Inhalten auf der sicheren Seite?

Till Kreutzer

Ist das Kopieren von Inhalten urheberrechtlich relevant?

Till Kreutzer

Kann das Teilen („Sharen“) von Inhalten problematisch sein?

Till Kreutzer

Weshalb gibt es so viele Probleme mit dem Urheberrecht im Internet?

Till Kreutzer

Was müssen Nutzer beim Teilen von Inhalten auf Facebook beachten?

Till Kreutzer

Was gilt für das Nutzen fremder geistiger Inhalte im Internet?

Till Kreutzer

Viele Privatleute stellen Videos mit Chartmusik ins Netz. Raten Sie davon ab?

Till Kreutzer

Ist die Höhe der Abmahnsummen gesetzlich gedeckelt?

Till Kreutzer

Ein Nutzer teilt unwissentlich geschütztes Material. Kann er belangt werden?

Till Kreutzer

Ist das Einbetten („Embedding“) von Inhalten erlaubt?

Till Kreutzer

Abmahnung im Briefkasten

Nach Erhalt seiner Mahnung reagierte Blogger Ronny Kraak schnell. Er nahm sich einen Anwalt, um den Schaden abzuwenden. Resultat bisher: Den Rechtsstreit hat Kraak in erster Instanz gewonnen. Weil der Kläger nicht nachweisen konnte, dass er die Rechte an dem Tortenbild bereits besaß, als Ronny Kraak das Foto auf seiner Seite veröffentlichte. Ganz ausgestanden ist die Sache aber noch nicht: Denn der Kläger legte Revision ein.

Unsere WISO-Tipps: Sollte in Ihrem Briefkasten eine Abmahnung landen, dann ignorieren Sie das Schreiben auf keinen Fall – sonst drohen zusätzlich Klage und Prozesskosten. Wenden Sie sich direkt an die Verbraucherzentrale oder an einen Fachanwalt für IT-Recht. Die Experten prüfen, ob die Forderungen berechtigt sind. Haben Sie keinen Rechtsschutz, besprechen Sie mit dem Anwalt vorher die Kosten der Beratung!

Eines hat Ronny Kraak gelernt: Will er nun geschützte Bilder auf seiner Webseite veröffentlichen, bittet er den Urheber vorher um Erlaubnis. Das kann zwar dauern, verhindert aber Probleme. Außerdem sucht Kraak auf speziellen Internetseiten wie etwa „CC Search“ oder die Foto-Plattform „Flickr“ nach freien Lizenzen, so genannten Creative-Commons-Lizenzen. Kurz gefasst bedeutet das, dass Menschen ihre Werke – Musik, Fotos, Videos – zur Verfügung stellen, ohne dafür Lizenzgebühren zu erhalten. Jeder kann diese Inhalte unter bestimmten Bedingungen nutzen.

Creative-Commons-Lizenzen

Creative Commons (CC) ist eine Non-Profit-Organisation, die in Form vorgefertigter Lizenzverträge eine Hilfestellung für Urheber zur Freigabe rechtlich geschützter Inhalte anbietet. Konkret bietet CC sechs verschiedene Standard-Lizenzverträge an, die bei der Verbreitung kreativer Inhalte genutzt werden können, um die rechtlichen Bedingungen festzulegen. Wenn die Inhalte CC-lizenziert sind, gibt es somit weniger rechtliche Unsicherheiten. Der Nutzer erkennt schon am Namen des jeweiligen CC-Lizenztyps, was die wichtigsten Bedingungen bei der Nutzung des Inhalts sind. Der einfachste CC-Lizenzvertrag verlangt vom Nutzer (Lizenznehmer) nur die Namensnennung des Urhebers/Rechteinhabers (Lizenzgeber).

Darüber hinaus können aber weitere Einschränkungen gemacht werden, je nach dem, ob der Rechteinhaber eine kommerzielle Nutzung zulassen will oder nicht, ob Bearbeitungen erlaubt sein sollen oder nicht und ob Bearbeitungen unter gleichen Bedingungen weitergegeben werden müssen oder nicht.

05.10.2015

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