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Netzkultur  Sendung vom 02.07.2016  15 Minutes of Fame

Verrückte Ideen aus dem Netz und ihr Ursprung

In diesem Sommer wurden weltweit Videos verschickt, in denen sich Internetfreunde Eiskübel über den Kopf schütteten. Noch populärer: das ansteckende Gezappel des „Harlem Shake“. ZDFinfo schildert die Geschichten hinter Ice Bucket Challenge, Harlem Shake und weiteren Internetphänomen – in „15 Minutes of Fame“, dem neuen Netzkultur-Format. 

Logo 15 Minutes of Fame

Bei der Spurensuche hilft der Journalist Dirk von Gehlen, der für die Süddeutsche Zeitung über Internet-Meme bloggt. Neben ihm kommen in der Sendung unter anderen BuzzFeed-Reporter Ryan Broderick, Kulturjournalistin Ingeborg Harms und die britische Meme-Professorin Susan Blackmore zu Wort.

15 Minutes of Fame

New Year in Manchester

Das Jahr 2016 hatte noch nicht mal richtig begonnen, da mischte ein Foto aus England die Weltpresse gehörig auf. Das Bild „New Years in Manchester“ zeigt eine alkoholisierte Neujahrs-Strassenszene in Manchester. Wer sich ein bisschen mit Neujahr auskennt, für den ist das auf den ersten Blick kein unbekanntes Bild. Dennoch wurde dieses Bild zu einem Überraschungshit im Netz, das viel verrät über die Kraft der Fotografie.

Harlem Shake

In der ersten Folge beschäftigen wir uns mit dem „Harlem Shake“. Wie konnte aus einem banalen Blödelvideo aus den Staaten ein globales Internetphänomen werden. Wir begeben uns auf die Spuren des Urhebers George Miller ("Filthy Frank"). Der damals 19-Jährige verkleidete sich als "Pink Guy" und tanzte wild herum. Der "Harlem Shake" nahm ab dem 30. Januar 2013 seinen Lauf, als Filthy Frank das Video auf der YouTube-Plattform hochlud. Mittlerweile ist der „Harlem Shake“ in zahlreichen neuen Videos nachgestellt und parodiert worden.

Was bewegte den jungen Mann, als er das Video hochlud? Welche Rolle spielte Baauer, der die Musik zum YouTube-Hit komponierte? Und wie viel des Erfolgs geht auf das Konto der zahlreichen Unternehmen, die den „Harlem Shake“ verbreiteten? Sprechen wir am Ende gar von einem „Harlem Made“, einem abgekarteten Spiel der Unterhaltungsindustrie?

Grumpy Cat

Das Internet besteht zum einen Teil aus Pornografie – zum anderen Teil aus Katzenvideos. So zumindest lautet einer der inoffiziellen Leitsätze des Netzes. Und wie bei jeder Übertreibung: ein Quentchen Wahrheit steckt auch in dieser. Wenn man die versammelten Katzen des Internets vergleicht, sticht eine heraus: Grumpy Cat. Königin des CatContents und so etwas wie die Elder Stateswoman des Web. Immerhin streunt sie bereits seit 2012 durch unsere Timelines. Eine Ewigkeit – in Katzen- und Internetjahren.

Ice Bucket Challenge

Als es Bill Gates machte, machten es alle: Die Ice Bucket Challenge, ins Leben gerufen, um auf die Krankheit ALS aufmerksam zu machen, wurde im August 2014 zum Netzschlager. Das Prinzip ist simpel: Schütte dir einen Eimer mit Eiswasser über den Kopf und nominiere drei weitere Menschen. Tust du es nicht, spende an die ALS Foundation zur Bekämpfung der tödlichen Nervenkrankheit.

Aber wie kam eine der größten Awareness-Kampagnen der Weltzustande? Wer rief sie ins Leben - und warum? Was hat sie tatsächlich gebracht? "15 Minutes of Fame" lässt Aktivisten zu Wort kommen, schaut auf weitere ähnliche Aufrufe im sozialen Netz und erklärt, was sie in den Nutzern auslösen. Es bleibt die Frage: Alles nur Selbstdarstellung oder tatsächliche Solidarität.

David after Dentist

Nach dem Zahnarztbesuch stellt ein kleiner Junge große Fragen – und Millionen Menschen hören zu. Für dieses Wunder braucht man nicht mehr, als eine Portion Medikamente, eine Kamera und die wunderbare Macht des Internets.

Diva Kid

Sein Auftritt wird innerhalb weniger Tage weltbekannt. In den folgenden 15 Minuten sprechen wir über das Phänomen Photobombing, lernen zu tanzen wie ein Supermodel und hören die Geschichte von Brendan Jordan, heute besser bekannt als: Diva Kid.

