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Sendung vom 31.10.2013 [Archiv] Der Amerikanische Bürgerkrieg

Von den Ursachen bis zu den Helden der Nation

Die dramatische Geschichte des Amerikanischen Bürgerkriegs von 1861 bis 1865 erzählt Filmemacher Ken Burns in seiner neunteiligen Dokumentarfilmreihe. In diesem Konflikt – einem der grausamsten der Geschichte der USA – ging es nicht nur um die Abschaffung der Sklaverei, sondern um den Erhalt der gesamten Union. Der Krieg kostete über 600.000 Menschen das Leben. Was als erbitterter Streit über den Föderalismus und die Rechte der Einzelstaaten begann, endete als Auseinandersetzung darüber, was Freiheit eigentlich ist. 

tote soldaten nach der schlacht von gettysburg im amerikanischen buergerkrieg 1863

Schlacht von Gettysburg 1863

(Quelle: ap)

Das Epos über den Sezessionskrieg wird von Kritikern und Historikern gleichermaßen als ein Meilenstein im dokumentarischen Filmschaffen bewertet. Autor, Produzent und Regisseur Ken Burns arbeitete mehr als fünf Jahre an dem Film, länger als der Krieg gedauert hatte.

Die Zeugnisse der Vergangenheit sprechen für sich. Lebendige Schilderungen einzelner Beteiligter bringen dem Zuschauer den Amerikanischen Bürgerkrieg nahe.
Die Dokumentationsreihe wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Emmy, dem Humanitas Prize, dem Peabody Award und dem Preis der Television Critics Association 1991.

Die neun Folgen

Die Ursache (1)

Ein gefangener Sklave

Nur wer sich mit dem blutigsten Konflikt der amerikanischen Geschichte auseinandersetzt, werden die USA und ihre Bewohner wirklich verstehen können. Der amerikanische Bürgerkrieg entzündete sich im Jahr 1861 an der Auseinandersetzung um die Abschaffung der Sklaverei.

Während die zunehmende Industrialisierung im Norden auf Lohnarbeit und Kaufkraft setzte, benötigte die auf billige Rohstoffproduktion im Süden gegründete Plantagenwirtschaft immer mehr Sklaven. Nachdem sich sechs Staaten - South Carolina, Mississippi, Florida, Alabama, Georgia und Louisiana - von dem Staatenbund der USA lossagten und die Konföderierten Staaten von Amerika gründeten, kam es zur bewaffneten Auseinandersetzung.

Vier Jahre dauerte der unbarmherzige Krieg, der mehr als 600.000 Menschen das Leben kostete. Durch den Sieg der Unionisten konnte die Spaltung der USA verhindert werden. Doch in den Köpfen der Menschen ist der Konflikt bis heute präsent.

Eine blutige Angelegenheit (2)

Im Jahr 1862 beginnt in Amerika die moderne Kriegsführung. Lincolns Kampf um den Erhalt der Union wird zu einem Kampf um die Befreiung der Sklaven. Den Auftakt des zweiten Teils bilden die parteiinternen Machtkämpfe, unter denen Lincolns Regierung zusammenzubrechen droht.

Dann folgt die Schilderung des glücklosen Feldzugs von Unionsgeneral George McClellan auf der Virginia-Halbinsel, wo seine gewaltige Armee auf die zahlenmäßig unterlegene, aber weitaus schlagkräftigere Streitmacht der Konföderierten trifft. Ken Burns bringt dem Zuschauer die gewaltigen Seegefechte nahe, die sich die gepanzerten Kriegsschiffe liefern, aber auch das Leben in den Heerlagern.

Ab diesem Zeitpunkt ist die Sklavenhaltung nicht mehr selbstverständlich. Die militärischen Erfolge des Nordstaaten-Generalmajors Ulysses S. Grant gipfeln in der blutigen Schlacht von Shiloh, in Tennessee. Der zweite Teil der Dokumentationsreihe endet mit dem Gerücht, in Europa sei man bereit, die Konföderation anzuerkennen.

Für immer frei (3)

Welche Geschehnisse veranlassen Abraham Lincoln, die Befreiung der Sklaven zu proklamieren?
Im Juli 1862 gelangt Lincoln zu der Überzeugung, dass die Sklavenbefreiung für die Zukunft der Union in moralischer und militärischer Hinsicht unabdingbar sei. Für die Veröffentlichung seiner Proklamation braucht der unter Erfolgsdruck stehende Stratege allerdings einen Sieg der eigenen Truppen.

Das Jahr vergeht, aber aufgrund der brillanten Kriegsführung der Südstaatengeneräle „Stonewall“ Jackson und Robert E. Lee kann die Union keine Siege erringen. Höhepunkt des dritten Teils ist Lees Einmarsch im September 1862 in Maryland. Am Ufer des Antietam kommt es zur verlustreichsten Ein-Tages-Schlacht des Krieges. Nur wenig später findet jenes denkwürdige Ereignis statt, das alle anderen überstrahlt: die Verkündung der Emanzipationserklärung und somit die Befreiung der Sklaven.

