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Sendung vom 18.09.2014  Tatort Internet

Gefälschte Wohnungsangebote, Abzocke mit Liebes-SMS oder Psychoterror durch Cybermobbing: Die weite Welt des Internets bietet Kriminellen eine ganz neue Plattform, eine Million Menschen wird täglich Opfer von Cyberkriminalität. Betroffene schildern ihre Erlebnisse und Experten erklären Gegenmaßnahmen. 

Tatort Internet

Gefälschte Wohnungsangebote, Abzocke mit Liebes-SMS oder Psychoterror durch Cybermobbing: Die weite Welt des Internets bietet Kriminellen eine ganz neue Plattform.

(30.06.2012)

Der PC im Kinderzimmer – eine Gefahr für Jugendliche. Hacker wissen, wie man sich an die Webcams junger Mädchen hängt, um diese heimlich zu beobachten. Und wer so etwas weiß, findet im öffentlichen Chat schnell Kontakt zu nichts ahnenden Opfern.
Auch für die 17-jährige Lisa wurde die Webcam zur Gefahr. Ihre Kamera wurde gehackt und über Wochen wurde sie heimlich beobachtet. Die Absicht des 22-Jährigen Täters war klar: Er wollte dem Mädchen zusehen, wie es sich auszieht und lebt. Nachdem es ihr komisch vor kam, dass die Webcam immerzu blinkte, weihte Lisa ihre Mutter ein. Ein IT-Experte findet heraus: Lisa wurde über die eigene Webcam ausgespäht. Die Beamten konnten den Mann festnehmen. Auf seinem Rechner fanden sie tausende Fotos und Filme. Der Mann wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Cybermobbing

Kinder sitzen vor einem Laptop
Fast jeder dritte Schüler war schon einmal Opfer von Cybermobbing (Quelle: dpa)
Das Internet bietet eine anonyme Plattform für Kinder und Jugendliche, andere zu beschimpfen und zu verunglimpfen. Die Betroffenen wiederum bleiben keineswegs anonym, sondern werden öffentlich mit vollem Namen bloßgestellt. An fast jeder Schule gibt es heute Fälle von Internetmobbing. Die meisten Betroffenen quält die Situation sehr, lässt sie kaum noch schlafen. Immer mehr Jugendliche müssen aufgrund von Mobbing psychotherapeutisch behandelt werden. Ein Gesetz gegen Cybermobbing gibt es zwar nicht, aber die derzeitige Rechtslage reicht aus, um Taten in Verbindung mit Cybermobbing zu bestrafen. Zum Beispiel, wenn durch die Veröffentlichung von Videos oder Fotos Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Drohung, Erpressung oder Nötigung sind immer Straftaten. Bei Verurteilung kann eine Gefängnisstrafe drohen.

Dubioser Wohnungsmarkt im Internet

Gute Wohnungen zu einem niedrigen Preis sind in deutschen Großstädten rar und gleichzeitig heißbegehrt. Das lockt auch Online-Betrüger hervor, die die brenzlige Situation von Wohnungssuchenden schamlos ausnutzen. Die Masche: vermeintliche Top-Angebote werden auf die gängigen Immobilienportale gestellt. Eine voll möblierte 3-Zimmer Wohnung mitten in der Altstadt von Köln. Ein Schnäppchen für 400 Euro. Der Interessent wird aufgefordert eine Kaution auf ein Treuhandkonto zu überweisen, wofür er im Gegenzug die Schlüssel bekäme. Dann könne man die Wohnung in Ruhe besichtigen. Doch kaum ist das Geld weg, bricht auch der Kontakt ab. Ein Schlüssel kommt nie an.

Hype um Onlinepoker

Frau spielt Onlinepoker
600.000 Deutsche spielen regelmäßig im Internet Poker (Quelle: imago)
Deutschland ist nach Großbritannien europaweit der zweitgrößte Markt für Online-Glücksspiele. Hunderttausende sitzen Tage und Nächte vor dem PC und spielen. Der Haken: Online Poker mit Geldeinsatz ist in Deutschland verboten. Doch es gibt viele, die das ignorieren oder sogar eigens darauf spezialisierte Bürogemeinschaften gründen.

Seit Herbst 2011 hat sich der Hype noch verstärkt. Denn zum ersten Mal gewann ein Deutscher bei den Poker-Weltmeisterschaften in den USA. Mit 22 Jahren und 8.7 Millionen Dollar hat Pius Heinz wohl für den Rest seines Lebens ausgesorgt.

Loverboys – Vom Chat zur Prostitution

Sie sind noch Kinder, neun, zehn oder elf Jahre alt, wenn sie sich das erste Mal verlieben. Sie verlieben sich in kriminelle junge Männer- 90 Prozent der Mädchen lernen ihre späteren Freier mittlerweile über das Internet kennen. Dort ködern die Männer die jungen Mädchen, schicken sie auf den Strich und verkaufen sie an andere Männer. Haben die Loverboys das Vertrauen der Mädchen gewonnen, fangen sie an, widerliche Dinge zu verlangen.

Bärbel Kannemann von der deutschen Initiative gegen Loverboys erklärt: „Sie bitten die Mädchen, mit anderen Männern zu schlafen, um angebliche Schulden zu bezahlen.“ Dann erpressen die Loverboys ihre Opfer mit heimlich mitgeschnittenen Sexvideos. Immer wieder lassen sich die Mädchen aus Scham zum Sex zwingen, müssen sich in Privatwohnungen mit Freiern treffen. Drogen machen die Opfer gefügig. Immer häufiger tritt die Problematik auch in Deutschland auf. Seit 2010 gab es mehr als 200 Schicksale junger deutscher Frauen.

Illegales im Netz

Millionen Zuschauer nutzen in den letzten Jahren die Website kino.to um sich kostenlos Filme anzugucken. Auf illegalem Weg. Im Juni 2011 wurde die Videoplattform kino.to von der Generalstaatsanwaltschaft in Dresden und der Polizei hochgenommen. Bis heute wurden zahlreiche Drahtzieher und Köpfe vor Gericht verurteilt. Die GVU hat in jahrelanger Ermittlung die Strukturen hinter dem Onlineauftritt herausgefunden.

18.09.2014

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