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15.03.2016  Wir Nachkriegskinder

Zweiteilige historische Dokumentation

Es ist die Generation, die unser Land bis heute prägt. Als Kinder haben sie den Krieg überstanden, an der Seite ihrer Mütter Bombennächte, Flucht und Vertreibung, die Befreiung der NS-Lager erlebt. Sie fanden sich 1945 wieder in einem Trümmerland, das den Anschein erweckte, als würde es noch Jahrzehnte in vieler Hinsicht am Boden zerstört bleiben. 

Marie-Luise Marjan in den 50er Jahren.

Im zweiten Teil der Doku "Wir Nachkriegskinder" zeichnen Annette Koehler und Jobst Knigge aufregende Jahre in prominenten Lebensläufen nach, die wenig bekannte Kindheitserlebnisse offenbaren.

(22.03.2016)
Frau mit Karren

Nachkriegskinder haben an der Seite ihrer Mütter Notzeiten, Bombennächte und Vertreibung überstanden, die Befreiung von der NS-Diktatur erlebt - und nach 1945 eben auch eine aufbauende Zeit.

(15.03.2016)
Michael Degen mit Mutter
(02.02.2016)

Im Jahrzehnt darauf erfuhr Westdeutschland eine unerwartet rasche Blüte, im Osten des „Eisernen Vorhangs“ entwickelte sich die DDR zu einem sozialistischen Musterstaat. Hüben wie drüben richteten die Menschen den Blick nach vorn - und selten zurück. Es galt, sich neu einzurichten – und die Schatten der Vergangenheit dabei allzu oft auszublenden. Viele Kinder der Zeitenwende hatten Traumatisches erlebt, über das sie lange nicht sprechen durften oder konnten.

Welchen Preis zahlten sie für den raschen Weg in einen bescheidenen Wohlstand oder eine angeblich klassenlose Gesellschaft? Viele wuchsen vaterlos auf, von klein auf mussten sie lernen, auf eigenen Beinen zu stehen und sich oft selbst um ihr Überleben zu kümmern. Andere fühlten sich als Flüchtlingskinder fremd in ihrer neuen Heimat. Und doch war es für die meisten auch eine schöne Zeit, geprägt von Zuversicht, Improvisationsgeist und der Überwindung überkommener Moralvorstellungen.

Prominente Zeitzeugen

Die zweiteilige Dokumentation, die den Programmschwerpunkt zur Nachkriegszeit umrahmt, zeichnet die bewegten und aufregenden Jahre des Aufbruchs am Beispiel prominenter Erfahrungsberichte nach, die einen verblüffenden Einblick in die kaum bekannten Kindheitsgeschichten bekannter Persönlichkeiten eröffnen:

ZITAT

Sie haben uns einfach nicht geglaubt, dass wir überlebt haben. Hitler hat alle Juden ermordet; für diesen sowjetischen Offizier war das selbstverständlich.”

Michael Degen über die Alliierten

So mussten die Schauspieler Peter Sodann, Winfried Glatzeder, Fritz und Elmar Wepper ohne ihre im Krieg vermissten Väter heranwachsen, die späteren Filmstars Ingrid van Bergen und Eva-Maria Hagen einen Teil ihrer Kindheit in Flüchtlingsquartieren verbringen. Marie-Luise Marjan, die „Mutter Beimer“ der „Lindenstraße“, erfuhr erst mit 16, wer ihre leiblichen Eltern waren und Schauspieler Mario Adorf hat seinen Vater nur ein einziges Mal im Leben gesehen. Michael Degens Vater fiel dem Massenmord an den Juden zum Opfer. Deutschlands erstes Top-Model Vera von Lehndorff, Künstlername „Veruschka“, und die erste Moderatorin der heute-Sendung, Wibke Bruhns, wurden in den 50er Jahren als „Verräterkinder“ gebrandmarkt, weil ihre Väter nach dem Attentat auf Hitler hingerichtet worden waren. Uwe Seeler und Helmut Markwort betrachten die fünfziger Jahre aus der Warte des Spitzensportlers und des Journalisten.

Ihre frühen Jahre waren oft mühsam und entbehrungsreich; dennoch oder gerade deshalb bahnten sie sich erfolgreich ihren Weg – ebenso wie das Nachkriegsland, in das sie hineinwuchsen. Illustriert werden diese Lebensberichte von außergewöhnlichen Filmbildern aus jenen Jahren und animierten Zeichnungen im Stil der graphic novel.

Sendungsinformationen

Dienstag, 15.03.2016, 20.15 Uhr

"Wir Nachkriegskinder - Zeit des Aufbruchs"

Dienstag, 22.03.2016, 20.15 Uhr

"Wir Nachkriegskinder - Zeit der Wunder"

TV-Redaktion: Stefan Brauburger und Stefan Mausbach

Online-Redaktion: Susanne End-Inanc

15.03.2016

Weitere prominente Zeitzeugen

Mario Adorf

Mario Adorf

Mario Adorf wurde als Sohn eines römischen Arztes und der Elsässer Röntgenassistentin Alice am 8. September 1930 in Zürich geboren. Seinen Vater hat er nur ein einziges Mal in seinem Leben gesehen. Er wurde von seiner Mutter in der Eifel aufgezogen und wuchs zum Teil auch in einem katholischen Waisenhaus auf. In den Nachkriegsjahren studierte er an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz Germanistik und Philosophie - eine schwere Zeit in der er häufig Hunger litt. Letztlich brach er das Studium ab, da er über die Studentenbühne zum Schauspielhaus nach Zürich gelangte - womit seine schauspielerische Karriere begann.