Mörder (4)

Die schmähliche Niederlage, die die Unionstruppen Anfang 1863 in Fredericksburg erlitten, wird noch im Frühjahr desselben Jahres von zwei weiteren militärischen Misserfolgen in den Schatten gestellt.
Im Mai erringt Südstaatengeneral Lee seinen glanzvollsten Sieg in Chancellorsville, verliert dabei aber seinen fähigsten Truppenführer „Stonewall“ Jackson; und in Vicksburg scheitern General Grants Versuche, die Stadt durch Belagerung für die Nordstaaten einzunehmen.

Im Norden trifft Lincolns Proklamation zur Befreiung der Sklaven auf erbitterten Widerstand; zugleich wird der Alltag der Soldaten vom Elend beherrscht. General Lee beschließt, erneut in das Gebiet der Nordstaaten vorzudringen, um seinen Widersacher Grant zu zwingen, seine Truppen um Vicksburg abzuziehen.

Die Schlachten (5)

Die Schlacht von Gettysburg, die größte, die je auf dem nordamerikanischen Kontinent ausgetragen wurde, leitet im Juli 1863 den Wendepunkt im Amerikanischen Bürgerkrieg ein.
Drei Tage lang liefern sich 150.000 Soldaten in Pennsylvania einen Kampf auf Leben und Tod, der als „Pickett’s Charge“ in die Geschichte eingehen wird.

Die heutige Folge schildert zudem noch den Fall von Vicksburg, die Krawalle in New York als Reaktion auf die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, den ersten Einsatz von Soldaten schwarzer Hautfarbe und die Schlachten auf den südlichen und westlichen Kriegsschauplätzen, am Chickamauga in Georgia und bei Chattanooga in Tennessee.

Im November wird der neue Friedhof für die gefallenen Unionssoldaten in Gettysburg eingeweiht; Abraham Lincoln kann das Leid seines Volkes nur mit Mühe in Worte fassen.

Im Tal der Schatten des Todes (6)

Wer sind die beiden Generäle Ulysses S. Grant und Robert E. Lee, die sich 1864 – von der „Schlacht in der Wildnis“ bis zur Schlacht von Petersburg – mehrfach im Kampf gegenüberstehen? In 30 Tagen verlieren beide Armeen mehr Männer, als sie in den drei Kriegsjahren zuvor verloren haben.
Während die Truppen von Grant und Lee im Stellungskrieg vor Petersburg, Virginia, verharren, werden den Zuschauern die grauenhaften Zustände in den Krankenhäusern im Norden und Süden vor Augen geführt. General Sherman, der an der Seite der Nordstaaten kämpfte, überquert die Berge von Nordgeorgia – der Beginn des Atlanta-Feldzugs. Mit der steigenden Zahl an Toten und Verletzten verringern sich Lincolns Chancen, wiedergewählt zu werden, und damit auch die Aussicht auf einen Sieg der Unionstruppen.

Geheiligter Boden (7)

1864 ist das Jahr der Präsidentschaftswahl, bei der Abraham Lincoln gegen seinen früheren militärischen Oberbefehlshaber George McClellan antritt.
Dabei steht nicht weniger als das Überleben der Union auf dem Spiel, da die Armeen von Grant und Sherman einen Stellungskrieg in Petersburg und Atlanta führen und im Norden die Stimmung gegen den Krieg vehement zunimmt.

Mit dem Sieg in der Mobile Bay, Atlanta, und im Shenandoah Valley wendet sich das Blatt in letzter Stunde zugunsten Lincolns, und die Konföderierten müssen ihre Hoffnung auf Unabhängigkeit begraben.

Wie die Ironie des Schicksals es will – wie übrigens so oft in diesem Krieg – wird aus dem Landsitz des Konföderiertengenerals Lee in Arlington ein Militärkrankenhaus für die Unionstruppen. Auf seinem Grundstück entsteht ein Ehrenfriedhof für die Unionskämpfer – der Arlington National Cemetery.

Krieg ist die Hölle (8)

Der Unionsgeneral William Tecumseh Sherman unternimmt den Marsch zum Meer, der durch das Herz von Georgia und die Carolinas führt und das Ende der Konföderation bedeutet. Im März, nach Beginn von Lincolns zweiter Amtszeit, erobert General Grants Armee zuerst Petersburg und dann Richmond.
Lees schwer angeschlagene Nord-Virginia-Armee flieht nach Westen und zieht sich in den kleinen Ort Appomattox Court House zurück. Dort werden die Zuschauer Zeuge der dramatischen und zutiefst bewegenden Kapitulation des Konföderiertengenerals Lee vor dem Unionsgeneral Grant. In Washington beginnt John Wilkes Booth, von der Rache der Südstaaten zu träumen.

Die Helden der Nation (9)

Die letzte Folge des Neunteilers „The Civil War” beginnt mit dem Jubel über die Kapitulation Lees, der nur fünf Tage später, am 14. April, in Entsetzen über Lincolns Ermordung umschlägt.
Nach der bewegenden Schilderung von Lincolns Begräbnis, berichtet die Dokumentation von den letzten Tagen des Krieges, von der Festnahme des Präsidentenmörders John Wilkes Booth und dem Schicksal der bedeutendsten Akteure des Amerikanischen Bürgerkriegs.

Abschließend werden Folgen und Bedeutung dieses Krieges untersucht, der dazu geführt hat, dass aus einem losen Staatenbund die Amerikanische Nation hervorgegangen ist.

31.10.2013

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