Daym Drops

Ein Cheese-Burger mit Pommes, eine Kamera – und viel Leidenschaft. Das sind die Zutaten, die den US-Amerikaner Daymon Patterson im Jahr 2012 zu einer Internetberühmtheit gemacht haben. Vom Fahrersitz seines Autos aus, filmte sich der leidenschaftliche Esser, wie er ein Menü bei der US-Kette “Five Guys Burger” genießt. Eine Restaurant-Kritik der anderen Art.

Numa Numa Guy

15 Minutes of Fame: Numa Numa Guy

Vom Kinderzimmer um die Welt: Der US-Amerikaner Gary Brolsma wollte im Jahr 2004 eigentlich nur ein wenig Spaß haben, als er sich in einem Moment ungezügelter Freude mit seiner eigenen Webcam aufnahm – und den Song “Dragostea Din Tei” der Balkan-Pop-Gruppe O-Zone lipsyncte. Die Performance wurde schnell zum Internet-Hit – und der Numa-Numa-Guy, wie der damals 19-Jährige bald genannt werden sollte, zur unverkennbaren Marke.

Selfies

Mit Duckface, oder ohne, von oben, von unten, mit Freunden oder der Familie, vor dem Ausgehen oder nach dem Sex – seit vielen Monaten werden die sozialen Netzwerke geflutet von Menschen, die sich selbst fotografieren. Woran liegt’s? Drehen wir uns alle nur noch um uns selbst? Machen wir’s, weil wir’s können? Weil wir in der Generation Smartphone immer eine Kamera dabei haben? Wir gehen dem Phänomen auf den Grund. Was ist so toll an: Selfies.

Kim Jong-Il looking at things

Eines der Heilsversprechen des Internet ist die Demokratisierung der Welt. Alles soll mit dem Netz transparenter, ja freigeistiger werden. Edle Motive, die den Despoten dieser Welt einen eiskalten Schauer über den Rücken jagen. Über einen wollen wir heute reden. Und am Beispiel von "Kom Jong-Ill Looking at Things" zeigen, wie aus innenpolitischer Propaganda außenpolitische Demontage entsteht. Aber: Wer war es, der den inzwischen verstorbenen nordkoreanischen Führer im Jahr 2012 ins Lächerliche zog? Und warum? Steckte eine politische Botschaft hinter dem Blog?

Gesellschaftskritik mit #

Fight for your digital rights

Ein Klick, ein Like, ein Hashtag – schon ist man dabei. Das Internet besteht schon lange nicht mehr nur aus Katzenvideos und Pornos. Nein, inzwischen wird das Netz auch für die gute Sache genutzt. Hier wird protestiert und aktiviert, werden Petitionen eröffnet oder Meinung mittels Hashtags gemacht. Ein solcher Protest hat im Sommer 2015 nicht nur die Online-, sondern auch die Offline-Welt in Deutschland bewegt – #landesverrat. „15 Minutes of Fame“ erzählt die Geschichte dahinter und beantwortet dabei die Fragen: Was macht erfolgreichen Hashtag-Aktivismus aus? Welche Wirkung kann digitaler Protest entfalten? Und was funktioniert besser: Der gute alte Straßenprotest mit Plakat und Körpereinsatz, oder die schnelle, effektive Kampagne, die im Internet für Furore sorgt?

Notes of Berlin

Berlin. Hauptstadt der Bundesrepublik. Ob Post, Rundfunk, Verkehr, Telefon oder Internet – die Millionen-Stadt ist durchzogen von einem Geflecht geplanter Netze, entworfen von Ingenieuren und Stadtplanern. Doch wer sich mit aufmerksamem Blick durch die Stadt bewegt erkennt ein anderes, ein anarchisches Kommunikationsnetz: An Litfaßsäulen, Hauswänden, Straßenlaternen und Stromkästen haben die Berliner ihre Stadt zu einem schwarzen Brett gemacht und teilen ihre Botschaften: Über Zettel.

Mainzer Tür

Sie ist das bislang erste und einzige deutsche Meme, das es zu Weltruhm gebracht hat: Alles begann damit, dass die Hintertür zum Philosophicum der Uni Mainz klemmte, woraufhin die Uni-Leitung auf einem Zettel verkündete: „Der Techniker ist informiert.“ Ein Tag verging, zwei Tage, eine Woche – irgendwann war es den Studenten zu viel, immerhin ging es hier um den Behinderten-Zugang zum Philosophicum. Die Studenten antworteten mit ausgedruckten Memen auf die laxe Ansage der Uni-Leitung. Es entstand: eine mit Memen gepflasterte Wand – die wiederum abfotografiert wurde und es irgendwann sogar bis in die Staaten geschafft hatte. Diese Folge zeigt auf, wie die Deutschen das Bildmakro entdeckten, was ein Bildmakro überhaupt ist und wie das Meme seinen Weg aus Mainz bis nach Minneapolis antrat. Ein Blick in den Maschinenraum der Meme-Kultur. Und, ach ja: Wir versuchen natürlich mit dem Techniker zu sprechen …

