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Sendung vom 09.04.2016 [Archiv] Das Erbe der Nazis

Doku-Reihe über das Nachkriegs-Deutschland

Adolf Hitler und die Nationalsozialisten herrschten zwölf Jahre lang – von 1933 bis 1945. Millionen folgten ihrem Führer und dessen Helfern bis in den Untergang. Das Erbe, das die Nazis hinterließen: Schuld, Scham und Verstrickung. Die Doku-Reihe zeigt, wie zwischen Abscheu und Faszination Hitlers langer Schatten bis heute reicht. Der Historiker Edgar Wolfrum sagt im Intro der Dokumentationen dazu: "Die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit ist ein Lebenselixier der deutschen Demokratie." 

Verschmierte Mauer der Kölner Synagoge 1960

Die 60er Jahre: Die Täter sind unter uns

Der lange Schatten des "Dritten Reichs". Was wurde aus 8,5 Millionen Parteigenossen? Aus Spitzenbeamten in Justiz und Verwaltung? Aus zehn Millionen Soldaten?

(02.04.2016)
Kurt Georg Kiesinger, 1969, Bundeskanzler, NSDAP-Mitglied und hoher Nazi-Funktionär

1968-1989 Der Muff von tausend Jahren

"Man schüttet kein schmutziges Wasser weg, solange man kein sauberes hat", kommentierte Bundeskanzler Adenauer die Debatte um die Wiedereingliederung der NS-Beamten in den Verwaltungsapparat.

(19.12.2015)
Die Helme der Wehrmacht waren nicht das einzige Nazi-Erbe der DDR

1945-1989 Die DDR: Anspruch und Wirklichkeit

Januar 1990. In den DDR-Städten erstürmt die Bevölkerung die Zentralen der Macht. Streng abgeschirmte Stasi-Gebäude werden durchsucht. Die MfS-Mitarbeiter sind gut vorbereitet.

(19.12.2015)
Stasi-Akten

Protokolle von Hitlers langem Schatten

Die Stasi-Akten rücken im zweiten Teil von "Das Erbe der Nazis" in den Blick

(Quelle: ZDF/Henning Brümmer)

Wie prägte das Erbe der Nazis die Bundesrepublik Deutschland? Gelang am Ende gar die Integration von ehemaligen Tätern und Mitläufern? Und wie ging dagegen die DDR mit den Nazi-Verbrechern um? Die neue Doku-Reihe "Das Erbe der Nazis" spürt diesen Fragen nach.

Das Erbe der Nazis - Die Folgen

1945-1960 Davon haben wir nichts gewusst

Stunde Null

Deutschland 1945. Stunde null. Ein Land in Trümmern. Die Städte verwüstet, die Menschen verstört. Und Hitler konnte sich bis zum bitteren Ende an der Macht halten.

Es werde 50 Jahre dauern, so US-General Eisenhower, um Deutschland zu entnazifizieren und umzuerziehen. Die Alliierten wollen die Deutschen dazu bringen, sich für die Nazi-Vergangenheit persönlich verantwortlich zu fühlen. Wie etwa für das, was in den KZs geschah.

Doch die Deutschen treibt die Angst vor der Zukunft um, nicht die Last der Vergangenheit. Die Pädagogik der Besatzer verfehlt ihr Ziel.

1960-1968 Die Täter sind unter uns

Verschmierte Mauer der Kölner Synagoge 1960

Der lange Schatten des "Dritten Reichs". Was wurde aus 8,5 Millionen Parteigenossen? Aus Spitzenbeamten in Justiz und Verwaltung? Aus zehn Millionen Soldaten?

Aus hunderttausenden KZ-Wächtern, Euthanasie-Ärzten, Rassenhasspredigern? 50 Jahre harte Arbeit, so schätzt US-General Eisenhower 1945, würde es brauchen, um Deutschland zu entnazifizieren und umzuerziehen. Das furchtbare Erbe hat Deutschland geprägt.

Die Trümmer der Städte wurden bald weggeräumt, die Trümmer in der Gesellschaft, in den Seelen blieben noch lange vorhanden. Fast jede Familie in Deutschland ist betroffen – durch Großväter, die den Krieg mitmachten, Mütter, die im BDM aktiv waren, Großeltern, die das KZ überlebten. Die Erinnerungen – manchmal auch das Schweigen – hat heutige Generationen geprägt.