Vera Gottliebe Anna Gräfin von Lehndorff

Veruschka

Vera Gräfin Lehndorff, auch bekannt als "Veruschka", wurde 1939 in Steinort bei Königsberg geboren. Ihr Vater, Heinrich Graf von Lehndorff-Steinort, wurde 1944 wegen seiner Teilnahme an der Verschwörung des 20. Juli 1944 gegen Adolf Hitler hingerichtet, ihre Mutter kam in ein Arbeitslager. Vera und ihre beiden Schwestern Nona und Gabriele kamen für einige Monate in ein SS-Kinderheim. Nach dem Krieg wuchs sie mit Mutter und Schwestern in Flüchtlingslagern und der Obhut von Bekannten auf. In den 1960er-Jahren wurde sie bei einem Aufenthalt in Florenz schließlich als Fotomodell entdeckt. Sie legte sich das Pseudonym "Veruschka" zu und wurde das erste deutsche „Supermodel“.

Winfried Glatzeder

Winfried Glatzeder

Winfried Glatzeders Vater verstarb 1944 bereits vor der Geburt in sowjetischer Kriegsgefangenschaft, seine Mutter wurde kurz nach der Geburt in Psychiatrie eingewiesen. Mit den Großeltern kam Glatzeder im Jahr seiner Geburt nach Berlin, wo der Großvater Bürgermeister von Berlin Lichtenberg und Friedrichshain wurde. 1950 traf er erstmals seine Mutter wieder, die 5 Jahre später zur Familie zurückkehrte. Nach einer Ausbildung zum Maschinenbaufacharbeiter studierte er ab 1965 an der Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg. Als einer der bekanntesten Filmschauspieler der DDR verkörperte er in seinen Rollen Aufbruchs- und Rebellengeist. Nach seiner Ausreise in die BRD 1982 wurde er auch im Westen bekannt.

Marie-Luise Marjan

Marie-Luise Marjan

Die Schauspielerin Marie Luise Marjan wurde 1940 in Essen geboren. Ihre Mutter gab sie zur Adoption frei, wodurch sie zu dem Ehepaar Hanni und Emil Lause kam, die sie 1947 adoptierten. Nach dem Gymnasium absolvierte sie von 1958 bis 1960 die Hochschule für Musik und Theater in Hamburg und war von 1960 bis 1982 durchgehend an großen Schauspielhäusern engagiert. Neben anderen Projekten spielt sie seit bereits 30 Jahren die Rolle der Helga Beimer in der Fernsehserie Lindenstraße.

Bill Ramsey

Bill Ramsey

Jazzsänger Bill Ramsey musste seinen Wehrdienst bei der United States Air Force in Deutschland ableisten. In dieser Zeit trat er nebenbei in Clubs auf - unter anderem in Frankfurt - wo er von einem Angestellten des Soldatensenders AFN gesehen und als Mitarbeiter im Bereich der GI-Betreuung engagiert wurde. Beim Sender AFN wurde Ramsey Chefproduzent. Nach Ende seines Militärdienstes begann er ein Soziologie- und Wirtschaftsstudium an der Yale-Universität in New Haven, das er ab 1957 in Frankfurt fortsetzte. 1958 bekam er seinen ersten Plattenvertrag - der Beginn einer langen Karriere.

Uwe Seeler

Uwe Seeler

Uwe Seeler gehört zu den bedeutendsten deutschen Sportpersönlichkeiten der Nachkriegszeit. Seine Fussball-Laufbahn begann bereits 1946 in der Jungendabteilung des HSV und führte zur Teilnahme an den Weltmeisterschaften 1958, 1962, 1966 und 1970. Er trug 72-mal das Trikot des DFB und erzielte 43 Tore. Mit dem HSV wurde er 1960 Deutscher Meister; 1963 DFB-Pokalsieger sowie Torschützenkönig der Bundesliga. Doch Uwe Seeler wurde nicht nur durch sportliches Können zum Fussballidol, sondern auch durch sein faires Verhalten und seine Menschlichkeit.

Ingid van Bergen

Ingid van Bergen

Die deutsche Schauspielerin Ingrid van Bergen wurde 1931 in Danzig-Langfuhr geboren. Ihr Vater fiel 1941 an der Ostfront. Van Bergens Mutter floh nach den sowjetischen Luftangriffen auf Danzig gegen Ende des Zweiten Weltkrieges mit den vier Kindern. Die Flucht wird zu einer wahren Odyssee, während der sie großes Leid ertragen mussten und die sie nur knapp überlebten. Das Kriegsende 1945 erlebten sie in einem Auffanglager in Skagen. Ihr zukünftiger Wohnort wurde Reutlingen, wo sie das Abitur ablegte. Im Anschluss ließ sie sich an der Staatlichen Hochschule für Musik in Hamburg zur Schauspielerin, später auch zur Sängerin ausbilden und machte Karriere.

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