#dressgate

Ob ein Meme Menschen in die Verzweiflung treiben kann? Spätestens dieses wird es geschafft haben. Im Frühjahr 2015 tauchte ein Kleid in einem Tumblr auf – die Userin, die es hochgeladen hatte, stellte eine simple Frage dazu: Welche Farbe hat das Kleid – gold oder blau? Was wie ein eindeutiger Fall klingt, entzweite das Internet. Rund um die Welt griffen Medien die Frage auf, ließen ihre User abstimmen (die Abstimmungen gingen meist 50-50 aus) und zogen Forscher zu Rate, die die verschiedenen Wahrnehmungen von Farbe erklären sollten. Wir rekapitulieren die Geschichte und zeigen auf, wie Meme auch wissenschaftliche Themen versinnbildlichen können.

Technoviking

Der Technoviking, ein Berliner Straßentänzer, der Oberkörper frei auf der Fuckparade tanzte, ist mit über 60 Millionen Aufrufen eines der erfolgreichsten, deutschen Meme aller Zeiten. Allerdings hat die Geschichte des Musik-liebenden Wikingers einen langen und komplizierten Vorlauf. Es geht um Menschen, die nie YouTube Stars werden wollten, ein Meme, das sich vor Gericht behaupten muss und die fast schon philosophische Frage: Was ist eigentlich Kunst?

Cassetteboy

Eine ungewöhnliche burschenschaftliche Zeremonie, der Kopf eines toten Schweins- und die Frage, ob der britische Premierminister David Cameron wirklich eines seiner privatesten Körperteile dort hinein gesteckt hat, löste in diesem Jahr einen weltweit beachteten Skandal unter dem Hashtag #PigGate aus. Unausweichlich wurde die Debatte allerdings erst durch ein Mash-Up des britischen Satire-Duos “Cassetteboy”, das sie die beiden auf YouTube unter "Getting piggy with it“ veröffentlicht haben.

#NippelstattHetze

Es wird sich aufgeregt, beschimpft und beleidigt. Klickt man durch die Feeds von sozialen Netzwerken, fällt auf, hier sagt jeder das, was er will – so oft er will. Einem Berliner Fotografen ging der Hass seiner Facebook-Timeline im Herbst 2015 zu weit: Mit einer einfallsreichen Kunst-Aktion prangerte er die fehlende Verantwortung des sozialen Netzwerkes an – und schuf einen viralen Hit. Wir erzählen die Geschichte hinter #NippelstattHetze – und haben selbst getestet, wie die Lösch-Praxis von Facebook funktioniert.

Shruggy

Sie lachen, sie weinen, sie bereichern unsere digitale Kommunikation durch Emotionen und manche sehen in ihnen die Chance weltweit zu kommunizieren, ganz ohne Sprachbarriere. Die Rede ist von: Emoticons und Emojis, den Hieroglyphen unserer Zeit. In der Folge "Emoji Shuggy" erzählen wir die Geschichte der bunten Gesichter und Formen und blicken auf einen der Shooting-Stars der Emojis: Shruggy und erklären, was US-Rapper Kanye West mit seinem Erfolg zu tun hat.

#NotInMyName

Es ist die memifizierte Reaktion auf den Terror. Nachdem in Paris im November 2015 ein Terror-Kommando seinen tödlichen Job Anschläge vollzieht begeht, stehen Muslime rund um die Welt am Pranger. Und das Netz reagiert: Mit dem Hashtag #NotInMyName distanzieren sich Muslime rund um die Welt öffentlichkeitswirksam vom Terror. Was dahinter steckt und wie der Hashtag sogar seinen Weg ins Weiße Haus fand - das uns und noch mehr erklären wir in “15 Minutes of Fame”.

Confused Travolta oder Evolution der GIFs

Sie zappeln, sie blinken und schreien nach unserer Aufmerksamkeit. Seit das “Graphics Interchange Format” - kurz GIF - 2012 seinen 25. Jubiläum feierte, ist sein Aufstieg nicht mehr aufzuhalten, selbst Facebook und Twitter konnten sich dem Siegeszug durch das World Wide Web nicht entgegenstellen und schwimmen mittlerweile im Strom der animierten Bildsequenzen mit. In den nächsten 15 Minuten ergründen wir die Erfolgsgeschichte des Dateiformats und finden heraus, wie es sich als eigene Marke etablieren konnte.

02.07.2016

ZDFmediathek: ZDFinfo

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