1968-1989 Der Muff von tausend Jahren

Kurt Georg Kiesinger, 1969, Bundeskanzler, NSDAP-Mitglied und hoher Nazi-Funktionär

"Man schüttet kein schmutziges Wasser weg, solange man kein sauberes hat", kommentierte Bundeskanzler Konrad Adenauer die Debatte um die Wiedereingliederung der NS-Beamten in den Verwaltungsapparat.

War die friedliche Integration der ehemaligen Täter und Mitläufer in die westdeutsche Demokratie nicht letztlich ein Erfolg? Die Dokumentation fragt, ob es Alternativen gegeben hätte – und stützt sich in der Antwortsuche auf neueste Forschungsergebnisse.

Die Dokumentation fragt nach den Gründen, warum nur 1,4 Prozent der Entnazifizierten in den westdeutschen Besatzungszonen als "Hauptschuldige" oder "Belastete" eingestuft und warum von den gut hunderttausend KZ-Wächtern nur einige Dutzend verurteilt wurden.

Der Anteil derer, die trotz NS-Belastung im Nachkriegsdeutschland Karriere machten, war größer als bisher vermutet. Zahlreiche Forschungsprojekte, unter anderem zum Bundesnachrichtendienst, zum Auswärtigen Amt oder aktuell zu Nachkriegskarrieren in Schleswig-Holstein (ein Fluchtgebiet vieler ehemaliger NS-Täter) belegen, dass der Neuanfang mit dem alten Personal gemacht wurde.

1945-1989 Die DDR – Anspruch und Wirklichkeit

Die Helme der Wehrmacht waren nicht das einzige Nazi-Erbe der DDR

Januar 1990. In den DDR-Städten erstürmt die Bevölkerung die Zentralen der Macht. Streng abgeschirmte Stasi-Gebäude werden durchsucht. Die Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit sind gut vorbereitet: Viele Akten wurden bereits in den Tagen zuvor vernichtet.

Über Jahrzehnte hat die Stasi nicht nur Informationen und Beweise über Nazi-Verbrecher (in West und Ost) gesammelt und ausgewertet. Auch für die juristische Aufarbeitung war der Geheimdienst verantwortlich.

Mit Hilfe der Staatssicherheit wurden zwischen 1961 und 1989 mehr als 700 Nazi- und Kriegsverbrecher entlarvt und ihrer Bestrafung zugeführt. Das ist die eine Seite. Auf der anderen hat das Ministerium für Staatssicherheit Altnazis auch gezielt ins System integriert.

1990-2015 Aufarbeitung oder Schlussstrich?

Frühere SS-Mann Oskar Gröning während seines Prozesses, Archiv 21.04.2015

Im Jahr 1996 befeuert die Veröffentlichung eines Buches die Debatte um die Aufarbeitung des NS-Erbes und zeigt, dass so etwas wie ein Abschluss der Vergangenheitsbewältigung in weite Ferne rückt: Als "Hitlers willige Vollstrecker" erscheint, versetzt es Historiker und die deutsche Öffentlichkeit in Aufruhr. Geschrieben hat es Daniel Goldhagen, ein junger Harvard-Professor und Sohn eines Holocaust-Überlebenden.

Die Hauptthese: Es war nicht nur die nationalsozialistische Elite, die den Holocaust verantwortete. Sondern: "zehntausende von ganz gewöhnlichen Deutschen, die getötet haben, um ein Volk auszurotten." Goldhagen geht davon aus, dass die Deutschen schon weit vor der NS-Zeit von einem "eliminatorischen" Antisemitismus geprägt gewesen seien und bereitwillig zum Genozid beigetragen haben. Sie wurden nicht dazu gezwungen.

09.04.2016

ZDFinfo| Fr 27.05.2016 | 21:40

 

Das Erbe der Nazis - 1945-1960 Davon...

ZDFinfo| Fr 27.05.2016 | 22:25

 

Das Erbe der Nazis - Die 60er Jahre -...

ZDFinfo| Fr 27.05.2016 | 23:10

 

Das Erbe der Nazis - 1968-1989 Der Muff...

ZDFinfo| Fr 27.05.2016 | 23:50

 

Das Erbe der Nazis - 1945-1989 Die DDR:...

ZDFinfo| Fr 27.05.2016 | 01:05

 

Das Erbe der Nazis - 1990-2015...

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